Ihr Lieben,
am Mittwoch zurückgekehrt möchte ich Euch mitteilen, wie dankbar ich
bin,
dass diese Fahrt so wie sie war, zustande gekommen ist, wir alle
wohlbehalten zurück gekehrt sind und die Reise ohne eure Hilfe nicht
zustande gekommen wäre. In einer erstaunlich kurzen Zeit, von Anfang
September an bis jetzt ist diese wichtige Reise realisiert worden.
Viele
haben zu ihrem Gelingen beigetragen, Konrad Raiser vermittelte den
Kontakt
zu Tarek Mitri, dieser half uns, mit Dr. Riad Jarjour in Verbindung zu
kommen, so dass wir über Edmond Adam und besonders Eduard Eshu die
Einladung
vom MECC (Mittelöstlicher Rat der Kirchen)erhielten.
Karin Leukefeld hat viel im Hintergrund wie die Pressekonferenz in
Frankfurt
ermöglicht und hat viel an uns gedacht. Aber auch ihre
Freunde, Doris und Georg, die uns die Pässe zum Flughafen brachten,
trugen
mit dazu bei, so auch Eve und Ulli Sonn, die vom Versöhnungsbund-Büro
Berlin
aus, die Pässe von der Botschaft abholten und bereitlegten: Ohne deren
spontane Hilfe hätten wir drei Deutsche nicht mitfahren können!
Zum Erfolg dieser Fahrt trug sicherlich Edmond Adam vom MECC Jordanien
bei,
unsere Fahrer Mohammed Mansur und Aowni und auf der Rückfahrt auch der
dritte Mann; so konnte sich Mohammed etwas erholen, denn er war in der
gleichen Nacht erst in den Irak eingereist. Besonders dankbar bin ich
dafür,
was Edward Eshu für uns ermöglichte.
Sicherlich - wenn es nicht schon längst geschehen ist - wird er sich
über
ein Lebenszeichen von uns sehr freuen.
Darüber hinaus bin ich dankbar, dass wir zusammen nach Bagdad gefahren
sind
und diese Fahrt gemeinsam gestaltet haben. Jetzt wissen wir sicherlich,
was
beim nächsten Mal besser gemacht werden kann und jeder und jede von uns
kann
diese Erfahrungen ja u. U. auch denen zukommen lassen, die sich - so
hoffe
ich - durch unsere Fahrt ermutigen lassen, selber nach Bagdad zu
reisen.
Anka ist z. Z. noch in Israel und ich denke sehr oft an sie.
Viele Menschen haben uns gedacht und unsere Fahrt auf diese Weise
begleitet,
auch in Gebet und Andacht, besonders bei den Freunden von Church
and Peace.
Anbei schicke Euch u.a. die Pressemitteilung - hier bin ich besonders
dafür
dankbar, dass Reinhard sie noch in der Nacht in Amman fertigstellen
konnte.
Clemens Ronnefeldt und Janelle hatten für die Pressekonferenz in
Frankfurt
alles professionel vorbereitet, die Freunde von attac und dem Münchener
Friedensbündnis parallel in München. So passte die Pressemitteilung
wunderbar dazu.
Wenn einige von Euch mit Ärzten zusammen kommen, die mit Krebkranken zu
tun
haben, fragt sie doch bitte, ob sie uns nicht einen Teil ihrer
Fachliteratur
für deren Kolleginnen und Kollegen in Bagdad erübrigen können. Ich
denke
über Edmond und Edward oder über das Mennonite Central Committee dürfte
es
kein Problem sein, sie Dr. Achmed Mohammed u.a. im Krankenhaus
zugänglich zu
machen.
Schickt sie einfach an Dr. Mathias Engelke, Barbararing 26, 55743
Idar-Oberstein.
Die wichtigsten Teile unserer Grußworte werden in Kürze ins arabische
übersetzt und auf die Homepage des Versöhnungsbundes www.ifor.de
gestellt.
Ich danke allen, die uns Grußworte mitgegeben haben. Die Menschen im
Irak
haben sich sehr gefreut. Sie brauchen dringend ein Zeichen der
Hoffnung,
dass sie nicht allein gelassen werden.
Ich werde euch deswegen in Bälde auch einige Adressen zukommen lassen,
wie
ihr direkt mit Menschen im Irak in Kontakt treten könnt bzw. von
Organisationen, die ihr unterstützen könnt.
