Kommentare - nicht nur zu lokalen Ereignissen im Landkreis

 

Nikolausschule

Millenium und Jazz

20 Jahre Grüne

Nachtflug?

Tellerrand

Brot und Spiele

Aljohol auf Skiern

Haste mal ´ne Mark?

Ist Strom gelb?

MilleniumIII

A 94

gute alte Zeiten

Sorry MVV

Sperrbezirk

FTP

Münchner Künstler

Tanz um die Ananas

Parkcafé live

vosicht vor e-plus!

Atelier-oxo

Stromsparen ad absurd

photovolts auf bauhof

beim Götterboten

Kulturschaffer

Agenda21

Vorfahrt Fußläufer

Mr. Nebel aus London

BSE vor der Tür

Lebensmittel pervers

Fischers wilde Jahre

 

Fischer lauf!

 

 

 

Menue

 

Kommentar zur Ausstellung in der Nikolausschule

Bürgermeister Bauernfeind hatte in seiner Ansprache recht, indem er den Wert einer öffentlichen Anerkennung herausstrich, der Möglichkeit, eigene Werke zu präsentieren, sich mit einer gewissen Hingabe auf Ereignisse vorzubereiten...
Wenn Agression, Rechtsradikalismus und Gewalt gerade unter Jugendlichen zunimmt, hat dies mit dem Fehlen von Sinn, von Entwicklung individueller und auch kommunikativer Fähigkeiten, von Selbstwertgefühl zu tun.
Wenn eine Gesellschaft die Summe seiner Mitglieder ist, ist es dann nicht sehr eindimensional und kurz gedacht, wenn Bildung und auch Kultur zum elitären Luxusartikel erhoben wird,
um mit dem eingesparten Geld Sozialpädagogen, Psychologen und Rechtsanwälte zu beschäftigen?

Ihre Meinung

.

Kommentar zur Ausstellung des Kunstvereins "Millenium II" und den parallel stattfindenden Jazztagen in Erding

Vielleicht könnte man fürs nächste mal an dem ein oder auch anderem Tag eine Symbiose versuchen; eine kurze Zeit, in der tatsächlich ein Hauch von kurzweiligen Jazz-Rhytmen in den Gassen der Stadtmitte liegt - nicht nur in abgeschlossenen Räumen irgendwo außerhalb; in der sich das Publikum für Bilder- und das für jene Klangwelten mischt. Wo besser als im Fraunkircherl wäre dies möglich?
Und jene Künstler, die meinen, das eine paßt aber nicht zu IHREM Bild, denen kann gesagt werden: Im Gegensatz zu dem Medium ihrer Kunst ist das der Musik leicht flüchtig. Es bleibt kein Schaden zurück, nur die Möglichkeit, neues Publikum anzusprechen und eine Chance der Kommunikation und Inspiration - auf beiden Seiten.

Ihre Meinung

.

Am 18.03. feiern die Erdinger Grünen ihr 20-jähriges Bestehen

Was wurde aus all den idealistischen Utopien zwischen Hirschwirt und Tagwerk?
Vor Jahrzehnten war der KV der Erdinger Grünen der Geheimtip, wenn Ideen und Engagement im ökologischen, aber auch sozialen und kulturellen Bereich auf witzig-locker-freche Art artikuliert wurden. Es war die Zeit der allwöchentlichen Mittwochs-Sitzungen im "Hirschen" mit den heute teilweise genauso legendären Protagonisten Migo, Vall, Schorsch, Christa, Franz, Hanna, Günther, Karl-Heinz, Agnes, Norbert, und einige andere mehr. Anfang der 80er war die Welt in Erding in Unordnung geraten, und es reichte bald nicht mehr, diesen bunten Kreis als "gschbinade Greane" zu bezeichnen, wenn man bedenkt, daß es im Wesentlichen gerade diese Runde war, welche die ökol. Erzeuger- und Verbrauchergenossenschaft Tagwerk gründete, die sich inzwischen längst bis hin ins "bürgerliche Lager" etabliert hat. Auch ich war von Anfang an dabei, lernte handwerkliche Fähigkeiten, als bei den Leutners in Prenning bei Dorfen überall gezimmert, genagelt, betoniert, als Gräben gezogen und Unkraut gejätet wurde; als mich Franz in der Kunst der Imkerei unterwies, und ich so bald selbst zum Herr über zwei Binenvölker wurde.

Die Zeit konstruktiver Gesellschaftskritik und großer Aktionen sind längst durch den eigenen Familiendienst ersetzt; das spielerisch-leicht Spontane von damals hat sich etabliert, wurde an ein halbes Dutzend Semiprofessionelle delegiert. Die Frage, ob sich die Grünen nicht längst überlebt haben, sei schon deshalb gestellt, weil dies Fragen sind, die ans grüne Mark und Fundament gehen (sollten).
Nun endlich, wo die lokalen Medien gerade auch der Grünen wegen sensiblisiert ist, erhält die ÖDP schon deshalb relativen Zulauf, weil sie dabei ist, endlich öffentlichkeitswirksam genug, das Rad ein zweites Mal zu erfinden.

Ihre Meinung

.

Kommentar zur geplanten Aufweichung der Nachtflugreglung durch die MFG:

Und wieder argumentiert man mit dem immer schwierigerem Wettbewerb, um dabei völlig außer acht zu lassen, daß man sich selbst an dessen Spitze stellt, da in anderen dichtbesiedelten Ländern, wie z. B. Italien gerade das heimische Schlafbedürfnis per Gesetz bestätigt wurde; entgegen aller Wirtschaftsinteressen.

Die FMG steht früher oder später vor dem Dillema, eben keine zweistelligen Zuwachsraten mehr schreiben zu können; dann nämlich, wenn selbst 24 Stunden pro Tag nicht mehr genügen, um per Flugbetrieb noch größere Fluggast- und Umsatzhöhen zu erreichen.

Vielleicht wäre vorher gerade noch Zeit darüber nachzudenken, ob der Druck auf die FMG und die Verlängerung des täglichen Flugverkehrs durch eine realitätsnähere Preisgestaltung, z. B. eine wettbewerbsneutrale Versteuerung des Flugbenzins, gemildert werden kann.

Ihre Meinung

.

Umweltskandal nicht nur in München

Laut AZ vom 18./19.12. gibt es an der Stunzschule in München-Bogenhausen einen Umweltskandal höchsten Ausmaßes. Nachdem Kinder und Lehrer an Krebs und Leukämie erkrankten oder bereits gestorben sind, ergaben Bodenproben, daß die Schule auf einem von Arsen, Quecksilber und Schwermetallen verseuchtem Gelände erbaut wurde.

Da kommt mir jener Artikel über Serbien (vom 25.10. im Focus) wieder in den Sinn, in dem von tickenden Zeitbomben in Form versickernder metallischer Pfützen die Rede ist, welche aus zerbombten Industrieanlagen stammt und den Weg ins Grundwasser längst genommen haben. Schon jetzt bedrohen hunderttausende Tonnen freigesetztes Quecksilber, Schwermetalle, Öle, Dioxine und sonstige Chemikalien die Einwohner vieler Städte oder ziehen die Donau abwärts weiter in Richtung Rumänien, Bulgarien und Schwarzes Meer.

