Kritiken zum vorläufigen Konzept eines Kultur- und Bürgerhauses
in der ehem. Post
Das Konzept ist nachzulesen unter: konzept-kulturbuergerhaus.html
Die Diskussionsbeiträge entstammten dem S6-Kulturforum (Ihre / Deine Meinung)

---------- Karl:

zu Punkt 1:
"kann in den nächsten Jahren auf über 40.000 Einwohner anwachsen". Dies ist reine Spekulation.

Neubürger sind zum grössten Teil Angestellte vom Flughafen München, bzw. Mitarbeitet internationaler Unternehmen aus München und Umland.
Die gut verdienenden "Neubürger" haben kein Interesse, sich mit der hiesigen Vereinsmeierei auseinander zusetzten. Vielmehr möchte dieser Personenkreis im gepflegten Ambiente der hiesigen Gastronomie angenehme Abende verbringen.
Über Vereine kann man sich im Internet jederzeit ausgiebigst informieren.
Das von Walter Koppe geplante Bürgerhaus würde genau dieses "eingeschränkte Kästchendenken" fördern. Die Vielfalt der Vereine ist wünschenswert, würde aber durch die Zentralisierung in einem Haus untergraben werden.

zu Punkt 2:
Walter Koppe favorisiert das alte Postgebäude, ignoriert aber vollkommen leerstehende Gebäude wie z.B. die alte Bücherei. Auch an der Stadthalle gibt es viele Stellplätze und sogar eine Tiefgarage.
Walter Koppe spricht in seinem Konzept von günstigen Verkehrsanbindungen. Kein ernstzunehmender Nachwuchskünstler würde seinen Auftritt von einem S-Bahn Anschluss abhängig machen. Auch die Kontakte des Erdinger Literatentreffs sich mehr als fragwürdig. Es besteht nur ein Kontakt nach Germering und nach Heimstetten.

zu Punkt 3:
Bis zum heutigen Zeitpunkt fand nicht einmal eine Besichtigung des Gebäudes durch die Initiatoren dieses Projektes statt. Es handelt sich nur um Spekulationen.
Fehlt eigentlich nur noch, dass die Tapeten beim Obi bestellt werden.

zu Punkt 4: a) die drei Wohnungen sollen wohl von den Initiatoren des Projekts bezogen werden?

b) kein Kommentar

c) kein Kommentar

d) Walter Koppe spricht von einer Vorfinanzierung durch Brauereien. Nach seinen Aussagen soll die Umgestaltung auf ca. 10.000 bis 30.000 Euro belaufen. Sicherlich ist die Vorfinanzierung nur mit einem Biervertrag mit einer Brauerei möglich.

e) kein Kommentar

zu Punkt 5: Die Vielfalt der einzelnen Vereine sollte erhalten bleiben. Ein "Trägerverein" steht für noch mehr Bürokratie.

zu Punkt 6: Die Finanzierung eines Hauses in dieser Grösse ist unmöglich. Bei einem geschätzten qm-Preis von nur 15.-- Euro im Monat macht das einen gesamt Mietpreis von 15.000 Euro im Monat aus.
Schon die Umgestaltung des alten Postgebäudes ist nicht finanzierbar. Auch eine Mithilfe von Mitgliedern und zukünftigen Nutzern ist unmöglich, da nur Meisterfachbetriebe an dem Umbau beteiligen dürfen.
Staatliche Subventionierung ist nicht gewünscht.


---------- Brian
Entgegenung zu Karls Kritikpunkt 1:

woher willst du eigentlich wissen, was die "neubürger" wirklich wollen?
das ist doch auch nur spekulation!


---------- Walter:
Entgegenung zu Karls Kritik:

karls ausführungen beginnen damit, das konzept als "walters konzept" zu bezeichnen; natürlich kann nicht jeder die idee gleichzeitig haben, die initiative von vielen gleichzeitig losgetreten werden; doch dieses konzept wurde von einer gruppe von personen beschrieben und formuliert, wird inzwischen von über 300 personen mit ihrer unterschrift unterstützt.
karls kritik am konzept beginnt mit einer weiteren fehleinschätzung; dass neubürger und damit auch mitarbeiter des flughafens kein interesse hätten, sich mit unseren angeboten auseinander zu setzen. wäre karl einmal bei unseren treffen gewesen wäre, würde er sehen, dass gerade der anteil der flughafenbeschäftigten weit überdurchschnittlich bei uns vertreten ist.
aus dieser fehleinschätzung ergeben sich manche der weiteren.
das hat übrigens gar nichts mir vereinsmeierei zu tun, nur braucht man für die realisierung von projekten eben auch bestimmte strukturen.


---------- Thom:

Wenn Ihr`s ein wenig strukturiert haben wollt, gerne.