Heute hatte ich den ersten Dia-Vortrag im Gymnasium in Penzberg vor
etwa 200
SchülerInnen. Ich bin immer wieder erstaunt wie sehr hier in
Deutschland das
Regime im Irak eine Rolle für die Begründung des Krieges spielt. Es ist
doch
immer wieder eine Anstrengung zu vermitteln, dass genau die, die unter
dem
Regime leiden, von diesem Krieg getroffen werden und dass die
Sanktionen die
Menschenrechte mit Füssen treten. Als ich am Mittwoch in München ankam
war
ich entsetzt darüber, dass hier eine Diskussion darüber geführt wird ob
ein
Fuchs-Truppentransporter jetzt ein Panzer ist oder nicht, wo
gleichzeitig
die Menschen im Irak ums reine Überleben kämpfen.
Einige SchülerInnen wollten gerne in unseren Verteiler aufgenommen
werden,
um sich zu informieren und eventuell an Aktionen zu beteiligen. Ich bin
sehr
froh, dass Marcela diese Veranstaltung ermöglicht hat.
Wer Lust hat, kann sich gerne die Termine für die nächsten
Veranstaltungen
notieren:
So 8.12.02 Rede bei der Demo und Blockade am EUCOM in
Stuttgart-Vaihingen
Do 12.12.02 um 19.30 Uhr Diavortrag im evg. Gemeindehaus Weilheim
Di 17.12.02 um 19.30 Uhr Diavortrag im Eine-Welt-Haus in München
Sa 21.12.02 um 19.00 Uhr Diavortrag in der Gaststätte "Enzo" in Bad
Tölz
Di 14.01.03 ab 18 Uhr Friedensgebet und Diavortrag im St. Bonifaz in
München
Ich grüße euch herzlich und hoffe euch bald wieder persönlich zu sehen
Euer
Thomas
P.S. Auf der Homepage der Kontaktstelle für Friedensarbeit findet ihr
weitere Berichte zur Irakreise
Kontaktstelle für Friedensarbeit im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen
e.V.
Sindelsdorferstr.9
83673 Bichl
08857-697 282
kontaktstelle@friedensini.de
www.friedensini.de
Liebe Freundinnen und Freunde,
die Friedensdelegation des Internationalen Versöhnungsbund - Deutscher
Zweig ist heute aus dem Irak wieder zurück in die jordanische
Hauptstadt Amman gefahren und dort gut angekommen. Untenstehende Mail hat uns
vor 20 Minuten erreicht.
Viele Grüße
Andi Wagner,
Kontaktstelle für Friedensarbeit im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen
e.V.
www.friedensini.de
- -----Ursprüngliche Nachricht-----
Gesendet: Dienstag, 3. Dezember 2002 21:26
Betreff: Zurueck in Amman
Hallo liebe Leute,
wir sind gerade eben zurueck in Amman angekommen. Wir haben noch ein
paar Stunden, dann geht es ins Flugzeug. Die Fahrt verlief reibungslos.
Es ist ein seltsames Gefuehl, wieder in Amman zu sein. Ich komme mir
vor, wie in einem ungewohnten und ueberfluessigen Luxus, obwohl Amman im
Vergleich zu Deutschland einen niedrigeren Standard hat.
Ich habe nicht viel Zeit. Die internationale Pressekonferenz haben wir
nicht geschafft, weil das zu viel Vorbereitung erfordert haette.
Wir sehen euch morgen.
viele Gruesse von Matthias, Anka, Reinhard, yose, Kjell und mir
Liebe Leute,
heute ist Sonntag. Ich habe nur kurze Zeit, zu mailen. Unser Programm ist voll bis oben hin. Ich komme nicht dazu, euch zu schreiben.
Uns geht es gut. Gestern nacht kam Kjell Jonasson aus Schweden zu unserer delegation. Es gab Schwierigkeiten mit dem Visum. Andreas Tiger aus Schweden musste in Amman bleiben.
Der Freitag trug fuer mich die Ueberschrift: Der Irak ist kein feindliches Land.
Der Samstag hat die Ueberschrift: Wir koennen viel voneinander lernen.
Der heutige Tag heisst: Hoffnung.
Denn wir haben viele verschieden Gruppen getroffen. Die vielen verschiedenen christlichen Gemeinden, eine muslimische Gemeinde, sogar die juedische Gemeinde empfing uns und liess uns in die Synagoge, obwohl dies fuer Fremde verboten ist.