Der scheinbare saubere Krieg trifft die Zivilbevölkerung mit einiger Zeitverzögerung dann wohl umso härter.

Ihre Meinung

Kaum hat ein Gutachten im Auftrag der Stadt München den Boden unter jener Schule als unbedenklich beurteilt (08.01.), informiert ein anderer Zeitungsartikel (tz vom 11.01.) darüber, daß der Unterricht in der Realschule Neutraubling bei Regensburg ab sofort in einem Neubau fortgesetzt wird, als sich im alten jahrelang Krebsfälle gehäuft haben.

.

Brot und Spiele

stellten schon erfahrene römische Herrscher vor gut 2000 Jahren auf eine Stufe, erkannten den Unterhaltungswert von Gladiatorenkämpfen fürs gemeine Volk, und erklärten beides zum Inbegriff für innere Stabilität und Sicherheit.

In einer Zeit, in der sich die Fans mit den Gladiatoren neuzeitiger Mannschaftssportarten an sich schon nicht mehr recht identifizieren können, weil sich die Welten zwischen beiden zu grundlegend unterscheiden, wird nun jenes ehemalige Spiel der kleinen Leute auch noch zur abgehobenen Sportart erklärt, das nur mehr den Gutverdienenden zusteht.

Die Sportart, die aus der Maloche kam, läßt nun endgültig seine Kinder im Stich. "Schau ma mal" was aus ihnen wird.

Ihre Meinung

Vielleicht ergibt sich auf diese Weise ja eine Gelegenheit, Randsportarten wie Handball, Volleyball, Hockey, oder gar Murmel spielen ins rechte TV-Licht zu rücken - oder ganz einfach das Spiel des kleinen Fußballvereins in der Nachbarschaft live zu erleben.

.

Aljohol auf Skiern

Die Verletztenliste in den Erlebnisparks der Alpenregionen steigt von Saison zu Saison. Auf den Talabfahrten geht es ab Mittag zu wie in der Kneipe, übergeben sich Betrunkene mitten auf der Piste, oder fordern häufig selbst noch in den überfüllten chirurgischen Fachanstalten mehr Fun, und endlich Schluß mit der Nachtruhe.

Bis zum Abwinken dagegen flogen zuletzt die deutschen Ski-Adler. Im Gegenzug zu Jens Weisflug noch, der sich, wie Dieter Baumann nicht nur der Zahnpasta wegen, an die Spitze der Saubermänner-Bewegung stellte, machten jene am Abend zuvor noch ein Kästchen Bier alle, und ersprangen im schweizerischen Engelberg kurz darauf die ersten Plätze. "Die Stimmung übertrug sich auf die Leistung" meinte Schmitt hernach.

Manches also verleiht der Irrglaube, mann könne fliegen, tatsächlich Flügel, wandelt sich der Traum zum erektiven Erlebnis - und damit zum Top-Ergebnis.

Ihre Meinung

Ach ja, übrigens bietet der KLJB am 29.01. eine Skitour von Moosinning aus nach St. Johann in Tirol.

.

Haste mal ´ne Mark?

Seit die CSU merkt, daß sie vielleicht bald selbst gute Ratschläge bräuchte - Waffen-Schreiber war nicht umsonst ein guter Strauß-Spezl ..., versucht sie erst gar nicht mehr, der großen Schwesterpartei irgendwelche Ratschläge zu geben.

Und während die bayrische SPD doch tatsächlich glaubt, die absolute Mehrheit der CSU in diesem Jahrhundert noch brechen zu können, wird ein 70-jähriger zum großen Hoffnungsträger der Christdemokraten, suchen diese gleichzeitig nach neuen Spendern, den nun notwendig gewordenen vorgezogenen CDU-Parteitag für dessen Inthronisation finanzieren zu können.

Ihre Meinung

Das Spendenkonto lautet: 110 63 43/01; BLZ 380 400 07 bei der Commerzbank in Bonn

Wenn sich das mit der französischen Staatsfirma "Elf Aquitaine" bewahrheiten sollte, stünden vielleicht bald Neuwahlen ganz besonderer Art an. Dann müßten die Bundestagswahlen ´92 wiederholt werden.

.

gelber Strom

"Ist Strom gelb?" lautet die Frage der Billigstromanbieter, und verschweigen, daß gelb für radioaktiv steht. Nun, die Gemeinde Bockhorn hat sich bereits für jenen gelben Strom entschieden, und solange das Atomkraftwerk nicht in Ortsmitte gebaut wird, hält sich der Protest wohl auch in Grenzen.
Doch was habe ich da vernommen: Bockhorn will das Ortszentrum neu gestalten?

Ihre Meinung

Klarstellung: laut Herrn Schoder, Geschäftsführer der Gemeinde Bockhorn, ist die Gemeinde der Rahmenvereinbarung zwischen dem Bayerischen Gemeindetag und dem Bayernwerk beigetreten; bezieht somit nicht den sog. "gelben Strom".

Die Gemeinden auf der Suche nach Billig-Strom

Die Liberalisierung des Strommarkts ließ die Preise spürbar sinken; viele Bürger, vor allem aber auch die Kommunen als Großabnehmer überlegen sich derzeit den Wechsel zu einem anderem Anbieter.
Auch wenn ein Vergleich der zahlreichen Stromanbieter mit seinen unterschiedlichen fixen Grund-, den variablen Leistungspreisen, sowie Nebenkosten unübersichtlich ist, können die Kommunen immerhin ca. 15 - 20 % einsparen; für die Gemeinde Bockhorn z. B. immerhin ca. 50.000,- pro Jahr.
Immerhin haben nun auch die bisherigen Monopolisten (z. B. Isar-Amper-Werke, Stadtwerke, ...) ihre Preise gesenkt; um bei rascher Vertragsunterzeichnung gerne auch rückwirkende Vergünstigungen einzuräumen - dies wird vor dem Hintergrund möglicher weiter fallender Energiepreise auch verständlich.
Sie machen außerdem darauf aufmerksam, daß nach wie vor sie für Wartungs- und Schadensbehebung zuständig bleiben, und damit für die Versorgungssicherheit;
außerdem trug die Verflechtung der Stadtwerke zu kommunalen Einrichtungen wie Bäder und Büchereien zu gegenseitigem Vorteil bei.
Aber auch für die stärkere Berücksichtigung regenerativer Energien auf Kosten etwas höherer Preise spricht einiges: die steigende weltweite ökologische Problematik, ungelöste Risiken der Kernkraft, sowohl vor dem Hintergrund der global verpflichtenden Konferenzen von Rio, wie der Vorbildfunktion bzw. der glaubhaften Unterstützung lokaler Agenda-Gruppen.

Zur Liste von Anbietern (Öko-Anbieter der "jungen ökologen", plus eigene Recherche).

.