1. Wieviele Buerger Erding noch bekommt, spielt doch ueberhaupt keine Rolle, es sind jetzt schon genuegend da, die nach einem gemuetlichen Terffpunkt mit freundlicher Atmosphaere, guter Musik (ich persoenlich denke da mehr an Oldies, aber das ist Geschmacksache) und einer bislang nicht mehr in Erding existierendem Moeglichkeit Kleinkunst u. ae. zu guenstigen Preisen anzusehen bzw. zu perfomancen.
Seit wann und warum kann es gut und Voteilhaft, wuenschensnwert sein, dass die einzelnen Vereine, Organisationen nebeneinander herwurschteln?
Zitat Gemeinsam sind wir stark!
Warum nicht alle an einem Strang ziehen, anstatt sich gegenseitig uebertrumpfen zu wollen, den anderen als Konkurenz zu sehen, oder sogar gegen ihn zu arbeiten?
Fuer diejenigen, die Nichts wollen, als das Alte, das Traditionelle zu behalten und vielleicht (aber nur vielleicht) zu pflegen, die sagen "passt scho so, warum etwas aendern?", und unter gepflegter Atmosphaere Schweinsbraten mit Knoedeln, Acht Weissbier und eine lautstarke, intelligente Diskussion ueber den letzten Elfmeter von Babbel verstehen, ist ein solches agiles, etwas bewegen wollendes Zeitgeistprojekt natuerlich ein Dorn im Auge.
Fazit Ein Null Argument von Karl und Freunden.

2.Woher willst Du (Ihr?) wissen, welche weitreichenden Kontakte der Litertreff hat (und damit auch zusammenhaengend die Kontakte der Initiative Kultur- und Buergerhaus Erding, mit den eigenen Kontakten der Interssierten) der mit der Sache ja nur mehr oder weniger beilaeufig zu tun hat, weil es nun einmnal zufaellig (?) die Initiatoren vom Literatentreff waren, die die Angelegenheit "Initiative Kultur- und Buergerhaus Erding" in`s Rollen gebracht haben.
Hinter dieser Initiative stehen mittlerweile eine ganze Menge von Vereinen, Kuenstlern,- von den gesammelten Buergerunterschriften und Gespraechen mit Erdingern, die sich alle fuer diese Initiative interessiert haben, ganz zu schweigen.
Es spielt doch ueberhaupt keine Rolle, ob irgendjemand (ein "Nachwuchskuenstler") seinen Auftritt "davon abhaengig macht" ob die S-Bahn in der Naehe ist, oder nicht.
Die unmittelbare Naehe des S-Bahnhofes ist doch lediglich noch ein zusaetzliches positives Argument.
Fazit Ein Null Argument von Karl und Freunden

3. Warst Du (Ihr) bei der Bauausschusssitzung und hast die Besichtigung des Gebaeude betreffenden Beschluesse vernommen?
Nein?
Fazit Ein Null Argument von Karl und Freunden

4. a) Die Wohnungen im Obergeschoss sollen, dem Konzept nach vermietet werden.
Spielt es eine Rolle, wer die Miete zahlt?
Fazit Ein Null Argument von Karl und Freunden

d) Glaubst Du (Ihr) wir wuessten nicht, dass man in einem Kulturcafe Getraenke ausschenken wird?
Oder meinst es sollte nur selbstgebraeuten Tee geben?
Selbstverstaendlich muss man einen Vetrag mit einer Brauerei, mit der man auch durchaus partnerschaftlich zusammenarbeiten kann, (So etwas gibt es naemlich, soagar auch in Erding)abschliessen.
Fazit Ein Null Argument von Karl und Freunden.

5. Ein Traegerverein ist eine juristische Notwendigkeit um einen gastronomischen Betrieb, in der Art wie das Kulturcafe (im offenen Dialog und demokratischer Entscheidungs-moeglichkeit aller) gedacht ist.
Oder denkst Du (Ihr), dass irgend jemand bereit ist, alleine das (eigentlich nicht grossartig gefaehrliche) finazielle Risiko zu tragen?

Ein Traegerverein und das damit entstehende Netzwerk der diversen kleinen und grossen Vereine, der Organisationen, Interessengruppen, Kuenstlern und Kuenstlergruppen beeintraechtigt doch in keinster Weise die Vielfalt oder Eigeninitiative der Vereine, im Gegenteil, es erweitert die Moeglichkeiten.
Fazit Ein Null Argument von Karl und Freunden

6. Von diversen Brauereien ist reges Interesse gezeigt worden, grosse Teile des Projeks zu finanzieren, da ein gut funktionierender Kulturbetrieb natuerlich auch fuer wirtschaftlichen Gewinn des Cafes steht. Das heisst, die Rueckfinazierung ist gesichert.
Ausserdem ist ein Kulturhaus eine durchaus foerderungswuerdige Angelegenheit, es gibt da gesetzliche Vorschriften, an denen die Stadt auch nicht vorbei kommt, wenn sie einem solchen Projekt nicht ohnehin positiv gegenueber steht.
Es existieren in Bezug auf die Foerderungsfrage Institutionen, die sich den ganzen Tag mit der Lockermachung von Foerderungsmittel fuer Kulturbetriebe beschaeftigen.
Wir haben also auch in dieser Beziehung gute Kontakte (aufgenommen) und gute Chancen. Wer wuenscht keine Staatliche oder sonstige Subventionierung? Wir müssten blöd sein.
Fazit Ein Null Argument von Karl und Freunden


---------- Karl:

Wir werden ja sehen was passiert.