Ausserdem waren wir in einem Kinderkrankenhaus, trafen verschiedene NGOs, z.B. einen Architekten aus Muenchen, der die Wasserversorgung versucht aufzubauen ....
Unsere Gruppe sitzt gerade mit den Mennoniten und der Norwegian Church Aid zusammen, waehrend ich hier schreibe. Auch Voices in the Wilderness trafen wir. Die naechsten tage steht noch viel auf dem Programm.
Heute waren wir 4 Stunden bei der presbiterianischen Kirche. Wir feierten mit ihnen einen Gottesdienst, in dem wir unsere Friedensbotschaften verlasen. Ich habe selten zuvor soviele menschen mit so einer Inbrunst beten und singen sehen. In der Tat bleibt den menschen hier nicht mehr viel wo sie Hoffnung finden koennen. Wir fuehrten lange Gespraeche ueber die Auswirkungen der Sanktionen auf das taegliche Leben. Man kann sagen, dass quasi alle belange davon betroffen ist, denn fast alles wird wegen Dual Use verboten zu importieren. Z.B. Bleistifte, Krebsmedikamente, Wasserrohre, einfache Buecher und Zeitschriften. Es ist nicht nur ein Embargo, das die koerperlichen Beduerfnisse trifft, sondern auch ein Kulturembargo. Ich traf einen Archaeologen, der ein Stipendium fuer ein Studium in Heidelberg besass. Er durfte nicht hin wegen der Sanktionen...verboten. An der geologischen Fakultaet der universitaet in Baghdad ist das neueste Buch von 1990, also vor dem Golfkrieg. und das wird ueberall deutlich. Die Autos werden mit Draht zusammen gehalten, ein sichtbares Zeichen, wie sehr das gesamte wirtschaftliche Leben hier nach dem Krieg zusammen brach.
Im Krankenhaus sahen wir Krebskranke Kinder. Der Arzt sagte nur: Dieses Kind wird sterben, dieses Kind wird sterben....
Aber es gibt auch Hoffnung, wir haben einige Aktionen fuer die Zukunft mit Leuten hier angesprochen. Und ich traf ein Maedchen, das einen bruder in Freilassing hat. ich brnige einen brief an ihn im Gepaeck mit.
Ich muss Schluss machen, denn hier wird geschlossen. meine Gedanken sind bei euch und hier.
Der Slogan fuer die Reise: Ich habe Familie im Irak.
Gruesse Thomas fuer die Irak Mission des Versoehnungsbundes.
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich wurde gebeten Ihnen mitzuteilen das die Gruppe die mit Herrn Engelcke im Iraq gestern gut angekommen ist, im Hotel Al Fanar in Baghdad untergekommen ist.
Mit freundlichen Gruessen
Markus Matzel
Liebe Freunde und Freundinnen,
unsere Reise ist ein wahres Abenteuer.
Wir sind gestern, 27.11.02 in Amman gelandet, jedoch ohne Karin Leukefeld, die kein Visum bekommen hat und versucht nachzukommen.
Die Visafrage hält uns sehr in Atem. Lediglich die Deutschen, Anka Schneider, Matthias Engelke und ich, Thomas Krahe, haben eine Visum bekommen.
Die Niederländerin und unser Österreicher versuchen gerade eben hier in der irakischen Botschaft in Amman das Visum zu bekommen.
Die beiden Schweden hängen in Amsterdam fest, denn aufgrund einer defekten Eismaschine hatte das Flugzeug Verspätung und sie bekamen den Anschluss nicht. Heute nacht kommen sie in Amman an. Morgen steht dann auch für sie die Frage im Raum, ob sie ein Visum bekommen oder nicht.
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Wenn Yose und Reinhard heute das Visum bekommen, fahren wir direkt über Land nach Bagdad.
Empfangen wurden wir in Amman von Edmond Adam, dem Repräsentanten des Mittelöstlichen Rates der Kirche (MCC) hier in Jordanien.
Der MCC ist ein beeindruckendes Beispiel von gelebter Ökumene. MCC vereint alle christlichen Kirchen und Gruppen im Mittleren Osten. Seit dem Golfkrieg arbeiten sie daran, die Menschen im Irak mit überlebenswichtigen Gütern zu versorgen. Viele Christen sind Palästinenser, die selber als Flüchtlinge weit verstreut im Mittleren Osten leben.
