Bevor Thomas Krahe in einer sehr persönlichen Art per Dia-Vortrag von seinen Erlebnissen im Irak berichtet, möchte ich darauf hinweisen, daß Spenden erwünscht sind, die diese Veranstaltung erst möglich machen ...
(deshalb auch ein Dank an die Organisationen, auch an die Grünen).
Ich möchte noch einige Gedanken zu Thomas, zur eigenen Motivation, auch des Erdinger Literatentreff weitergeben.
Thomas habe ich wenige Tage nach jenem 11.09.
als Referent einer Veranstaltung im Gymnasium in Kirchheim kennengelernt.
Der damalige Kontakt weitete sich auf den Literatentreff aus, und ging seitdem nie ganz verloren. So besuchte uns Thomas letzten Sommer, und im Herbst erfuhren wir von seiner Irak-Reise.
Es war naheliegend, diesen Kontakt für die heutige Veranstaltung zu nutzen.
Kurz etwas zum Erdinger Literatentreff.
Wenige Wochen nach jenem 11. September saßen wir schonmal in diesem Gebäude.
20 Personen zählte damals unser Kreis, und natürlich war der Terroranschlag und alles was sich daraus ergeben könnte, das alles beherrschende Thema.
Einhellig sprachen wir uns damals gegen einen möglichen Krieg aus, genauso tun wir das auch heute.
Zu dieser Stetigkeit paßt auch die eigene Motivation, den Literatentreff mit initiiert zu haben.
Einen runden Tisch anzubieten für einen Austausch der Worte, für einen Dialog, auch um unterschiedlichen Meinungen ein Forum zu bieten, inklusive der Bereitschaft des Zuhörens, um den Standpunkt der Gegenseite kennenzulernen, oder auch gemeinsame Lösungen zu finden.
Lernt man nicht grad am meisten durch das sich Auseinandersetzen mit unterschiedlichen Meinungen?
Und paßt es dann wiederum nicht zur Motivation, daß wir uns für Kunst und Kultur im allgemeinen, oder für ein Kultur- und Bürgerhaus engagieren?
Es geht um einen Raum kultureller Offenheit. Wer sie nicht hat, ist anfällig für Vorurteile;
ist anfällig dafür, um sich herum "Reiche des Bösen" entstehen zu lassen. Das übertriebene Streben nach Sicherheit, nach Notwendigkeit waffentechnischer Stärke und Überlegenheit ist eine Folge.
Für diese Waffen wiederum braucht es Feindbilder
- so werden auf Vernunft basierende Lösungen nicht nur unnötig, sondern gar als lästig oder störend empfunden
Wieso soll man Kompromisse schliessen?
So auch im hochgerüsteten Israel, und so abartig ist die derzeitige Situation dort, daß sich Palästinenser in Ermangelung jedweder Chancen und Alternativen in Selbstmordanschlägen in die Luft sprengen.
So findet man kaum mehr eine Diskussion um Werte,
erst recht nicht um gerechte Lösungen.
Statt dessen geht es nur mehr um egoistische wirtschaftliche Interessen (so kam Bush erst an die Macht), verbunden mit dieser schlichtesten aller patriotistischer Denkweisen, in zahllosen stahlhart-geistzersetzenden Actionfilmen in Gut und Böse aufgeteilt.
"Muskeln statt Hirn" entscheidet nicht nur über den Ausgang von Konflikten, sondern läßt diese Konflikte erst Entstehen.
Dieser Mangel an Ehrlichkeit und Moral macht mir Angst, weil sich die Gegenseite genauso wenig mit "gerechten Mitteln" legitimieren muß,
wenn sie Türme sprengt oder Gift einsetzt.
Und diese Zusammenhänge sollte jeder kennen,
auch wenn es vor allem die nicht wissen wollen, die über all unsere Köpfe hinweg und auf jeden Fall IHREN Krieg durchsetzen wollen
- gleich was ist - gleich was kommen wird.
Und auf diese Weise passieren seltsame Geschichten:
Bush als Wahlverlierer, der die Wahl gewinnt; als Sohn, der den Krieg seines Vaters nochmals führen will.
Und dann, halb Lausbubengeschichte und schon fast ein weiteres Märchen wert.
Es muß ja nicht alles mit 3 Schwestern beginnen:
Also, wie wäre es mit 8 Königen, die sich von den großen Zweien ausgeschlossen fühlen, und eine Möglichkeit sehen, wie sie sich endlich in der großen Welt profilieren können...
Und so profilierten sie sich auch noch gegen die eigene Bevölkerungsmehrheiten.
Nein, für mich sind jene Acht noch lange kein Beweis für die Zersplittertheit Europas!
Für mich zählen die Stimmen der Abermillionen Menschen dieser Staaten weit mehr!
Und danach haben wir ein vereintes Europa!
Und viele finden sich überall zusammen, um ihre eigene Stimme zu erheben
- mancher im Protest, andere im Gebet.
Nein, es darf nicht um die Stimmen der Politiker,
es muß um die Stimmen der Menschen gehen;
weil sie es sind, die durch die Macht und die Willkür der Politiker leiden und auch sterben.
Wir hier in Erding stehen nicht alleine; überall auf der Welt findet man sich zusammen, auch in diesem Moment
- und DARÜBER!, nicht über die Könige,
über die Menschen auf dieser Welt sollten die Medien berichten, überall.
Thomas!