Millenium III - Visionen des Erdinger Kunstvereins

Wer, wenn nicht Künstler, sind besser prädestiniert dafür, mit fein sensiblem Gespür Visionen aufzuspüren, sie mit eigenem künstlerischem Ausdruck auf Leinwände, in Plastiken oder zwischen Stühlen festzuhalten.
Die Ausstellung im Frauenkircherl (vom 10. - 20.02.) an der Schwelle eines neuen Jahrtausends bietet Gelegenheit, sich mit aktuellen Werken 30 lokaler Kunstschaffender auseinanderzusetzen; bietet nebst kultureller Kommunikation einen lokal bemerkenswerten Brennpunkt von Visionen und Inspiration.

Natürlich besitzen nur wenige Künstler eine gläserne Kugel, in der sich die Zukunft spiegelt (Christel Stenglin), und so zitieren einige ganz bewußt Legenden der Vergangenheit (Kragler), verweisen auf das noch ungeschlüpfte Zukunfts-Ei (Monika Steiger), oder den lieben Gott (Helma Pötschke).
Trotzdem ist eine Analyse der ausgestellen Themen interessant, die Palette bunt (Gabriele Schlosser), häufig hintersinnig zweideutig (Doris Dörr).
Manche fordern die Konzentration auf´s Wesentliche (Brigitte Klemm), auf´s Innere (Rosemarie Preuße), um dadurch fliegen zu lernen (Annemarie Werhazy); zur Not auch mittels technischer Hilfsmittel (Claudia Jell) sich wenn nicht zwischen Supernoven zu verlieren (Heide-Marie Otzenauer) die Vernetzt- (Mathilde Schabenberger) und Verletzbarkeit der Erde (Hans Peis) von Außen zu betrachten, um der beengenden (Liane Schober) Weltuntergangsstimmung (Wildner) und Dunkelheit (Kirsten Knauft) Lichtstrahlen (Heidi Gerhardinger), goldenen Regen (Josefine Pavlik), ein Stück Toscana (Paul Thalmeier), Tanz (Jutta Ille), vertrauensvolle Liebe (Hannes Döllel), und schließlich die Geburt neuer Hoffnungsträger (Helma Frede) entgegenzusetzen;
dazu Demokratie (Silvia Pahl-Leclerque) ohne Heere von Geldkofferträgern (Gottfried Bach) ohne selbsternannte Weltpolizisten (Annemarie Sartini) sich unmanipuliert (Monika Steiger) mit den letzten frei lebenden Kreaturen (Paulo Gordo) zu identifizieren,
um Frieden auf ganz kindliche Weise (Hannelore Stephani) zu fordern, oder indem man erwachsen-konstruktiv Stühle zur Kommunikation bereitstellt (Sabine Penzenstadler).
Schließlich gibt Kirsten Knauft die Frage an uns weiter: "Und wer bist Du?"

Bilder der Ausstellung "Millenium II - Erinnerungen"

Bilder der Ausstellung "Millenium III - Visionen"

.

mit der A94 direkt ins Ozonloch

Sämtliche Wissenschaftler, die sich mit dem Phänomen der immer dünner werdenden Ozonschicht beschäftigen, warnen uns seit langem vor der harten Strahlung, welche bald immer bedrohlicher durch die löchrigere Schutzschicht dringt; erklären, daß wir uns mitten in einer Klimaveränderung befinden.
Während jene vor allem den gestiegenen Pkw-Verkehr dafür verantwortlich machen, ist zwischen Politikern und Bürgern, zwischen Lobbyinteressen und Vernunft ein seltsamer Wettlauf im Gange.
Die Frage ist nun, ob die Fertigstellung der A94 noch vor Auflösung der Ozonschicht realisiert werden kann.

.

gute alte Zeiten

Auf welche Weise werden wir uns in einigen Jahren jener Zeiten erinnern, in der das Jahrtausend grad eben erst begonnen hat;
als es durchaus noch möglich war, keine eigene Web-Seite zu besitzen, um seine Post noch in Briefkästen zu finden; wenngleich dieser auch voll war, vollgestopft von unzähligen bunten Prospektchen und diverser lokaler Werbezeitungen.

Dies war auch die große Zeit der orange- und sonstigfarbenen Altpapiercontainer, in welches man dies alles, meist ungelesen, zu befördern hatte; wenn es nicht der Zeitungsjunge von sich aus schon tat, indem er sich gleich stapel- und kiloweise seiner Last entledigte, um nun ebenfalls von längst vergangenen "guten alten Zeiten" zu schwärmen.

Doch seien wir objektiv; vielleicht werden auch die "neuen Zeiten" ertragenswert.
Vielleicht lassen wir uns eben nicht von ihnen überfahren, setzen uns statt dessen selbst mit in die Pilotenkanzel, um den Kurs mitzubestimmen; vielleicht nutzen und gewöhnen wir uns ganz kreativ an die neuen Möglichkeiten und erkennen gar deren sinnvoll-ökologische Vernetztheit und müssen demnächst auch nicht mehr von einem Stau zum nächsten hetzen, wenn dies manch geleistete Arbeit "online" per Datenhighway tut.

.

Sorry MVV

In großen Lettern veranstaltete jüngst der Personennahverkehr seine Entschuldigungsturnee seiner zahlreichen Verspätungen wegen, gelobte Besserung und verteilte Gratis-Fahrscheine.
Pech hatte, wer zur richtigen Zeit am falschen Ort, oder verspätet am richtigem eintraf.
Noch mehr Pech hatte, wer leer ausging und zugleich vom Monatswechsel überrascht dem erstbesten Kontrolleur gegenüberstand.
Leider hilft dann weder das dicke vergilbte Bündel regelmäßig erstandener Monatskarten noch das nachträgliche Besorgen der Aktuellen, und auch nicht der halbstündige Aufenthalt im von Leidensgenossen überfülltem Warteraum des MVV; indem rasch jener Witz die Runde macht, daß wohl auch diese Aktion nicht klappt, sich bei den Fahrgästen zu entschuldigen.
Im Gegenteil: sobald man endlich für zwei Minuten seinen Fall zu beschreiben sucht, wird man zum unlieben Störfaktor erklärt - auch für die Nachfolgenden.
Leider kam ich wieder einmal zu spät zum nächsten Termin, und auch ab wann sich durch xED oder sonstwie Geld verdienen läßt weiß ich auch noch nicht, geschweige wie ich diese 60 DM zahlen soll.

.

Sperrbezirk

Was hat xED mit SEX zu tun?
Immerhin 2/3 seiner drei Buchstaben!
Und sonst?
Da Erding nach einstimmigem Ratsbeschluß (von CSU bis Grüne) zum Sperrbezirk erklärt worden ist, und xED eigentlich nur berichten soll, was sich innerhalb des landkreislichen Rahmens tut, ist zu befürchten, daß xED auch weiterhin sauber und wohl geordnet bleibt.

Wenngleich, und da kreuzen sich der moralisch rätliche Zeigefinger mit meinem individuell-ästhetischen Blick, mir nackt Menschliches in irgendwelchen Hinterhöfen lieber ist, als oliv- bis moosgrüne Bomberpilotenjacken, die übern "roten Platz" flanieren.
Und wenn obige Finger uns dann jenen unaussprechlichen Buchstaben wegen
nach München zu weisen suchen, so erinnert auch das eher an Hilflosigkeit als an Selbstbewußtsein, in welchem Herausforderungen im allgemeinen, z. B. auch im Lokal-Kulturellem nicht als Chance, sondern eher als heimliche Gefahr gelten.