Vor 3 Jahren hat MCC angefangen, sich darauf zu konzentrieren, Verbindungen zu anderen Kirchen in der Welt aufzubauen, um die Aufhebung der Sanktionen zu erreichen. Die Verbindungen reichen bis zur Caritas in der BRD. Es ist beeindruckend zu sehen, mit welcher Energie und Selbstverständlichkeit der MCC die Verhinderung des Krieges als seine Aufgabe ansieht. Davon können wir sehr viel lernen. MCC ruft alle Christen in der Welt auf, sich selber ein Bild von der Lage der Menschen im Irak zu machen. MCC übernimmt gerne die Organisation und hilft wo sie können.
MCC geht davon aus, dass der Krieg Ende Dezember, Mitte Januar losgehen wird. Momenatn arbeiten sie mit Hochdruck daran, sich auf die Flüchtlingswelle vorzubereiten. Camps in Syrien, Iran, Türkei und Jordanien sind geplant. Im Irak selber bauen sie 16 Zentren zur Versorgung der Bevölkerung auf.
Die Folgen des Krieges sind unabsehbar. Herr Adam verglich die Situation im Irak mit der im ehemaligen Jugoslawien. Er befürchtet einen Bürgerkrieg, der die gesamte Region destabilisiert. Beispielsweise leben im Irak 100 000 staatenlose Palästinenser, Flüchtlinge. Im Falle des Bürgerkrieges ist absehbar, dass kein Land sie aufnehmen wird, Der UNHCR hat sich als nicht zuständig erklärt. Wohin sollen also 100 000 Menschen? Wie werden die Palästinenser in den anderen Staaten reagieren?
Wir sind in Amman. Vielleicht morgen schon in Bagdad. Hoffentlich können wir euch weiter mit Informationen versorgen. Hoffentlich führen wir noch viele solcher Gespräche.
P.S. Abendessen in Amman: italienische Pizza mit einem jordanischen Ober, der deutsch spricht.
Heidi: Bitte diese Mail auch an den Verteiler Irakreise-Mitglieder verschicken. Bitte Andi anrufen, ob er diese Mail auch bekommen hat. Andi, bitte rufe auch Heidi an, ob die Mail angekommen ist.
viele Grüsse an euch alle
Thomas Krahe für die Irak-Mission, Amman, 28.11.02
Eine Bitte:
Ohne Spenden ist die Aktion von Krahe nicht möglich!
Den Betrag könnt ihr überweisen an:
Kontaktstelle für Friedensarbeit im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen e.V., KtoNr. 933 333, BLZ 700 543 06 bei der Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen, Stichwort: "Irakreise"
gebt auf den Überweisungsträgern eure gesamte Adresse an, wenn ihr eine Spendenquittung wollt.
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Thomas Krahe: Friede mit dem Irak
Aktion von Thomas Krahe (Mail vom 06.11.02): Friedensinitiative Bad Tölz-Wolfratshausen
Sindelsdorferstr. 9, 83673 Bichl, 08857-697 282, kontaktstelle@friedensini.de |
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Lieber Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,
Ich wende mich an euch mit einer Bitte.
Ich habe mich entschieden, an der Irak-Mission des Internationalen
Versöhnungsbundes, deutscher Zweig teilzunehmen. Wir reisen vom
27.11.-4.12.02 mit 8 Personen nach Bagdad, auch wenn ein Krieg
unmittelbar
bevorstünde. Mit der Reise wollen wir ein Zeichen der Solidarität mit
den
Menschen im Irak setzen und gegen die Vorbereitung des Krieges
protestieren.
Wir möchten vor allem nach der Reise so viele Veranstaltungen wie
möglich
machen und über die Situation der Menschen im Irak berichten, um den
Protest
gegen den Krieg zu verstärken. Ich wende mich an euch, weil ihr die
Möglichkeiten vor Ort kennt und ich hoffe, dass ihr mich unterstütze
werdet.
Denn das ist eine gute Gelegenheit, Menschen zu erreichen, die noch
nicht
aktiv sind.
| 
Thomas Krahe auf Einladung des Erdinger Literatentreffs beim Stadtmauerfest am 30.06.02
|
Andreas Wagner wird die Koordinierung der Veranstaltungen machen. Ihr
könntet mich also hemmungslos ausbeuten. Ich trete auch gerne bei
Aktionen
oder Friedensgottesdiensten etc. auf. Die Finanzierung der Reise ist
noch
ein grosses Problem. Ich hoffe, dass ihr durch die Verbreitung der Mail
und
einen eigenen Beitrag zum Gelingen beitragen könnt. Ich würde sehr
gerne in
dieser Sache mit euch eng zusammen arbeiten. Denn ihr habt die Kontakte
vor
Ort und seid erfahren.
