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Der Euro und seine Auswirkungen
(Bericht: Walter Koppe und Horst Schmidt) |
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Der Vorbehalt der Bürger gegenüber dem Euro ist noch immer groß. Laut aktuellen Umfragen sprechen sich 54 % gegen die Umstellung aus, 30 % stehen dem positiv gegenüber. Ist dieser Pessimismus gerechtfertigt, welche Befürchtungen gibt es, welche Auswirkungen auf die Verbraucher sind berechtigt, bzw. wie können diese ausgeräumt werden?
Diesen Fragenkomplex versuchten die Erdinger Sozialdemokraten in ihrem Sonntagsgespräch am 30.09.01 im Mayr Wirt anzupacken. |
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v.l.n.r.: Friedrich Reiser (Erdinger KV-Vorsitzender des bayr. Genossenschafts- verbands der Raiffeisen- bank Anzing-Forstern), Dr. Hildegard Kronawitter (MdL der SPD) und Markus Saller (Rechtsanwalt / Verbrau- cherzentrale Bayern) |
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Viele der älteren Mitbürger können sich noch an die Währungsumstellung von 1948 oder 1924 erinnern, es gibt deshalb hin und wieder gar eine Flucht in Immobilien. Unberechtigt sei hier die Angst vor einer Inflation, diese allerdings auch aus Gründen der konjunkturellen Abschwächung. Trotzdem sollte man in manchen Dingen Vorsicht walten lassen. Eine Diskussionsteilnehmerin machte auf ein spezielles Problem bei der Euro-Auszeichnung aufmerksam. In einem Kaufhaus hatte sie ein Kleidungsstück entdeckt, wollte dies auch des offensichtlich rel. günstigen Preises wegen erwerben. Doch erst an der Kasse stellte sich heraus, daß der niedrige um einiges größer dargestellte Betrag jener in Euro war. |
| Derzeit würden die Preise sowohl in DM wie Euro ausgezeichnet, und zwar in unterschiedlicher Größe, wobei der größer ausgezeichneter Betrag zumeist der DM-Betrag ist - wobei wie gesehen leider auch das Gegenteil möglich und auch erlaubt sei, die Verwirrung damit gesetzlich legitim, solange die Währungseinheiten richtig zugeordnet seien. |
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In den Bereich Verbraucherschutz fällt auch der Bereich bestehender Verträge. Auch hier sind unseriöse Firmen denkbar, die versuchen, durch die Umstellung begründete Kosten und versteckte Beitragserhöhungen zu rechtfertigen. Die Vertreter der Runde verwiesen aber auf die "Vertragskuntinuität", laut der dies nicht berechtigt sei. Amtsgerichtsdirektor Horst Belling (links) bemängelte die Transparenz der Banken und sah durch die Umstellung riesige Gewinnsparten, welche Herr Reiser allerdings energisch zu widerlegen suchte. |
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der Veranstaltungsorganisator und KV-Vorsitzender der SPD Horst Schmitt gab uns folgende ausführlichere Pressemitteilung zu dieser Veranstaltung weiter:
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Die Banken und Sparkassen seien gut auf den Wechsel vorbereitet, aber Verbraucher (laut Umfragen ca. 50 %) und weite Teile des Handels haben noch viel Aufklärungsbedarf, so Friedrich Reiser, vom Erdinger Genossenschaftsverband der Raiffeisenbanken und Markus Saller, Rechtsanwalt der Verbraucherzentrale Bayern. Beide nutzten das 2. Erdinger Sonntagsgespräch der KreisSPD im Rahmen des Tags der Regionen, um notwendige Aufklärungsarbeit zu leisten. Die Banken und Sparkassen sehen sich hier als Versorger und Dienstleister und als Informationsgeber in der Region, müssten doch in Bayern doch 350 Millionen Euroscheine und 1,4 Milliarden Euromünzen unter das Volk gebracht werden und gleichzeitig 240 Millionen DM-Scheine und 2,6 Milliarden DM-Münzen zurückgeholt werden. Für die Umstellung haben die Raiffeisensparkassen allein im Landkreis Erding Investitionen und Aufwendungen