Dabei wäre es nebst harmonischen Ratsbeschlüsen und äußeren Zuckergußfassaden für die demokratische und kulturelle Entwicklung eigener Persönlichkeiten auch wichtig, Ecken, Kanten und Reibungsflächen durchaus zuzulassen; und damit sowohl ganz praktische Foren als auch Milleus, um sich mit ihnen per Argumenten messen und auseinandersetzen zu lernen; anstatt mit Vorurteilen und Gewalt.

 

FTP (Fast Ten Point)!

Nein, mit diesem Ergebnis hatten nicht einmal die Möllemänner eben jener Yellow-Partei gerechnet
Die Punktlandung des Polit-Entertainers "Der mit dem Winde tanzt" ging eigentlich vollkommen daneben, gab man doch die auch so schon sehr optimistische Acht auf den Wahlplakaten vor.

Im Zeitalter der Informationsüberflutung zählen weniger sachliche politische Argumente, sondern ob eine Person mit flotten Sprüchen, mit Action und Fun zielgenau in unser immer schwerer zu öffnendes Unterbewußtsein eindringt.
Aus der Lehre der Nordrhein-Westfählischen Wahl dürfen wir gespannt sein. Es sind bisher nur Gerüchte, daß sich auch in unserem Landkreis Mitglieder einer hier nicht näher genannten Partei geschlossen zum Fallschirmspringen angemeldet haben.

 

Münchner Künstlergruppe im Frauenkircherl

Nachdem man als ´68er Student noch durchaus politisch den Aufstand gegen das Establishment versuchte, war die junge Münchner Künstlergruppe rund um das Kollektiv Herzogstraße, zwischen 75 - 78 dabei, die bis dahin vorherrschenden objektivitätssüchtigen Konzepte auf künstlerische Weise in Frage zu stellen.

Diri Strauch, Helmut Sturm, Helmut Geierstanger und Thomas Niggl gelten als wesentliche und auch typische Protagonisten hiesiger Kulturwelt, deren Werke heute, teils empatisch-expressiv, teils punkhaft frech, grellfarbig oder düster agressiv, in zahlreichen Ateliers, z. B. der Galerie Atzinger oder der Lehnbachgalerie, vertreten sind.

Bis 27.05. ist eine Auswahl der Arbeiten im Erdinger Frauenkircherl zu begutachten.

 

Frisch aus dem Stadtrat: "Tanz um die solargoldene Ananas" (30.05.00)

Vorbildfunktion, Klimabündnis, Agenda 21 – Die Gründe für den Stadtrat, Solarenergie zu fördern, gab es schließlich einstimmig.

Nur die Frage nach dem wie, und wer nun (SPD oder Grüne?) den wesentlichen Antrag dafür einbrachte, erhitzten einige Gemüter; was durchaus für die wenigen Besucher den Vorteil mit sich brachte, noch einmal eine Zusammenfassung der letzten entgangenen Sitzungen und damit auch einige der Fraktions-Wortführer mitzuerleben; also Brandes (SPD), Gotz (CSU), Bürgermeister Bauernfeind (FW) und Walter, der die Position des entschuldigten Becker (Grüne) aufzunehmen suchte.

Dieser wollte den bestehenden Grundsatzbeschluß auf "eine" Anlage nochmals konkretisiert wissen, während die SPD laut Antrag vom 30.03. bereits den Busbahnhof am Kreiskrankenhaus für eine entsprechende Anlage gestellt hatte, von der allerdings nebst Grüne auch andere Fraktionen nur recht mangelhaft unterrichtet schienen.

Damit bleibt alles so wie es war: es gibt noch einen zweiten (am städt. Bauhof) oder eventuell (Bauernfeind) auch den ein oder anderen weiteren Standort für eine Solaranlage; und der Antrag der Grünen auf "eine" wurde zur "allgemeinen" Förderung gebogen. Konkreter wird es wohl erst nach Fertigstellung eines in Auftrag befindlichen Gutachtens.

Wie wäre es z. B. mit diesem Standort?

 

Live aus dem Parkcafé (03.06.00) Die abend- bis tiefnächtliche Luft schwirrte, war heiß und melodiös als die 16 - 17-jährigen BONIFAZ Prechtl und Matt Gressini die Saiten zu Hymnen der Rockklassik wie den Dire-Strates in Bewegung versetzten und auch im vokalen Bereich höchst beachtliche Kostproben bereits erster Eigenkompositionen abgaben.

Um einiges härter und rauher war die Gangart von "Hang Man Tom" rund um Helmut Dengl und Tom Mayr, die dieses Konzert bereits im zweiten Jahr organisierten, und denen auch für möglichst viel noch Kommendes im eher engem Wirtsstüberl kräftig "Zugabe" applaudiert wurde.

 

Vorsicht vor e-plus 

Angenommen, Sie sind Kunde bei e-plus, haben ein Handy, aber bezahlen die fälligen Rechnungen trotz wiederholter Mahnungen nicht; dann kommt irgendwann ein Gerichtstermin auf Sie zu, zu dem Sie geladen werden, und das Sie garantiert verlieren.

Stellen Sie sich nun aber bitte vor, Sie mühen sich darum, in Telefonanrufen und zahlreichen Briefen, diese Rechnung bezahlen zu wollen, bis Sie schließlich ein Gerichtsschreiben in Händen halten, dass Sie einen Rechtsstreit verloren hätten, weil Sie eben jene Rechnungen nicht bezahlten und zu einer Gerichtsverhandlung nicht erschienen seien, zu der sie nie eine Einladung erhalten haben.
Sie glauben ich scherze? Stellen Sie sich nun aber bitte vor, dies sei Realität.

Sie erkundigen sich also im zuständigem Amtsgericht nach der Richtigkeit des Verfahrens; man verweist Sie ans Landgericht. Sie schreiben also die dort zuständige Stelle an, man wertet ihr Schreiben dort Einlegung einer Berufung, wobei weitere Kosten auf Sie zukommen.

Ich weiß, Sie glauben an einen einen schlechten Scherz? Aber bitte, lesen Sie weiter

... und stellen sich vor: ein Teil jener Briefe ist vorhanden; auch an Freunde, denen Sie vor langer Zeit die Situation beschrieben hätten (Motto: "e-plus meldet sich nicht"); stellen Sie sich vor, eine Rechtsanwältin könne bezeugen, dass Sie sich deshalb von ihr beraten ließen, und auch ein Schreiben der Post A.G. gibt es, aus dem hervorgeht, dass Sie dort zwecks evtl. verlorengegangenen Briefe nachforschten.

Nun stellen Sie sich vor, das Streitobjekt sei gar nicht Ihr privates, sondern Sie hätten jenes Handy als Vorsitzender eines gemeinnützigen Vereines per Mitgliederentscheid erhalten; hätten nur die Unterschrift zum Vertrag in Vertretung des Vereins geleistet.