Im Anschluss folgt ein Brief
über
die Reise und was ich euch anbieten kann, sowie ein
Kurzbericht des
Irak-Forums in Berlin vom vergangenen Wochenende.
Bitte meldet euch alsbald, was ihr davon haltet, was euch für möglich
erscheint oder was ihr für zusätzliche Ideen habt. Ich möchte so viel
wie
möglich tun, um diesen Krieg zu verhindern.
Es grüßt euch herzlich Thomas Krahe
Friedensinitiative Bad Tölz-Wolfratshausen
|
BRIEF IRAKREISE
Bitte um Unterstützung
der Irak-Mission des internationalen Versöhnungsbundes, deutscher Zweig
Liebe FriedensfreundInnen, liebe Friedensfreunde, Bichl, den 4.11.02
Gerade komme ich aus Berlin vom Irak-Forum und dem parallel dazu stattfindenden Vorbereitungstreffen der Irak-Mission des Internationalen Versöhnungsbundes, deutscher Zweig, an der ich teilnehme, zurück. Ich bin schockiert. Das Ausmaß des Leidens und des Unrechts an den Menschen im Irak aufgrund der 12-jährigen völkerrechtswidrigen Sanktionen war mir in dieser unglaublichen Dimension nicht bewußt.
Aus diesem Wochenende gehe ich gestärkt in der Überzeugung und dem festen Willen, alles, was mir gewaltfrei möglich ist, zu tun, um diesen Krieg zu verhindern und die unmenschlichen Embargos zu beenden.
Der deutsche Zweig des Internationalen Versöhnungsbundes entsendet angesichts der Pläne der Regierungen der Vereinigten Staaten und Großbritanniens, einen Krieg gegen den Irak mit der erklärten Absicht zu führen, das existierende Regime abzulösen und im Wissen um die unabsehbaren Folgen, die solch ein Krieg für die irakische Bevölkerung und die Konfliktsituation im Nahen Osten haben wird, eine Delegation in den Irak. Damit die Irak-Mission ihren Teil zur Verhinderung des Krieges und zur Stärkung eurer Arbeit und euch selbst vor Ort beitragen kann, bieten wir euch an, unseren Reisebericht zu nutzen, uns Grußworte aus eurer Gruppe oder Kirchengemeinde an die Menschen im Irak mitzugeben und durch einen finanziellen Beitrag zum Erfolg der Reise mit beizutragen.
Die Irak-Mission findet vom 27.11. bis zum 4.12. statt. Wir reisen auf Einladung des Mittelöstlichen Rates der Kirchen. Das Ziel der Reise ist es, Augenzeuge des Lebens der Menschen im Irak nach 12 Jahren Embargo zu werden, ein Zeichen der Solidarität mit allen Menschen im Irak zu setzen und danach durch Berichte von der Fahrt lebendig werden zu lassen, was ein neuerlicher Krieg tatsächlich für die Menschen bedeutet und den Protest gegen den Krieg zu verstärken.
Wir werden dazu in Bagdad Gespräche mit christlichen, muslimischen und, wenn möglich, jüdischen Gemeinden führen, besuchen Krankenhäuser und humanitäre Einrichtungen und versuchen mit Vertretern von humanitären Organisationen wie UNICEF sowie anderen Friedensinitiativen wie der amerikanischen "Voices of Wilderness" zusammen zu treffen.
Die Mission besteht aus 8 Personen, einer niederländischen Ordensfrau, einem Vertreter des österreichischen Versöhnungsbundes und 6 Deutschen, darunter eine Journalistin und ein Fotograf, sowie ein Pfarrer und eine Amerikanerin mit deutschem Pass, beide im Vorstand des deutschen Zweiges des Versöhnungsbundes, ein Arzt und ich.
Wir achten sehr darauf, dass die Mission von keiner Seite vereinnahmt wird, weder von irakischer noch von sonst einer. Deswegen wird die Pressearbeit erst am Tag der Abreise beginnen. Wir werden am 3.12. in Bagdad eine internationale und am 4.12. in Frankfurt am Flughafen eine nationale Pressekonferenz abhalten.
Wir haben gemeinsam beschlossen, dass wir reisen werden, auch wenn der Krieg unmittelbar zu dem Zeitpunkt bevor stehen wird.
