In nackter frivoler Pose locken die Schönheiten den Blick der Besucher.
Doch der Ausdruck, mitsamt dem Leuchten wirkt überheblich dekadent,
denn bereits vor dem zweiten Hinsehen bietet die Kulisse alles andere als einen Grund zum
Happy- oder Cool sein.
Die Landschaft im Hintergrund ist tot, der Strand blutrot vom Zerteilen eines Wales,
und beim Mittleren der drei großen Bilder an der Stirnseite ist ein Menschenaffe ans Kreuz
genagelt - als gemartertes Versuchstier.
Ist dies der Menschen Natur, daß er all seinen Wohlstand nur auf deren Kosten genießen kann?
Natürlich sind Kollar (ganz links im Bild während der Vernissage) und Co. nicht die ersten, die diese Fragen stellen.
Wie lange stehen die Zeiger der Uhr schon auf 5 vor 12?
Doch Zeiger und Zeigefinger werden erst sichtbar, nachdem man sich in das Spiel lüsterner Farbigkeit
und comicartiger Bilder eingelassen hat, dann aber kommen sie plastisch und eindeutig.
Da läßt Don in Mutter Erde ein neues Embrio entstehen, doch aus wessen Genen ist es geschaffen?
Die Künstler rund um Kollar bieten Denkansöße, teilweise auch Antworten, auch wenn manche schmerzlich und tränenreich sind,
wie jener sorgende Wüstenbewohner etwa, dessen Pflänzchen von seiner Augenflüssigkeit den Lebenssaft bezieht.
Während Heike Dörfer-Wilke auf die technische Seite setzt, bei ihr wird die Erde zur Glühlampe, samt Steckdose in Richtung Sonne,
zeigt Hermine Reinprecht auf Aboriginal-Art die andere spirituelle Seite auf, Mensch und Natur im Einklang miteinander.
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