Und dann stellen Sie sich bitte vor, daß demnächst eine eidesstaatliche Versicherung von Ihnen erwartet wird, dass Ihr Vermögen offenzulegen sei; weil Sie das Geld nicht zahlen können, das die Gerichte von Ihnen fordern.
Man droht, dass Sie bei Nichterscheinen wegen mangelnder Kreditwürdigkeit kein Unternehmen mehr führen dürfen, und daß ein Haftbefehl gegen Sie beantragt wird.

Vorsicht: diese Geschichte ist NICHT frei erfunden. Dies ist die Geschichte, die ich derzeit durchmache. Da sich das Gericht dafür nicht interessiert, gebe ich sie ab sofort für jeden Bürger zur Nachprüfung frei. Urteilen Sie selbst.

Hiermit beschuldige ich e-plus der Schlamperei, eingegangene Briefe nicht richtig weitergeleitet, bzw. darauf nie darauf reagiert zu haben - Dies zu wissen, sollte auch für deren weitere Kunden von Interesse sein! 

Lag es früher noch im Interesse der Firmen, Missverständnisse auf normalem Weg auszuräumen, gehen Großunternehmen wie e-plus immer mehr dazu über, eng mit sog. Inkasso-Gesellschaften (z. B. der Kanzlei Dr. Seegers – Dr. Frankenheim & Partner in Hamburg) zusammenzuarbeiten, deren Sinn darin besteht, ihr juristisch hochkarätig besetztes Spezialistentum auch mit aller Macht auszuspielen - zum Nachteil der Bürger, welche sich diesen geballten Rechtsapparat nie leisten können. Je ungleicher die Waagschalen mit juristischen Schwergewichtern aber besetzt, desto selbstbewußter und schneller droht man mit Gericht.

Da der höchste Grundsatz einer Rechtsprechung auch weiterhin damit zu tun haben sollte, im Sinne von Gerechtigkeit zu wirken (was die Gelegenheit einschließt, diesen Standpunkt auch zu verteidigen), werde ich ihm (den Grundsätzen wegen) nicht Folge leisten können. Er verdreht sich ins Gegenteil, wenn Vertreter gemeinnütziger Organisationen (z. B. -> "Brutto e. V.": 1998 Innovationswettbewerbssieger) im Zuge untadlig engagierter Tätigkeit zu gemeingefährlichen Verbrechern verurteilt werden.

Falls man mich dafür einsperrt, wünsche ich, daß die Medien über e-plus und diese Angelegenheit berichten. 

Walter Koppe (sich noch im Freien befindlicher Autor und Initiator von xED)

 

oxo - Atelierhaus in der Bräuhausgasse (02.07.00)

womit hat Erding das verdient? Seit heute befindet sich eine Künstler-Kommune mitten in der erdinger Innenstadt.
Doris Dörr, Sabine Penzenstadler, Monika Scheibe, Helma Maria Frede undHarry S. (Seeholzer).
Wer kennt
Harry noch nicht? Und wer kennt das Lied von Reinhard Mey und den Musikanten nicht, die nun in der Stadt sind, und von denen man nun "Erbarmen" fordert.
Vielleicht ist dieses Lied auf Provokateure im allgemeinen anzuwenden, welche die Grenzen ein wenig großzügiger stecken und selbst religiöse Bildmotive auf eine Art verfremden, die nun ... (an dieser Stelle schweigt der Autor lieber). 

Im Ernst: das Atelierhaus ist eine Bereicherung, sowohl für die beteiligten Künstler, welche per direkterem Austausch und Inspiration gegenseitig voneinander profitieren; aber genauso für Kunstinteressierte und das kulturelle, damit gesellschaftliche Leben der Umgebung. Der bunte Farbtopf in der Bräuhausgasse bietet eine entscheidende Möglichkeit mehr, sich mit Methoden, Kunstformen und den Künstlern selbst incl. deren Vorstellungen auseinander zu setzen; auf ganz lockere Weise sich selbst sein eigenes Bild über die Kunst und die Beteiligten zu machen - ohne Vorurteile, sondern eben in der praktischen Auseinandersetzung mit ihr - fast wie in einer richtigen Hochschulstadt. 

 

Stromsparen ad absurdum (04.07.00) läuft der ödp zufolge der Kompromiss zwischen SPD und Grünen auf der einen und der Atomwirtschaft auf der anderen Seite, wenn Restlaufzeiten nicht in Jahren sondern in kwh gemessen wird, sei dies kein Grund zum Energiesparen; für Leute, die einen raschen Ausstieg wollen ein Gegengrund dafür, Energiealternativen zu nutzen und zu entwickeln.

Laut Michael Bettinger (Veranstaltung vom 04.07. im Weissbräu Erding) werden die Kosten für Atomstrom von deren Lobby schöngerechnet, da Entsorgungskosten und Risiken hier nicht ausreichend eingerechnet werden. Aus diesem Grund fordert die ödp eine sofortige Haftpflicht für die deutschen Atomkraftwerke, und wirbt derzeit dafür in einer bundesweiten Unterschriftenaktion (z. B. nächsten Samstag-Vormittag am Kleinen Platz /Ecke: Friedberger).

Mehr Info gibt’s im Netz unter: www.atomhaftpflicht.de

 

Photovoltaikanlage auf erdinger Bauhof (05.07.00)

Der ursprünglich leicht favorisierte Standort Busbahnhof (besserer Bezug zur Öffentlichkeit) hatte schließlich vor allem wegen konstruktiver Zusatzaufwänden, aber auch komplizierteren Instandhaltungs- und Säuberungsmaßnahmen das Nachsehen.

Den Kosten von ca. 480.000 DM stehen (bei 99 Pf Vergütung pro kwh) Jahreseinnahmen von ca. 29.000 DM / Jahr entgegen.

Dies heißt, dass nebst der Entscheidung für eine gute Sache, Förderprogramme berücksichtigt, die Kosten in ca. 15 Jahren amortisiert wären.

 

Beim Götterboten  (07.07.00)

dies war eine Vernissage, die Erding, zumindest das Frauenkircherl, bis heute selten erlebt hat!

Herr Grill aus Isen, Pastetten oder Markt Schwaben (dort ist er jedenfalls Obergärtner – äh, jedenfalls Lehrer im Gymnasium) und seine zahlreiche Helferschar, beeindruckte das vollkommen überfüllte Heer Kunstinteressierter und Neugieriger auf eine sinnumfassende Art. Dabei hielten sich die unterschiedlich-bunten Programmpunkte durchaus innerhalb des selbstgesteckten Gartenzauns.

Nein, seit Grill weiß nun jeder, dass Gärtnern überhaupt nichts mit langweilig-eintöniger Rächnerei zu tun hat (nicht nur wegen des dritten Gläschens Rotwein); dass,  sobald man in die Sonne guckt und dabei mit den Augen zwinkert, kreativer Gartengestaltung nichts mehr im Wege steht.

Hintersinnig und amüsant sind die farblosen Bilder, da wurden Modelle aus dem Bekanntenkreis zu deutschen Gartenzwergen, griechischen Skulpturen von Diskuss- oder Speerwerfern oder freizügigen Göttinnen kunstvoll auf Sockel gehoben. 

