- schmerzhafte Bauchlandung nach furiosem Start
Jugendrat in Dachau

Während man mit Hilfe von Webseite, Satzung, Konstitution der 15 gewählten Mitglieder richtig professionell startete, und auch einige Projekte erfolgreich realisiert werden konnten, scheint die Initiative inzwischen gescheitert.
Was sind die Gründe? 
Wie lassen sich Fehler fürs JuPa in Erding vermeiden? 

Ein toller Web-Auftritt. 
Das Startbild präsentiert den elanvollen Auftritt eben neu gewählter Jugendräte

 

 

 


Während das im April 2008 angefertigte Protokoll Nr.2 das Abstimmungsergebnis der neu gewählten Sprecher nennt, und der Rat daraufhin auch recht flott mit der Arbeit beginnt, Jugendpreise, Jugendbegegnungen, Fußball-Turniere, Seminare, einen Skatepark mit Graffitiwänden durchsetzen kann, ...
geht ein Protokoll unter all den Aktivitäten fast unter. 
Dabei ist Im Protokoll Nr.16 vom 09.12.2008 plötzlich von Mobbing und einem Misstrauensvotum gegenüber der bisherigen Sprecherin Nanette Hierner die Rede. Während innerhalb weniger Minuten eine neue Sprecherin gewählt wird, tritt mit der abgewählten Sprecherin auch gleich noch ihr Pressesprecher aus dem Rat zurück.

xED fragte diesen nach den Gründen seines Rücktritts.
Auf was muss ein Jugendparlament aufpassen,
um nicht die selben Fehler wie bei Euch in Dachau zum Jahresende 2008 zu begehen?

Der Konflikt hat sich daran entzündet, daß Einzelpersonen ihre politischen Ambitionen höher gewertet haben, als eine sinnvolle Jugendratspolitik. Ziel war vor allem, in die Öffentlichkeit zu kommen, um einen gewissen Bekanntheitsgrad zu erlangen, da vor allem bei Partei X persönliche Bekanntheit zu Mandaten verhilft.
Ich bin dementsprechend häufig aufgelaufen mit weitergehenden Forderungen. Meiner Meinung nach hat sich der Jugendrat auch die letzte Legitimationsbasis damit entzogen.
Gescheitert ist es auch daran, daß einige Personen sehr nachtragend waren... Deshalb sind selbst nach einem halben Jahr völlig überraschend wieder Bosheiten aufgetaucht, die sich auf vergangenen Konflikten gründeten.
Wichtig ist meiner Meinung nach eine rechtzeitige Aussprache, wenn Probleme auftreten, bei denen man diejenigen, die nicht dazu bereit sind - Probleme, die sie mit anderen haben, auszusprechen - dazu bringt, die Problemstellungen doch auf den Punkt zu bringen. Eine hartnäckige und unabhängige Instanz ist dafür sehr wichtig. Der Kreisjugendring ist dabei zu empfehlen.
Weiterhin ist wichtig, daß die Arbeit nicht zu sehr formalisiert ist. Ich habe aus meinem eigenen Verhalten gelernt, das sehr auf Satzungsfragen eingeschossen war, daß das einerseits nicht viel bringt und andererseits eher bildungsfernere oder einfachere Mitglieder des Rates von der Arbeit ausschließt und ihnen die Motivation nimmt.
Am besten macht man Formalitäten im kleinen Kreis aus und klärt Projekte im großen Kreis. Wir hatten uns ab einem gewissen Zeitpunkt in Arbeitskreise aufgeteilt. Einer für Formalia und mehrere für Projekte. Ein großer Frustrationspunkt war, daß Formaliadebatten nicht im Arbeitskreis beendet wurden, sondern in die Ratssitzungen gezogen wurden. Das würde ich heute auf jeden Fall anders machen, da diese kaum Relevanz haben. Ein anderer Punkt bei Arbeitskreisen ist, daß oft Arbeitskreise von Personen angestoßen werden, die sich selbst darin dann nicht engagieren. Wenn ihr Arbeitskreise gründet, dann benennt am besten einen Verantwortlichen und macht sofort einen Termin aus. Bei der nächsten Sitzung wird das Ergebnis dann eingefordert. Anders geht es nicht, denn sonst geht nichts voran.
Wichtig ist auch, was bei uns ebenfalls einige Streitigkeiten hervorgerufen hat, daß es keine Jugendratstreffen mit Jugendlichen gibt, bei denen der Jugendrat als "gebende" und "übergeordnete" Organisation auftritt und Jugendräte ihr Amt raushängen lassen, sondern der Jugendrat zu regulären Treffen der jeweiligen Organisationen geht und dabei auch mal einfach so mitquasselt. Es bringt meiner Erfahrung nach nichts, wenn man der Veranstaltung ein festes Programm oktroyiert und womöglich aufkommende Ideen auch noch in der Sitzung von den Jugendlichen abstimmen läßt. Sinnvoller ist es einfach, sich in den Gesprächen ein paar Notizen zu machen und anschließend eine Nachbesprechung im Jugendrat macht, als die Formalia auch noch nach außen zu tragen.
So, ich denke, ich habe die meisten Konfliktpunkte samt meiner Meinung dazu niedergeschrieben. Ich hoffe, Euch damit helfen zu können.

Beste Grüße,
S.

 

Neuanfang - Im März 2010 wurden Valentin Wacht und Sebastian Leiß zu neuen Jugendratsprechern gewählt

Diskutiert wird derzeit eine zweimonatig erscheinende Dachauer Jugendzeitung, die über jugendliche Angelegenheiten und Veranstaltungen informieren soll, der Einrichtung eines Jugendcafé bzw. Jugendkulturzentrums, der öffentlichen Nutzung von Vereinsanlagen.
Im Oktober 2010 soll ein Fussbalturnier für Hobbykicker mit einem Konzert ausklingen, im Dezember unter dem Motto "Unbekannte Welten" ein Kunstwettbewerb, während im Januar 2011 der nächste Jugendpreis vergeben wird. Auch ein Film-Projekt über Freizeitmöglichkeiten soll entstehen. 

Und auch die Web-Präsenz soll demnächst wieder überarbeitet werden. Es scheint mit dem Jugendrat also wieder einiges ins Lot zu kommen in Dachau.

Kontakt: jugendrat-dachau@gmx.de