Während
das im April 2008 angefertigte Protokoll Nr.2 das Abstimmungsergebnis der neu gewählten Sprecher
nennt, und der Rat daraufhin auch recht flott mit der Arbeit beginnt, Jugendpreise,
Jugendbegegnungen, Fußball-Turniere, Seminare, einen Skatepark mit
Graffitiwänden durchsetzen kann, ... geht
ein Protokoll unter all den Aktivitäten fast unter. Dabei
ist Im Protokoll Nr.16 vom 09.12.2008 plötzlich von Mobbing und einem
Misstrauensvotum gegenüber der bisherigen Sprecherin Nanette Hierner die
Rede. Während innerhalb weniger Minuten eine neue Sprecherin gewählt wird,
tritt mit der abgewählten Sprecherin auch gleich noch ihr Pressesprecher aus dem Rat zurück.
xED fragte
diesen nach den Gründen seines Rücktritts. Auf was muss ein Jugendparlament
aufpassen, um nicht die selben Fehler wie
bei Euch in Dachau zum Jahresende 2008 zu begehen?
Der Konflikt hat sich daran entzündet, daß Einzelpersonen ihre
politischen Ambitionen höher gewertet haben, als eine sinnvolle
Jugendratspolitik. Ziel war vor allem, in die Öffentlichkeit zu kommen, um
einen gewissen Bekanntheitsgrad zu erlangen, da vor allem bei Partei X persönliche Bekanntheit zu Mandaten verhilft. Ich bin dementsprechend häufig aufgelaufen mit weitergehenden Forderungen.
Meiner Meinung nach hat sich der Jugendrat auch die letzte Legitimationsbasis
damit entzogen. Gescheitert ist es auch daran, daß einige Personen sehr nachtragend
waren... Deshalb sind selbst nach
einem halben Jahr völlig überraschend wieder Bosheiten aufgetaucht, die sich
auf vergangenen Konflikten gründeten. Wichtig ist meiner Meinung nach eine
rechtzeitige Aussprache, wenn Probleme auftreten, bei denen man diejenigen, die nicht dazu bereit
sind - Probleme, die
sie mit anderen haben, auszusprechen - dazu bringt, die Problemstellungen doch
auf den Punkt zu bringen. Eine hartnäckige und unabhängige Instanz ist
dafür sehr wichtig. Der Kreisjugendring ist dabei zu empfehlen. Weiterhin ist wichtig, daß die
Arbeit nicht zu sehr formalisiert ist. Ich
habe aus meinem eigenen Verhalten gelernt, das sehr auf Satzungsfragen
eingeschossen war, daß das einerseits nicht viel bringt und andererseits eher
bildungsfernere oder einfachere Mitglieder des Rates von der Arbeit
ausschließt und ihnen die Motivation nimmt. Am besten macht man
Formalitäten im kleinen Kreis aus und klärt Projekte
im großen Kreis. Wir hatten uns ab einem gewissen Zeitpunkt in Arbeitskreise
aufgeteilt. Einer für Formalia und mehrere für Projekte. Ein großer
Frustrationspunkt war, daß Formaliadebatten nicht im Arbeitskreis beendet
wurden, sondern in die Ratssitzungen gezogen wurden. Das würde ich heute auf
jeden Fall anders machen, da diese kaum Relevanz haben. Ein anderer Punkt bei
Arbeitskreisen ist, daß oft Arbeitskreise von Personen angestoßen werden,
die sich selbst darin dann nicht engagieren. Wenn ihr Arbeitskreise gründet,
dann benennt am besten einen Verantwortlichen und macht sofort einen Termin
aus. Bei der nächsten Sitzung wird das Ergebnis dann eingefordert. Anders
geht es nicht, denn sonst geht nichts voran. Wichtig ist auch, was bei uns ebenfalls einige Streitigkeiten hervorgerufen
hat, daß es keine Jugendratstreffen mit Jugendlichen gibt, bei denen der
Jugendrat als "gebende" und "übergeordnete" Organisation
auftritt und Jugendräte ihr Amt raushängen lassen, sondern der Jugendrat zu
regulären Treffen der jeweiligen Organisationen geht und dabei auch mal
einfach so mitquasselt. Es bringt meiner Erfahrung nach nichts, wenn man der
Veranstaltung ein festes Programm oktroyiert und womöglich aufkommende Ideen
auch noch in der Sitzung von den Jugendlichen abstimmen läßt. Sinnvoller ist
es einfach, sich in den Gesprächen ein paar Notizen zu machen und
anschließend eine Nachbesprechung im Jugendrat macht, als die Formalia auch
noch nach außen zu tragen. So, ich denke, ich habe die meisten Konfliktpunkte samt meiner Meinung dazu
niedergeschrieben. Ich hoffe, Euch damit helfen zu können.
Beste Grüße, S.
Neuanfang - Im
März 2010 wurden Valentin Wacht und Sebastian Leiß zu neuen
Jugendratsprechern gewählt
Diskutiert wird derzeit eine zweimonatig erscheinende
Dachauer Jugendzeitung, die über jugendliche Angelegenheiten und
Veranstaltungen informieren soll, der Einrichtung eines Jugendcafé bzw.
Jugendkulturzentrums, der öffentlichen Nutzung von Vereinsanlagen. Im
Oktober 2010 soll ein Fussbalturnier für Hobbykicker mit einem Konzert
ausklingen, im Dezember unter dem Motto "Unbekannte Welten" ein
Kunstwettbewerb, während im Januar 2011 der nächste Jugendpreis vergeben
wird. Auch ein Film-Projekt über Freizeitmöglichkeiten soll entstehen.
Und auch die Web-Präsenz soll demnächst wieder
überarbeitet werden. Es scheint mit dem Jugendrat also wieder einiges ins Lot
zu kommen in Dachau.
Kontakt:
jugendrat-dachau@gmx.de
|