Und dazu klimperte dann von 19 - 23 Uhr (!) das Klavier, gab eine verwandt-bekannte Kritikerin Einblick in private Bereiche, dichtete und sang Elke Deuringer ein Lied über den Motiv-Sucher Grill, wurde eine Designermoden-Performence rund ums Thema Garten aufgeführt, mühte sich gegen Ende hin eine ganze Combo, noch Gehör zu finden, während eine Tombola veranstaltet wurde, bei der Bilder und T-Shirts gewonnen werden konnten, und die Vernissage stimmungsmäßig immer mehr zu einer schwülwarm-heiteren Garten-Party sich entwickelte
- wobei hiermit auch ein privater Gruß an die Lehrerin aus München geht. Ach ja: die Ausstellung mit den Schwarzweiß-Fotos von Reinhard Grill dauert noch eine Woche. Unbedingt reinschaun!

 

Kulturschaffer (22.09.00)

Was, oder wer ist eigentlich Kultur? Ist diese Frage hier nicht längst überfällig - innerhalb eines Mediums, welches K.ULT sein möchte?
"Kultivieren" heißt ja eigentlich "urbar machen"; also verändern einer gegebenen Umwelt, um eigene Bedürfnisse zu befriedigen.
"Hochkulturen" entwickelten auf diese Weise soziale Netze und Philosophien, und schließlich das, was wir heut unter Kunst verstehen - im Bereich der Musik, Malerei, Architektur, Schauspiel oder Dichtkunst.
Für konservate Kreise war der Lauf der neuen Moden häufig Sinnbild des nahenden Weltendes.
Doch seien wir auch hier und heute unbesorgt: auch wenn manch offizielle Stellen in dick aufgetragenen Laudatien Kulturpreise viel lieber an Kulturbewahrer vergeben als an -schaffende, gibt es davon noch genügend im konservativsten Sinne seiner Bedeutung.
So lasst euch denn sagen, ihr jungen Musiker, ihr Maler, Breaker, Designer, Theaterspieler, Schriftsteller oder Philosophen: die wahren Kulturschaffenden, das seid ihr, die kleinen Sucher und Experimentierer, die unsicher vortantastend neue Wege ausprobieren, um sich dabei innerhalb gesellschaftlicher Rahmen selbst zu entfalten, auch wenn sie stolpern und nie einen Preis gewinnen. Wichtiger als Pokale, Medaillen und Urkunden sind Gelegenheiten, sind Räumlichkeiten und Bühnen, in der sich Kultur wie Künstler entwickeln können.            
-> Kulturpreisverleihung am 24.11.00

 

Agenda 21 (08.11.00)

Agenda 21 heißt das Streitwort, das derzeit in vielen Zeilen heimatlicher Presse (Erdinger SZ vom 03., 07. und 08.11.) für Schlagzeilen sorgt und Erding spaltet, was mich im übrigen nicht wundert, da es selbst Ursache dieser Spaltung ist.

Nein, die SZ hat mit ihrem kritschem Artikel weder etwas erfunden, noch hat sie durch die Befragung einzelner ehemals Aktiver die Situation überspitzt dargestellt, wie Frau Satzinger es in ihrem ironischem Leserbrief (07.11.) theaterreif inszeniert hat.

Während ich bis dahin vorzog, darüber zu schweigen, möchte ich hier nun doch einiges an selbst erfahrenem weitergeben.

Bevor ich 1998 in meine Heimatstadt zurückkehrte, hatte ich an verschiedenen anderen Orten Erfahrungen mit unterschiedlichen Gruppen sammeln können, war einige Jahre selbst Vorsitzender eines gemeinnützigen Vereins, doch nirgendwo zuvor hatte ich ähnliches erlebt.

Nachdem ich meinen eigenen Pkw für den Aufbau eines lokalen Car-Sharing-Systems der Agenda zur Verfügung stellen wollte, nahm ich nach Rücksprache Kontakt mit dem Freisinger Car-Share-Verein auf. Ein Mitglied sagte mir auch für eine Info-Veranstaltung der Agenda sein Kommen zu,  bei der auch ein Dorfener Car-Sharer sein Projekt vorstellte.

Ich weis bis heute nicht, wieso dieses Treffen nie zustande kam, habe nur erfahren, daß der Freisinger von Personen der Agenda hinter meinem Rücken wieder ausgeladen wurde.

Im Anschluß darauf suchte ich nach einem klärendem Gespräch. Doch auch dies kam nie zustande. Noch einige Zeit stand der von mir angebotene Pkw ziemlich ungenutzt herum, Kosten und Nutzen wurden nicht geteilt und die Chance in Erding ein Car-Sharing-System aufzubauen war vertan.

Eine weitere Idee, welche ich zuvor bereits ebenfalls im Verbund mit der Agenda zu realisieren suchte, war die Etablierung einer lokalen Mitfahrzentrale per Internet. Auch dafür schien zunächst Interesse vorhanden, doch plötzlich war diese verschwunden. Nachdem ich dieses Projekt ohne Zutun der Agenda zusammen mit einer Partnerin entwickelt hatte (sie ist inzwischen über "www.xED.de" für den Landkreis Erding im Netz), suchte ich erneut um Kontakt, um dies wenigstens nachträglich zum Agenda-Projekt zu erklären; auch, um es auf diese Weise gezielt an ein ökologisch interessiertes Publikum weiterzuleiten. Wieder keine Reaktion - übrigens wieder einmal im Unterschied zu Initiativen anderer lokaler Ebenen, z. B. Ansbach oder Dillingen; außerdem auch einem größerem Softwareunternehmen, welches das Konzept demnächst auch für andere Ebenen auf richtig professionelle Bahnen stellen wird.

Was soll man von Leuten denken, die wegen Arbeitsüberlastung jammern und nicht erkennen, daß die "gebratenen (Öko)-Tauben" in der Luft herumflattern, sie eigentlich nur die Arme öffnen bräuchten.

Was soll man über Leute denken, die gerne bei jeder Gelegenheit ihren persönlichen moralischen Zeigfinger benutzen, aber in der Praxis Projekte verhindern und ganz offensichtlich Ausgrenzung betreiben? Mir jedenfalls war lange sehr kalt in Erding.

 

Vorfahrt für Fußläufer (16.11.00)   - nneuerer Bericht zum Kreiskrankenhaus ED (2010)

Schade, man streitet sich nicht. Die Innenstadt ist einfach zu schön dazu, und sogar der kleine Kreis chronischer Kritiker kapituliert.

Zwar mag es durchaus unterschiedliche Meinung zum etwas biederem Brunnenmotiv geben, denen das golden und silberne Blitzen inmitten von bunten Zuckergußfassaden unterm blauem Abendhimmel zu kitschig ist.

Zwar mag es Autofahrer geben, die nun auf den dürftigen Rangierraum der Langen Zeile schimpfen, und auch manch Motorradfahrer, der auf dem ungewohnten Klopfsteinpflaster nun nicht mehr in 6,9 Sekunden von 0 auf 100 beschleunigen kann.

