zwischen Aufbauen und Platt machen 
offener
Architektur und Rechter Gewalt
Erfahrungen eines Erdinger Architekturstudenten in Mec Pom 

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dort, wo die NPD bei der Landtagswahl über 7 % erreichte
bei jungendlichen Erstwählern sogar 17 % der Stimmen.

 

Herr Koppe, Sie studierten in Wismar 5 Jahre Architektur, also genau in diesem Bundesland im Nordosten.
Parallel zu Ihrem Studium wurden Sie Vorsitzender eines gemeinnützigen Vereins mit jugendlichem Schwerpunkt.
Wie kam es dazu ?

 

Ich kam damals, im Jahr 1993 ja aus einer der wohlhabendsten Regionen mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit in ganz Deutschland. Wismar war das genaue Gegenteil. Die Werft als größter Arbeitgeber war gerade abgewickelt. Vor allem Jugendliche fanden kaum Arbeit. Die offizielle Quote lag bei über 25 %.

Dazu kam noch die triste Lebenssituation in den Plattenbau-Siedlungen. Das Studentenwohnheim liegt ja mitten in einer solchen Wohngegend. Nachts zogen häufig Jugendliche mit Springerstiefeln vorbei, laut Nazilieder grölend.

Eines Tags kam aus einer nahen Garage ein sich ständig wiederholender spitzer Schrei. Gerade als ich einen der Jugendlichen zur Rede stelle erhalte ich von hinten einen Schlag auf den Kopf. Ich hatte sehr viel Glück, denn die Flasche streifte mich nur, verletzte dafür einen anderen schwer. Ich rannte damals um mein Leben, floh schließlich in eine Haustür, man rief die Polizei. Selbst nachdem mich diese befreit hatte, und ich im Polizeifahrzeug saß, schrie und prügelte einer mit seiner bloßen Faust auf die Heckscheibe ein, bis seine Hand blutete.

Solche Erlebnisse prägen. Ich fragte mich danach, was kann ich selbst als Architekturstudent tun?

 

Sie gründeten einen Verein

 

Zunächst war das Studium für mich ja eine ganz spannende Angelegenheit, in dem man auch lernt, mit offenen Augen die Umgebung zu betrachten. Bei den Jugendlichen draußen sah ich offensichtlich das Gegenteil von dem was ich selbst erfahren durfte: vollkommene Perspektivlosigkeit.

Irgendwann begann ich mir ein Konzept zu überlegen, wie man die beiden Situationen zusammenbringen könnte. Es entstand die Idee eines offenen Jugendcafés, in dem bestimmte Kontaktmöglichkeiten, auch Angebote der Hochschule, Vorträge, Diskussionen an interessierte Bewohner draußen weitergegeben werden könnten. Das Projekt nannte sich dann "Café Brutto", des "Netto"-Marktes im Erdgeschoss, aber auch der Funktionen und Möglichkeiten wegen. Wir gewannen zunächst die Unterstützung des Stadtjugendrings, danach den ersten Preis der Münchner AnStiftung. Landeszuschüsse von etwa 100.000 DM wurden in Aussicht gestellt. Wir verhandelten mit Vertretern der Stadt und des Arbeitsamtes. Es ging ja auch um mögliche ABM-Stellen.

 

Schließlich wurde das Projekt doch nicht realisiert

 

Nachdem unser Verein z. B. zum Hochschuljubiläum immerhin per Solar-Shuttle den Verkehr organisierte, gab es Probleme mit dem Vermieter. Plötzlich waren viele der mündlich zugesagten Bedingungen nicht mehr gültig. Mit dem erhöhtem Preis aber stimmte unsere Kalkulation nicht mehr. Die Stadt brachte einen Alternativstandort ins Gespräch, aber dieser passte nicht zum Konzept. Während der erste Standort optimal direkt an der Mensa, und zwischen Hochschule, Altstadt und Plattenbausiedlung lag, war der neue zu weit davon entfernt...

 

Auch Ihr Studium haben Sie dann nicht beendet?