in Höhe von 9 Millionen Mark angesetzt, allein 200 000 Konten müssen die Raiffeisenbanken im Landkreis am 1.1.2002 von DM auf Euro umstellen. Die Verbraucher können sich vor Falschgeld hüten, indem sie sich ab 17. Dezember mit dem EuroScheinen und Münzen vertraut machen, insbesondere sich vor privatem Umtausch an der Haustüre hüten. Friedrich Reiser: "Tauschen Sie Ihr Geld bei den Banken und Sparkassen um, dann können Sie sicher sein." Es bestehe kein Anlaß Verträge zu ändern oder anzupassen, fordern Sie von ihren Vertragspartner die centgenaue Umrechnung, darauf haben sie Anspruch, so Verbraucherschützer Saller. Die Erdinger Landtagsabgeordnete Dr. Hildegard Kronawitter, die das 2. Erdinger Sonntagsgespräch der KreisSPD moderierte, wies auf Umfragen hin, nach denen sich die meisten Verbraucher noch nicht mit der Umstellung beschäftigt haben, ja 54% lehnen den Euro noch ab. Kreisvorsitzender Horst Schmidt zitierte eine Pressemitteilung des Erdinger Schulamtes, nach der nur die ersten Klassen der Grundschulen Mathematikbücher mit der neuen Währungsangabe erhielten, die Schulbücher für die älteren Schulklassen könnten erst bis 2005 umgestellt werden, ein Armutszeugnis für die bayerische Schulpolitik, so Horst Schmidt. Der Handel müsse auch schon jetzt in der Preisauszeichnung die Grundsätze von Klarheit und Wahrheit einhalten, was aber noch nicht überall der Fall sei, ärgerten sich einige Zuhörerinnen. So müsse der Verbraucher oft genau hinsehen, ob der Preis in DM oder in Euro gemeint sei, bestätigte Verbraucher Anwalt Saller. Manchmal sei die Preisauszeichnung auch innerhalb desselben Geschäftes uneinheitlich. Die Preisangabe und die Währung sollten gleich groß sein. Öffentlicher und politischer Druck sei wohl noch notwendig, damit man die DM in Euro nicht nur bei den Hausbanken, sondern auch bei Fremdbanken kostenlos umwechseln könne. Auch die Überweisungen ins Ausland, seien noch überteuert, wurde in der Diskussion geklagt. Grundsätzlich müsse man darauf achten bei Überweisungen EUR (für Euro) anzugeben. Besonders am Jahresende solle der Verbraucher bei Rechnungen darauf achten, dass die Beträge in DM und EURO ausgewiesen werden. Amtsgerichtsdirektor Horst Belling kritisierte, dass gerade die Details noch zuwenig, nicht nur bei alten Menschen bekannt seien, hier hätten die Banken und Sparkassen, aber nicht nur diese noch viel zu tun, auch die kostenlose Rücknahme ausländischer Währungen nach dem 1.Januar 2002 über die Landeszentralbanken (z.b. in München) sei nicht ausreichend geregelt oder bekannt, diese sei auf großen Publikumsverkehr wohl auch gar nicht darauf eingestellt. Ab dem 17. Dezember können sich Erdings Bürgerinnen und Bürger mit Hilfe von sog. Starter-Kits (Wert DM 20) bei ihren Banken und Sparkassen eindecken und mit dem Geld vertraut machen (57 Mio. im Bundesgebiet); bezahlen könne man damit aber erst ab dem 1.1.2002 um 00:00 Uhr. Dann sei auch die Ausgabe von Euro und Cent an den Automaten möglich und ab 02.01. könne sich jeder Banken oder Sparkassenkunde mit haushaltsüblichen Mengen (die Höhe wird von den einzelnen Banken festgelegt) eindecken. Friedrich Reiser bat nochmals darum, schon jetzt die Sparbüchsen, Sparstümpfe insbes. Münzen zu den Sparkassen zu bringen, zumindest bei seinen Instituten werde der Betrag unverzüglich gutgeschrieben. Ebenso sollten ausländische Scheine noch bis zum Ende des Jahres umgetauscht werden. Münzen sammle das Rote Kreuz unter dem Motto "Geben Sie uns den Rest". Die KreisSPD wird auf den Veranstaltungen bis zum Jahresende diese Aktion unterstützen und bei allen Veranstaltungen "Geben-Sie-uns-den-Rest-Büchsen" aufstellen und ausländische Währungen sammeln, damit diese einem sozialen Zweck zugeführt werden können. Horst Schmidt |