Damit ihr einen Einblick in die Situation der Menschen im Irak und das, was uns bei der Reise erwartet, bekommt, schicke ich euch gesondert einen zusammen gefassten Bericht des Irak-Forums, bei dem internationale Organisationen wie Amnesty International, Experten und Wissenschaftler, Betroffene und ehemalige hohe Vertreter der UNO im Irak berichteten und dazu aufriefen, schnell zu handeln und mit allen Kräften einen Krieg zu verhindern.
Wir möchten nicht für uns allein reisen, sondern stellvertretend für viele Menschen. Deswegen suchen wir nach Unterstützung von euch, euren Gruppen oder Kirchengemeinden. Ich selber wende mich an euch.
Ihr könnt den Menschen im Irak ein Zeichen der Verbundenheit und Hoffnung geben, indem ihr mir ein Grußschreiben von euch mit gebt. Es sollte nicht all zu lang sein und kann auf deutsch geschrieben werden. Bitte schickt es mir bis zum 23.11.02. Wir werden sie dann an die Gruppen im Irak weiter geben und sie um ein Grußwort an euch bitten.
Wir wollen auch Gastgeschenke mitnehmen. Kleine und leichte Dinge, die in einem Koffer verstaut werden können, vielleicht selbst gebastelt oder mit dem Namen eurer Stadt versehen, könnt ihr mir gerne zuschicken.
Ihr könnt diesen Brief weiter verbreiten. Geht zu anderen Gruppen z.B. Kirchengemeinden, die noch nicht über die Situation im Irak wissen und sagt ihnen, dass auch die Christen im Irak heute leiden und durch den Krieg sterben werden.
Ihr könnt mich jetzt schon zu Besuchen in Schulen, Veranstaltungen, Demonstrationen, Friedensgebeten oder Gottesdiensten bei euch einladen. Wir wollen soviel Öffentlichkeitsarbeit machen wie möglich und die Zeit "vor" dem Krieg nutzen, um zu berichten und aufzurütteln. Bitte meldet euch zur Koordinierung der Veranstaltungen bei:
Andreas Wagner, Tel.: 08171-389 609, wagner.kontakt@friedensini.de
Ich werde versuchen euch aus Bagdad per Mail direkt über die Situation und Ergebnisse unserer Reise zu berichten. Wenn ihr daran interessiert seid, dann gebt bitte eure Mail-Adresse an, damit wir euch versorgen können.
Ihr könnt mir helfen, die Reise zu finanzieren, denn wir müssen selber dafür sorgen. Als Drogenberater auf Halbzeit-Basis verdiene ich nicht viel. Deswegen bitte ich euch um eure Mithilfe.
Die Kosten der Reise belaufen sich auf insgesamt 1270,77 €
Zug nach Frankfurt 60 €
Flug von Frankfurt nach Amman 388 €
Flughafengebühren 57,77 €
Visagebühr 85 €
Bus von Amman nach Bagdad und zurück 80 €
Grenzgebühren 60 €
Hotel in Amman 2 Nächte 70 €
Transitvisum Jordanien hin und zurück 32 €
Aufenthalt in Bagdad 100 €
Reiseversicherung 40 €
Impfungen 198 €
Vorbereitungstreffen in Berlin 100 €
Ich bitte Gruppen, soweit möglich mit mindestens 75 € zur Reise beizutragen. Bitte gebt auf den Überweisungsträgern eure gesamte Adresse an, wenn ihr eine Spendenquittung wollt.
Den Betrag könnt ihr überweisen an:
Kontaktstelle für Friedensarbeit im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen e.V., KtoNr. 933 333, BLZ 700 543 06 bei der Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen, Stichwort: "Irakreise"
Laßt uns gemeinsam mit aller Kraft diesen Krieg verhindern und für die Aufhebung der Embargos eintreten.
Es grüßt euch herzlich Thomas Krahe
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Kurzbericht des Irak-Forums am 2. und 3.11.02 in Berlin
Im Folgenden fasse ich Informationen zusammen, die für die Irak-Mission des Internationalen Versöhnungsbundes, deutscher Zweig, vom 27.11.-4.12.02 relevant sind. Wir konzentrieren uns bei unseren Gesprächen und Beobachtungen auf die Hintergründe und Folgen des 12-jährigen Embargos und was ein neuerlicher Krieg für die Menschen im Irak bedeuten würde.