 

Wenn man ein solches Projekt leitet, wenn man Pläne entwirft, auch Finanzpläne, wenn man mit Leuten verhandelt, zu verschiedenen Veranstaltungen und Messen eingeladen wird, ... z. B. waren wir eine Woche nach München eingeladen, um vor Ort realisierte Projekte kennen zu lernen, ... kann man sein Studium nicht so geschwind fortführen, wie wenn man diese wichtige und sehr lehrreiche Tätigkeit nicht noch nebenbei hätte. So überzog ich die Regelstudienzeit.

Es war ja nicht so, dass ich in dieser Zeit das Studium aufgegeben hätte. Am Ende war ich nur mehr drei oder vier Belege vom Diplom entfernt und hatte bereits das Diplomthema ("Solargebäude im Mühlenteich"). Ich weis noch, ich kam im Sommer 1998 von einer Veranstaltung aus Köln zurück - "Euro-Solar" hieß die, in der auch der damalige Umweltminister Töpfer einen Vortrag gehalten hatte - als ich erfuhr, dass mir das BAföG gestrichen wurde. Ich hatte damals eben noch 120 DM plus Fahrt- und sonstige Kosten ausgegeben, und nun war Urlaubzeit und ich konnte die nächste Miete nicht mehr zahlen, gleichzeitig fand ich im ganzen Studentenwerk keinen Ansprechpartner mehr.

So zog ich der letzten Belege wegen ins 1000 km entfernte heimatliche Erding, wollte die letzten Belege dort anfertigen. Doch dann ging alles schief. Das Projekt, für das ich mich Jahre so engagiert hatte löste sich auf. Ich verlor den Kontakt zu den Professoren. Irgendwann erhielt ich per Post meine Exmatrikulation. Darin stand, dass ich irgendeine Prüfung nicht bestanden hätte - von dessen Termin ich nie erfahren hatte. Ich war in dieser Zeit selbst viel zu sehr am Boden, um Einspruch einzulegen, oder mich irgendwie zu wehren.

 

Trotzdem ging es dann in Erding mit dem Erdinger Literatentreff weiterter

 

Zunächst war ich arbeitslos, fast drei Jahre weder sozial- noch krankenversichert. Es ist schon bizarr - aber es ging mir nun genau so wie jenen Menschen, für die ich mich in Wismar noch engagiert hatte. Zeitweise jobbte ich bei Avon oder beim Oldenburg Verlag, zahlte Sozialabgaben, ohne nach dieser Zeit selbst berechtigt zu sein, weil die versicherungspflichtige Zeit nicht ausreichte. Da ich aber keine Leistungen erhielt engagierte sich das Arbeitsamt auch nicht für mich.

Trotzdem blieb ich aber auch in Erding engagiert und interessiert. So was steckt dann wohl irgendwie in einem drin. So gründete ich mit www.xED.de die 'Kultimative' für den Lkr. Erding. Daraus entwickelten sich zahlreiche Kontakte zu Künstlern, und schließlich war ich tatsächlich mal wieder Vereinsvorsitzender, leitete den Erdinger Literatentreff e. V.

 

Was war das Motiv dazu?

   

Ein Motiv war ganz sicher auch ein Stück des Umsetzens der Idee aus Wismar. Ich stand ja noch im Thema drin. Wobei Erding natürlich nicht mit Wismar zu vergleichen ist.

 

Gibt es neben dem Unterschied bezüglich Wohlstand und Arbeitslosigkeit noch weitere Unterschiede?

 

In Erding existierte ja kein studentisches Umfeld, damit gab es auch wenig Tradition des miteinander Redens und Diskutierens. Anstatt dass man jemanden die Möglichkeit gibt, seine eigenen Ideen und Anschauung zu erläutern, gibt es hier eher die Tendenz des des „mia san mia“, des "sowas habm wir no nia ghabt, sowas brauch ma ned".
Anstatt sich mit Neuem zu beschäftigen wartet man also viel lieber ab. Nun kann man sich ja vorstellen, was passiert, würden alle nur abwarten.
Nachdem sich aber Leute fanden, die eben nicht nur abwarteten, sondern mitmachten, ergab sich ein neues Problem, das ich unterschätzte. Eigentlich suchte ich ja nach Kooperationspartnern, sowohl bei der Stadt, aber auch bei Vereinen und Künstlern. Nicht alle, aber sehr viele sahen mich als Gefahr. Das hängt mit der konservativen Grundeinstellung zusammen, mit dem sehr ausgeprägten Denken in Hierarchien. Da bedeutet alles Neue eine Infragestellung. Das war mir zunächst nicht bewusst.