Vorfahrt haben die Fussgänger, die ab sofort auf Gänsemarsch verzichtend auch nebeneinander gehen können.

Die Autofreiheit im Innenraum findet seinen Preis jedoch im Außen. Dort wo bisher Grün war, wird derzeit eifrig asphaltiert. An der Krankenhausstraße zum Fehlbach, am ehemaligen Bauhof zur Sempt, oder am Volksfestplatz zu den Tennisplätzen hin, um nur einige zu nennen. Traurig, wenn man bedenkt, wie viel Platz damit der Natur weggenommen und versiegelt wird; und auch wenn man bedenkt, welch finanzieller Wert kostbaren Wohn- und Spielraums damit vernichtet ist.

Dabei verrechnen sich die Planer. Der Trend zum Auto, zumindest zum Einzelfahrer wird auch wieder abnehmen, aus finanziellen und ökologischen Notwendigkeiten, weil Lärm, Abgase und Widerstand gegenüber neuen Straßen zunehmen, weil eine Person nur schwer mehrere Fahrzeuge gleichzeitig lenken kann, und weil es wohl bald auch neue Möglichkeiten geben wird, ohne sein eigenes Auto von einem Ort zum andern zu gelangen.

Dies war jedenfalls die Motivation, eine Mitfahrzentrale für die Region Erding zu initiieren, zwischenzeitlich auch ein recht komplexes Konzept dazu zu finden, dessen Umsetzung derzeit von professionellen Softwareunternehmen für einen größeren Markt geprüft wird.

Auf das, daß nicht nur die Innenstädte lebenswert erscheinen. Mehr Kitsch für die Außenräume!

 

Ein Treffen mit Mr. Nebel aus London (29.11.00)

Na gut, so hab ich mich halt überreden lassen, ein Spaziergang in der Novembersonne soll gut tun, hat sie mir gesagt. und wer kann schon sagen, ob dieser Spätherbst noch mal ein angenehmeres Herumlaufen zum Sauerstofftanken zulässt.

Ich mein, jetzt wo die Straßen und Plätze schön hergerichtet sind, und nun auch der Christkindlmarkt aufgebaut ist, rentiert sich auch ein Rundgang in Richtung Stadtmitte. schau mer mal...

Doch da schau her - aber nicht sehr weit. So schräg hinter mir aus den nördlichen Niederungen in Richtung Erdinger Moos erkennen wir einen recht eiligen alten Bekannten, der uns zu überholen beginnt. "Hallo Sir" grüße ich noch und setz mir meine Kappe ein wenig fester auf. Einige Sekunden später hat er die Sonne in einen Grauschleier gehüllt und wir eilen fröstelnd zum Glühweinstand. Mr. Nebel aus London hat uns dazu eingeladen, zwischen Irrlichter und Kerzengeschimmer. Das macht er jedes Jahr so.

 

sehr umfassende und aktuelle Info zum Thema BSE <- hier>

TAGWERK-Erzeugerliste

BSE vor der Haustür (05.01.01)

Nun ist gerade das passiert, was vor Monaten keiner für möglich hielt, weil Qualität aus Deutschland, und grade dem bayuwarischem Teil dem Verbraucher als höchstes Markenzeichen galt.
Wer oder was ist nun daran schuld, daß nun selbst in sog. Vorzeigebetrieben wie der bei Zolling, nur wenige Kilometer vom Landkreis Erding entfernt, den Erreger des auf Menschen übertragbaren Rinderwahnsinns nachgewiesen wurde, was wiederum auch Landwirte und Lokalpolitiker zu tiefst verunsichert.
Doch ist in Wahrheit nicht ein Kartenhaus zusammengestürzt, das längst nur mehr nach außen hin als stabil angesehen werden durfte?
Weder der Schein geliebtgelebter bäuerlicher Traditionen, noch vollmundiger Politikerreden, zu denen dann ganz demonstrativ Rinderbraten serviert wird, beinhaltete irgend höhere Zauberkraft, um das Böse (das nicht sein darf) recht öffentlichkeitswirksam zu beschwichtigen, um uns Verbraucher höchst leichtfertig in falscher Sicherheit zu wiegen. - "Ich springe jetzt aus dem 12. Stock, das ist vollkommen ungefährlich! - folget mir!".
- dabei wäre es weit ungefähricher, diesen Sprung erst dann zu wagen, nachdem die höchste Spielkarte offen am Boden liegt.

Nun haben Katastrophen des öfteren auch ihr Gutes.
Die Qualität unserer Nahrungsmittel als die Grundlagen unserer Existenz mit all seinen ökologischen Auswirkungen auf Boden und Grundwasser erhält endlich seine längst verdiente Aufwertung.
Und nebenbei ernten nun all die, die vor 10 oder 20 Jahren viel belächelt bei Franz und Christa in Prenning dem ökol. Landbau verschrieben haben, und die
ökol. Erzeuger- u. Verbrauchergenossensachaft TAGWERK für ein ranziges Butterbrot und ein Neumarkter Lammsbräu aufbauten, die schreinerten, betonierten oder Unkraut jäteten eine sehr spätete aber verdiente Anerkennung.
In diesem Zusammenhang verweise ich doch auch viel zu sehr gerne auf die
TAGWERK-Erzeugerliste.

Das Thema BSE bietet in nächster Zeit einiges mehr an Information und auch an Veranstaltungen.
So z. B. am
01.02. im Dorfener Tagwerk-Zentrum. Unter dem Motto "Landwirtschaft wohin?" referieren Sigi Pschibul und Toni Wollschläger

Pervers - nur unsere Lebensmittelindustrie? (12.01.01)

Oder sind wir es vielleicht sogar selber, weil wir gar nicht wissen wollen, auf welche Weise unsere Nahrung entsteht. Der Mensch als Krone der Schöpfung? Schöne Worte, doch welche Ethik vertritt er eigentlich gegenüber seiner Umwelt - und gegeüber seinen ihm anvertrauten Lebewesen?
Wir essen Fleisch, und wollen nichts über dieses Stück Leben und Sterben wissen während wir es uns mundgerecht mit Messer und Gabel zerteilen, weil uns dieses Wissen den Appetit verderben könnte.
Oder man glaubt Vegetarier zu sein, und nimmt den größten tierischen Abfall zu sich - unbewußt in Form von eigentlich gesundheitsfördernder Pillen - sogar noch von Ärzten verschrieben; wir nehmen es als Obstkuchenzulage zum sonntäglichen Kaffe bei Freunden ein, oder die als besonders sportiv Gesundheitsbewußten durch Joghurt, und unsre lieben Kleinen als bunte Gummibärchen - wetten daß ...?
Die Rede ist von Gelatine, und dieses besteht nun halt aus jenen höchst bescheidenen tierischen Abfallstoffen.
Irgendwo müssen all die Leichenberge ja nun mal hin, also zusammen mit einer Reihe anderer geheimer Substanzen aus den Laboratorien, z. B. Aroma- und Geschmacksstoffen, Konservierungs- oder Farbmittelchen gut verrühren und in Plaste eingetütet, verbechert oder sonstig verschweist, so daß mensch ähnlich den Rindviechern nicht mehr erkennt, nicht mehr schmecken oder riechen kann, was man da eigentlich frist.
Nur noch ein schöner Werbespruch überlegt und ein bunter Aufkleber drauf - oder interessiert sich dann noch irgend jemand für die Inhaltsstoffe?