Dr. med Ullrich Gottstein von der IPPNW war direkt nach dem Krieg gegen den Irak 1991 dort. Er berichtete, dass fast sämtliche Fabriken für Trockenmilch, Pharma und medizinisches Material, Wasser-Klärwerke und Wasserversorgung Elektrizitätswerke, Telefonämter, Brücken, sogar Schulen und Krankenhäuser zerstört wurden. Allein im ersten Jahr nach dem Krieg sind 167 000 Kinder an dessen Folgen gestorben. Die Zerstörung der gesamten Infrastruktur des Landes erfolgte gezielt und wurde ausführlich von einer UN-Delegation dokumentiert, so Bernhard Gräfrath, ehemals in der UN-Menschenrechtskommission und UN-Völkerrechtskommission.
Hans von Sponeck, aus Protest gegen die Sanktionen zurück getretener Koordinator des UN-Hilfsprogramms im Irak, berichtet, dass das Embargo ein menschenwürdiges Leben unmöglich macht. Lebensmittel, Medikamente, Wasserversorgung und -aufbereitung, Elektrizität, technische Apparate für Landwirtschaft und Aufbau der Wirtschaft, sowie Bildungsmöglichkeiten fehlen in existentiellem Ausmaß durch das 13-jährige Embargo. Allein durch das nicht-gesäuberte Wasser erkranken die Menschen an vielen Krankheiten, die im Irak schon längst als ausgerottet galten. 1,5 Millionen Menschen, vor allem Kinder, so UNICEF, sind an den Folgen des Embargos gestorben. Das "Food for Oil"-Programm sollte 1996 eine Versorgung von 113 €/Person/Jahr ermöglichen. Doch Korruption und Verschleppung durch die zuständigen Kommission sowie der Abzug von 30% für Reparaturzahlungen an Wirtschaftsfirmen halten die Menschen im Irak gerade so am Leben, dass sie nicht verhungern. 55% leben unter der Armutsgrenze. Der Irak gehört zu den 5 ärmsten Ländern der Welt trotz enormen Reichtums an Ressourcen. Die Kindersterblichkeit stieg von 56 pro 1000 im Jahre 1991 auf 131 pro 1000 heute. Die teilweise Aufhebung der Sanktionen durch die UN werden von den USA blockiert. Ein Bericht des Komitees aller Parteien im Unterhaus von England stellte im Januar 2000 fest, dass sie "hoffen, dass es nie wieder ein Land geben wird, das mit solchen umfassenden Sanktionen belegt wird." Die Ausmaße sind der englischen Regierung also längst offiziell bekannt. Bei der Debatte zum Irak im deutschen Bundestag am 25.1.02 seien alle Parteien ausser der PDS falsch informiert gewesen.
Die Menschen im Irak haben längst resigniert. Sie sagen, was sollen wir tun gegen die Bomben? Wir können uns nicht verteidigen.
Frau Dr. Hobiger von der Gesellschaft für österreichisch-arabische Beziehungen berichtete wie gezielt humanitäre Hilfe aus dem Ausland von den USA behindert wird. 1991 wurden 300 t Uran-Munition abgeschossen. Seitdem hat der Irak die höchste Krebsrate bei Kindern auf der Welt, vor allem Leukämie. Die Heilungsrate hier beträgt 90%, in Basra ist sie ein Todesurteil, denn die Medikamente kosten ca 500€ und kommen nicht ins Land hinein. Der Versuch, medizinische Apparate zur Behandlung der Leukämie in den Irak einzuführen, wurde von der WHO verhindert. Die zuständige Kommission für die Anträge lehnte ab, weil ein Mitglied (USA) dagegen stimmte. Die Apparate könnten militärischen Charakter haben. Selbst ein Gutachten der UN-Waffeninspektoren über die Harmlosigkeit der Apparate half nichts. Im Ablehnungsbescheid stand, "es gehe um das Regime und nicht um Leukämiekranke". Diese Verhinderung humanitärer Hilfe erfolgt systematisch.
Gefragt, ob denn nicht Saddam Hussein für die Lage im Land verantwortlich sei, zitierte sie den Bischof von Basra, der ihr sagte, die "Einzige Ursache für das Elend im Land sind die unerträglichen Embargos."