Tatsächlich bot der Literatentreff auch eine Möglichkeit des Aufbrechens solcher Strukturen - für einen selbst. So bedeutete er z. B. für mich als Moderator eine freie Form der Kommunikation - und damit der Selbstentwicklung. Es wuchs ja die Sicherheit mit der Zahl der beteiligten Personen. Wenn es Anfangs 10 Leute waren, stand ich später vor bis zu 100 auf der Bühne. Diese Möglichkeit, sich einem Forum zu stellen, galt auch für jeden anderen, der sich beteiligte. Das war wichtiger Teil des Konzepts, und entsprechend genoss ich es auch, die Entwicklung mancher Teilnehmer zu verfolgen.

Der wesentliche Vorteil am Öffnen von Strukturen war für mich, einen Austausch zu erreichen; z. B. zwischen Jung und Alt

das 25. Treffen im Seniorenheim Erding
- oder zwischen Drinnen und Draußen. Wir waren ja im Jugendzentrum, und wiederholt in Seniorenheimen, oder  inmitten strafffälliger Zuhörerinnen einer "geschlossenen" Einrichtung - der Forensischen Klinik in Taufkirchen. Wir bezogen diese mit ein, und bemerkten bald ganz erstaunliche Potentiale.
Das Wissen und die Erfahrung um eigentlich verschüttete Fähigkeiten und das Wertschätzen gerade solcher Personen scheint mir ganz wichtig. Das gilt aber ganz grundsätzlich, weil es jeden positiv beeinflusst und uns wachsen lässt
- schließlich auch miteinander als Gesellschaft.

Möglicherweise liegt dies nicht im Interesse der gesellschaftlich Verantwortlichen, vielleicht weil es ihre Dominanz und Macht reduziert - oder sie erkennen den Wert nicht, weil sie über kein Denken in Zusammenhängen verfügen.

Auch die Idee eines Kultur- und Bürgerzentrums stammte wohl aus dieser Zeit?

 

Ja, und es entstand aus der selben Motivation. Wir wollten das Projekt damals im alten Postgebäude am Bahnhof realisieren. Hier ging es noch eindeutiger darum, einen für Erding ganz wichtigen Ort der Begegnung, auch für Künstler, Vereine, aber auch für Ideen zu schaffen.
Mir erscheint unser Konzept auch heute noch schlüssig, und es wäre wohl auch finanzierbar gewesen. Der Großteil der Erdinger Bürger stand auf unserer Seite. Das erfuhren wir sowohl direkt, z. B. über Infostände, aber auch über Umfragen in Tageszeitungen und per Unterschriftenlisten.
Wir hatten unser Konzept an die zuständige Adresse weitergeleitet, doch dort wurde unser Konzept nicht einmal diskutiert, dafür aber ganz massiv angegriffen. Und die Schlagzeile in der Presse hieß dazu auch noch: "Planungen ohne den Hausherrn",
Aus solchen und ähnlichen Gründen, auch weil ich 2003 doch noch Arbeit als Gepäckfahrer im Schichtdienst am Münchner Flughafen fand, und weil es schließlich noch ein anderes Projekt gab, das sich nun richtig zu entwickeln begann, trat ich 2005 als Vorsitzender des Literatentreff zurück.

 

Um welches Projekt handelt es sich hier?

 

Ein Element des damaligen Wismarer Projekts war die MiFaZ. Bereits 1995 war im Brutto-Konzept eine lokale Mitfahrzentrale beschrieben, und mit Inna Janssen gab es ein Vereinsmitglied, das die Idee damals schon irgendwann einmal umsetzen wollte.