 

Josef Martin Fischers wilde Jahre (16.01.01.)

Die vor 27 Jahren verursachten Wellen branden wider gegen das Jahr 2001, bieten schier unbegrenzten Stoff in Diskussionssendungen und Extraausgaben im Blätterwald. Vor allem das Zentralorgan der "Springer-Presse" ist wieder mit dabei, um die Wogen öffentlicher Entrüstung, wie bereits vor drei Jahrzehnten noch höher zu spülen, wie es der Literaturpreisträger Heinrich Böll in seiner "verlorenen Ehre der Katharina Blum" so treffend beschrieb; dieses Mal, um sich auf vorderster Front gegen den ehemaligen Vertreter der linken Spontibewegung, den heutigen Außenminister zu stürzen, und die konservative Opposition seziert genüsslich das scheinbare rotgrüne Dilemma, vergleicht das linksrevolutionäre Umfeld der Vergangenheit mit den rechten Schlägern der Neuzeit und fordert nach einer ganzen Reihe von Ministerrücktritten im Kabinett Schröder nun auch den Kopf des geachteten Außenministers, dessen Opfer der entscheidenste und todbringenste für Rotgrün sein dürfte. 

In der Tat ist Gewalt mit nichts zu rechtfertigen. Und doch ist es wertvoll und äußerst lehrreich, sich die Zeit von Damals und der Zusammenhänge in Erinnerung zu rufen, in der es oftmals reichte, ein rotes Spruchband gegen den Vietnamkrieg aufzuspannen, um den Gummiknüppel auf sich niederschlagen zu spüren. Im Gegensatz zur heutigen Szene war Gewalt bezüglich Täter und Opfer damals kaum zu trennen

- übrigens: auch die Krawallmacher der 68er fragten nach "vor 27 Jahren"!

Im Gegensatz zu den perspektivlos dumpfgeistig grölenden Fusstreter der 98er forderten diese Solidarität, wollten die Welt verbessern und verstanden sich als politisches Sprachrohr der Schwachen. Der Vergleich der hippibewegten Sandalen- und Turnschuhträger der 68er mit den Springerstifelbewaffneten der 98er hinkt also ganz gewaltig.
Vielleicht bietet die nun in Gange getretene Diskussion rund um die 68er genau das Gegenteil von dem, was sich konservative Kreise erwünschen. Vielleicht kommt eine tiefer gehende Diskussion zustande, und Jugendliche entdecken jene Zeit für sich, und daß es mancher Entgleisungen zum Trotz einmal Leute gab, die sich für größere gesellschaftliche Ideale, Philosophien und Mitmenschen einsetzten, und vielleicht bewirkt dies einen Gegentrend zum Egoismus der Jetztzeit.

Siehe hierzu auch Erding in den 68er

 

Lauf so schnell Du kannst, Herr Fischer, - ich bin neben Dir!
(Thom Deließen: 23.01.01.)

So bemerkt der Mensch, daß er seiner Identität, die sehr wohl aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft besteht, nicht entkommen kann, ja, daß dieselbe durch Öffentlichkeit und Publikationen, genauso, wie durch Verfälschung und Verschleierung fast nach Belieben manipuliert werden kann.
Sicher ist, daß das Individuum selber gewiß großen Einfluß auf jedwede Verzerrung dessen, was es sich als Image geschaffen hat, besitzt, genauso sicher jedoch, daß selbst die Vergangenheit, als feststehende Tatsache, nach Belieben in diesem oder jenem Licht gesehen werden kann und wird, sie zu drehen und zu wenden, schlicht sie in die gewollte Form zu pressen, eine reine Frage des Machtpotentials ist.
Sicher spielt auch die Stabilität, die wahre (was für ein hehres Wort!) Größe der geschaffenen Persönlichkeit eine Rolle, - wen würde es heute tangieren, wenn Einstein schwul gewesen wäre, oder Brandbömbchen auf seine ideologischen Widersacher geworfen hätte?
Der Erfolg, die geschehene Tat zählen, - und da tun sich wohl einige unserer politischen Personen der Öffentlichkeit, welcher Gruppierung auch immer, reichlich hart.
Nichtsdestotrotz muß man hinzufügen, daß eine realistische Form der Auseinandersetzung mit der jeweils momentanen Gegenwart, mit politischen Strömungen, gesellschaftlichen Zielen und den verschiedenen Formen der Versuche diese Strömungen in Kanäle zu leiten, diese Ziele zu erreichen, ein immens wichtiger Faktor zur Erlangung eines glaubwürdigen Images, eines Persönlichkeitsbildes, daß auch durch geballte Säureangriffe von mit unglaublicher Macht ausgestatteten potentiellen Gegnern im Geiste nicht zu beschädigen oder gar zu zerstören, negativ zu verändern ist.
Doch im Gegensatz zu einer aus Erleben und Wissen und Erfahrung entstandenen Persönlichkeit, ist die öffentliche Meinung, die diese Persönlichkeit ja in jeder Weise trägt, eine Figur aus frischem Lehm, aus Plastilin, - und die Zeitspanne, die vergeht, bevor die Masse, aus der diese öffentliche Meinung besteht, sich verhärtet und, in welcher Form auch immer, Zugang zu Bestand und Dauer hat, enorm groß ist. Es sei denn, das Machtpotential, das aufgewendet wird, das ungebrannte, ja sogar das schon gebrannte Figürchen zu verändern, ist so groß, daß die ?physikalischen? Tatsachen einfach an Bedeutung verlieren, ja, nicht mehr existieren.
Die Figur der Öffentlichkeit, der Meinungsträger kann, bis hin zur martialischen Unkenntlichkeit nach Belieben verändert, oder eben ganz einfach zu einem bedeutungslosen, kleinen Häufchen ohne Form und Aussage transformiert werden.

TD Textdesign 2001

 

BSE-Verdacht im Lamdkreis Erding (12.01.01)

Laut Erdinger Süddeutscher Zeitung vom 26.01. gibt es bei einem landwirtschaftlichen Mischbetrieb mit 138 Kühen bei Taufkirchen BSE-Verdacht.
Landrat Xaver Bauer persönlich überbrachte dem Landwirt die bittere Nachricht. Zwar wartet man die Ergebnisse weiterer Laboratorien ab, doch sollte sich der Verdacht bestätigen, wäre dies sowohl für den Landwirt wie für den viehreichsten Landkreis Bayerns eine Katastrophe, deren Ausmaß vor allem für die Erzeuger nicht abzusehen ist.

An zusätzlicher Aktualität gewinnt damit eine Veranstaltung, die am 01.02. im Dorfener Tagwerk-Zentrum das Motto trägt "Landwirtschaft wohin?"

Nachtrag vom 01.02.: Der BSE-Verdacht im Landkreis hat sich nicht bestätigt!

Weitergabe eigener Kommentare - direkt übers Forum 

Menue