Die Berufung der USA auf die UN-Resolutionen bedeuten die Versklavung des Irak, so Bernhard Gräfrath, ehemals in der UN-Menschenrechtskommission und UN-Völkerrechtskommission. Viele Verantwortliche sind deswegen zurück getreten. Denn die Resolutionen beinhalten das Zwangsmittel der Embargos zur Lösung des Konfliktes zwischen Irak und Kuwait. Und der ist lange gelöst. Die USA verhindern allein durch ihr Veto im Sicherheitsrat die Aufhebung der Embargos. Im Völkerrecht ist ausdrücklich festgelegt, dass Embargos keine grundsätzlichen Menschenrechte wie das Recht auf Leben verletzen dürfen. Allein deshalb sind die Sanktionen illegal. Eine UN-Studie bestätigt die Illegalität der Embargos.
Die Resolutionen beinhalten aber auch, im gesamten Nahen Osten Alternativen zu Massenvernichtungswaffen zu schaffen. Die Forderung, alleine im Irak abzurüsten, ist einseitig. Auch in Israel sind Massenvernichtungswaffen erfasst, werden aber vollkommen unterschlagen. Weiter haben die USA allgemeine Kontrollsysteme für chemische und biologische Waffen erfolgreich verhindert, denn dann müssten die selben Standards auch für die USA gelten. Empirische Untersuchungen, so Hans von Sponeck, ergeben, dass die USA alle internationalen Vereinbarungen und gültigen Standards gebrochen haben.
Scott Ritter, ehemaliger UN-Waffeninspekteur, betonte, dass er selber als US-Marine Patriot sei und sogar für George Bush gestimmt hatte. Es sei für ihn aber nicht hinnehmbar, dass die USA Fakten verfälschen nur um einen Krieg zu beginnen. Er nahm an 42 Waffeninspektionen teil, 15 davon standen unter seiner Leitung. Mindestens 90% aller Waffen sind zerstört, Anlagen für Massenvernichtungswaffen unbrauchbar gemacht. Der Irak kann nur dann die Produktion wieder aufnehmen, wenn sie das Material aus dem Ausland bekämen, was durch das strenge Embargo nicht möglich ist. Selbst geringe Massen von Waffen wurden bisher entdeckt. Außerdem hat der Irak überhaupt kein Geld dafür zur Verfügung. Die von der US-Regierung vorgelegten Beweise sind durch unabhängige Institute längst widerlegt.
Dagegen ist es erwiesen, dass der Eklat, der zur Abberufung der Inspekteure geführt hat, durch die USA herbei geführt worden ist. Denn amerikanische Inspekteure hatten ihr Mandat weit überschritten, indem sie Informationen dazu genutzt hatten, um das Regime zu destabilisieren, also Spionage betrieben.
Die jetzige Forderung der USA, eine absolute Garantie für die Vernichtung aller Materialien für Massenvernichtungswaffen an den Irak zu stellen, wird unmittelbar zu einem Krieg führen. Denn niemand kann eine absolute Garantie geben. Dagegen kann aber unter Garantie gesagt werden, dass der Irak nicht in der Lage ist, sie zu produzieren oder einzusetzen. Diese Garantie wird aber gar nicht als relevant für eine Resolution in Erwägung gezogen. Die USA suchen nur nach einem Grund, um losschlagen zu können.
"Wenn wir nicht schnell was tun, dann wird der Irak abgeschlachtet."
Seit 1991 ist ununterbrochen Krieg im Irak, so Hans von Sponeck. Alle 3 Tage wird der Irak bombardiert. Immer wieder wird die völkerrechtswidrige Flugverbotszone als Anlass genommen, um die Menschen zu bombardieren, die die Zone angeblich schützen soll. "Als ich begann über ein Jahr hinweg zu dokumentieren, wie viele zivile Opfer umgekommen und zivile Ziele bei den Bombardierungen zerstört wurden, protestierte die amerikanische Regierung dagegen, da ich mein Mandat damit überschreite. Mir wurde es verboten.... Doch auch der UN-Sicherheitsrat ist an das Völkerrecht gebunden."
Es gäbe noch viel zu berichten über die genauen Absichten und Hintergründe, warum ein Krieg gegen den Irak so forciert wird.
Einig waren sich alle darin, dass die USA die UNO nur für ihre Interessen nutzen und aushebeln, dass sie eigene wirtschaftliche und geostrategische Interessen (Öl und Vorherrschaft) verfolgt, andere Gründe nur vorgeschoben werden und die Gefahr der Destabilisierung der gesamten Region und von Folgekriegen unkalkulierbar ist.
Es ist eine schwierige Aufgabe, diese Fülle von wichtigen Informationen auszusieben
Wer mehr dazu wissen oder die einzelnen Referate lesen möchte,
der kann das unter: www.irak-kongress-2002.de
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