1999 reichte ich die Konzept-Beschreibung im Münchner BusinessPlanWettbewerb ein, suchte bereits vorher die lokale Agenda in Erding - erfolglos, und schließlich den Erdinger KV der Grünen für das Konzept zu interessieren. Nachdem der KV im Jahr 2000 200 DM überwies, ging Inna daran die erste Version zu entwickeln. Ich machte diese über www.xED.de aufrufbar - alles inoffiziell, für die Bürger des Lkr. ED, und ging damit an die Presse. Auf diese Weise kamen gerade einmal so viele Einträge zusammen, dass sich 2001 mit Puchheim und Gröbenzell die ersten Gemeinden für das Projekt interessierten, und zum ersten mal als offizielles Modul der jeweiligen Gemeinde-WebPortale.

Es dauerte dann aber noch bis 2004, dass das Konzept in seinen wesentlichen Teilen umgesetzt werden konnte. Mit der Fahrgemeinschaftensuche per Mausklick auf einer regional voreingestellten Karte war die MiFAZ intelligent geworden und fand nun immer mehr Interesse. Wir tingelten dann von Info-Veranstaltungen lokaler Agenden zu  Pressekonferenzen in Rathäusern. Im Frühjahr 2006 präsentierten wir die MiFaZ im Landratsamt Ebersberg - vor 26 Bürgermeistern.

Neben der Schichtarbeit am Airport und der MiFaZ hatte ich damit auch gar keine Zeit mehr für den Literatentreff.

 

Das endgültige Ende Ihres kulturellen und sozialen Engagements?

 

Auf keinen Fall. Aber es muss halt die Zeit passen.

 

Noch einmal zrück zu Mecklenburg-Vorpommern. Sie hatten ja Zeit und Gelegenheit, sich in diesem Bundesland ein Bild über die Situation Jugendlicher zu machen. Welchen Ratschlag würden Sie anhand des Erfolgs der NPD heute der Politik machen?

 

Auch wenn sich die Problematik damals noch kaum in Stimmen für die NPD ausgedrückt hat, scheint die Situation heute die gleiche. Gerade junge Arbeitslose haben zu einem großen Teil für diese Partei votiert - und so wie ich damals Möglichkeiten sah, für Jugendliche Perspektiven zu schaffen, so sehe ich das auch heute noch.
Natürlich geht es vor allem um Arbeitsplätze, aber es geht ganz allgemein darum, diesen jungen Menschen Möglichkeiten der Entfaltung zu bieten. Da geht es auch um Stimulation als Anregung fürs eigene Denken, um sich zum eigenständigen Individuum zu entwickeln und so gar nicht erst einfachsten Parolen gegenüber anfällig zu werden.
Die Idee des Café Brutto in Wismar war es ja, das kreative Potenzial der Hochschule zu Hilfe zu ziehen, die Hochschule also zu öffnen - gerade solchen Jugendlichen gegenüber, die ja eigentlich auf der Suche sind - auch nach Projekten und Idealen. Was wäre, wenn sich Jugendliche wie folgt austauschen: "Der Vortrag des Professors, ... oder die Arbeit des Studenten hat mir gefallen, ... oder hat mir was gebracht. Dazu möchte ich jetzt mehr wissen! ...".

Verhindert wurde die Realisierung des Projekts Brutto letzten Endes auch dadurch, dass bestimmte Strukturen nicht zusammenpassen. Wenn dir auf der einen Seite von Professoren oder Vertretern der Stadt auf die Schulter geklopft wird („Weiter so!“), während Dich andere für dieses selbe Engagement exmatrikulieren, dann ist das unabhängig vom eigenem Schicksal ein Zeichen für eine erstaunliche Nicht-Kompatiblität und ganz enormen gesellschaftlichen Reibungsverlusten. Die Frage ist natürlich auch: Wer will sich schon engagieren und seine Ideen einbringen, wenn Engagement letzten Endes bestraft wird. Konkret soll ich nun das BAföG zurückzahlen, das mir kurz vor dem Diplom gestrichen wurde.
Belohnt dagegen wird heute das schnelle Studium, ohne groß nach rechts oder links zu schauen. Wenn sich aber keiner mehr Zeit hat sich Gedanken für das zu machen, was nicht direkt mit seinen eigensten Privatinteressen zu tun hat, braucht man sich nicht zu wundern, wenn entsprechende gesellschaftliche Entwicklungen eintreffen. Für mich ist das alles sehr eindimensionales Denken.

 

Sie hatten zuvor etwas über Vorbildern, von Idealen erzählt. 

 

Eine "ideale Gesellschaft" braucht keine Vorbilder, leider befinden wir uns davon weit entfernt - was man an unseren Vorbildern erkennt. Fussballer, Boxer, Rennfahrer. Was mit einer Gesellschaft passiert, die sich solche Vorbilder leistet?

 

Haben Sie Vorbilder?

 

Rockmusiker, die sowohl Fetzen können, auf der anderen Seite aber auch Gefühl zeigen können. Peter Maffay etwa war so einer. Ich hatte selbst mal einige Titel gesungen, z. B. "Tiefer", oder "Diese Sucht die Leben heißt" - und auch aufgenommen.

Mein erstes und wichtigstes Vorbild, der mich sicher auch am meisten prägte, war mein Großvater. Hans Schmidmayer war von 1948 bis 66 SPD-Bürgermeister in Erding.
Ich spürte und wusste als Kind, dass er sich für die richtige Sache einsetzte. Es war da eine Sicherheit, die tief in ihm lag, und die weit in sein Umfeld hinein, und auch in mich ausstrahlte. Und das erhielt er auch von den Menschen zurück. Und natürlich beeinflusste das bald auch mein Denken - und damit meine politische Grundgesinnung.
Ich konnte gar nicht verstehen, wieso man in unserer Region trotzdem zumeist CSU wählte - Naja, das versteh ich bis heute nicht wirklich;-)
... was aber auch damit zu tun haben kann, dass viele Menschen einfach wenige Möglichkeiten des Austausches kennen. Da gibt es Formen der Speziwirtschaft - Max Streibl fand damals ja den sehr passenden Begriff der "Amigos" - was natürlich dem Ideal des offenen miteinander Redens widerspricht - stattdessen aber die Kultur der eingebohrten Vorurteile erleichtert.
Hier hab ich Dinge erlebt...

Vorbilder, das sind für mich deshalb auch all jene Menschen, die in dieser Hinsicht etwas positiv zu verändern suchen. Das sind Künstler, die Anregungen liefern, um sich Gedanken zu machen, sich und andere zu hinterfragen. Wir wachsen doch durch einen solchen Austausch von Ideen und Lebenseinstellungen. Dieses Wachstum hat wiederum Kritikfähigkeit zur Folge. Und die macht letztendlich die Demokratie aus.
Eigentlich wär hier der Begriff "Liberal" passend. Aber es ist natürlich ein himmelweiter Unterschied, zwischen liberal und frei im Denken und wirschaftsliberal, wo es nur noch um egoistisches Lobbyistentum von Gewinnmaximieren auf Kosten der beschäftigten Menschen geht. 

Aufgrund meines Opas war ich jedenfalls auch sehr lange in dem sicherem Glauben, dass sich "das Gute" am Ende durchsetzen wird. Ich dachte, dies sei die besondere Eigenheit jener Leute, die innerhalb einer Gesellschaft eine führende Position erreichen - dass es schließlich halt nur reife und ehrliche Persönlichkeiten schaffen, das Vertrauen der Menschen zu gewinnen - um z. B. Bürgermeister zu werden.
Das sehe ich heute inzwischen allerdings ganz anders. Sehr oft steckt da kein Idealismus dahinter, sondern Egoismus und taktisches Lavieren auf Kosten anderer. Diese Erfahrung kostete irgendwann mein damals sehr moderates Grundvertrauen - und bestimmte meinen weiteren Weg mit.

 

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