Ich hoffe Euch ist klar, dass Euer "Projekt" von den meisten Erdinger belächelt wird.

Die Idee eines Bürgerhauses ist ja gut und wünschenswert. ABER mann kann nicht EIN einziges Gebäude ins Auge fassen. Ausserdem wurde bisher noch keine Besichtigung des Postgebäudes durchgeführt. Das ist nun mal so, daran gibt es nichts zu rütteln.

Sicherlich würde jede Brauerei ein Cafe mitfananzieren. Mit Abschluss eines Biervertrages ist das sicherlich kein Thema. Aber habt ihr Euch damit schon mal befasst? Nein, sicherlich nicht.


---------- Me, Myself @ I

Ein rechtlich gültiger Verein bringt viele Vorteile!
Steuerliche Vorteile, Versicherungstechnische Vorteile, Haftung wird anders gehandhabt, etc etc etc.
Daher macht es sehr wohl Sinn nen Verein zu gründen, wenn man eine Interessengemeinschaft hat.


---------- Walter:

wer das konzept nicht kennt, der kann sich gern fürs lächeln entscheiden, und leider kennt es derzeit noch kaum jemand. und nicht einmal die erdinger lokalzeitungen (und da schliess ich mal die erdinger sz ein) haben sich darauf beschränkt, einen herrn reiter oder einen herrn bekh danach zu fragen, die selbst keine ahnung hatten, um was es eigentlich geht; der witz ist, dass keine zeitung je auf die idee kam, bei den initiatoren selbst nachzufragen.
und dann braucht man sich nicht darüber zu wundern, wenn (manche) leute über uns lächeln. manchmal ist es das lächeln der seeligen, die nichts wissen und auch nichts wissen wollen.
im gegensatz dazu haben wir uns durchaus kundig gemacht, übrigens hatte ich das gebäude auch besichtigt, kann mir also durchaus ein bild machen, wovon ich rede.


---------- karl:

Hiermit bringe ich ein neues "Objekt" ins Gespräch:
DIE ALTE BÜCHEREI in der Stadthalle.

- die Räumlichkeiten stehen frei und werden derzeit nicht genützt.
- Parkplätze wären vorhanden.
- Gastronomie ist integriert.
- Die Räumlichkeiten müssten nicht grossartig umgebaut werden. Toiletten sind vorhanden.
- Zentrale Lage.

Das sollte man mal ins Auge fassen.


---------- Walter:

die alte stadtbücherei ist meiner meinung für die funktion eines kultur- und bürgerhaus absolut ungeeignet.
es geht uns doch darum, für verschiedene funktionen auch verschiedene räumlichkeiten anzubieten; größere und kleinere.
es geht darum, raum für vereine, die erst in seiner gesamtheit ein miteinander und komunikation ausmachen, indem dann wieder unterschiedlich interessierte das haus lebendig machen.
es geht um unterschiedliche funktionen, und darum räumliche abtrennung für workshops, theater, film, musik, ... zu ermöglichen, z. b. einen ort für junge bands, indem übungsräume zur verfügung stehen;
es geht darum, einen ort zu definieren, den junge wie alte in seiner vielfalt akzeptieren und lebendig machen. dieser ort benötigt demnach auch möglichkeiten, sich abzugrenzen (akustisch und sichtbar), aber eben auch eine gemeinsame schnittstelle, wo ein austausch, und auch kommunikation zwischen den generationen möglich ist.
die alte stadtbücherei besitzt nur einen einzigen offenen raum, mit der das erdgeschoss direkt mit dem obergeschoss verbunden ist. leute die ins obergeschoss wollen, laufen durchs erdgeschoss. unterhält man sich im eingangsbereich, hört man dies im obergeschoss. nachträgliche raumaufteilungen sind auch wegen der raumhöhen kaum möglich. ausserdem ist es kaum möglich, eigene einbauten vorzunehmen oder den funktionen einen stil, geschweige denn irgendeinen charm zu verleihen.
dies alles, inkl. einen raum der kreativen künstlerischen möglichkeiten und des steten veränderns, einer workshop-athmosphäre bietet das ehem. postgebäude - und gerade das bedeutet das wort "kultur".


---------- Karl:

Die Post müsste von Grund auf saniert werden. Was das wohl kostet??? Wie hoch wird der Umbau sein?

Der nächste Punkt den ich nicht verstehe.
Ihr schreibt davon, dass man im Cafe "Snacks" anbieten könnte. Wo sollen diese Snacks zubereitet werden? Zuhause, in Mammas-Küche???
Wenn im Cafe Snacks angeboten werden, dann müsste im Postgebäude auch eine gastronomische Küche eingebaut werden, es müssten dementsprechende Auflagen erfüllt werden. Schon die Küche würde sicherlich mehr als 50.000 Euro kosten.
Ein Lokal verdient sein Geld NUR durch den Verkauf von Essen. Ein Lokal trägt sich nicht durch den Verkauf von Getränken. Das ist Fakt, daran gibts nichts zu rütteln.

Fragen über Fragen...diese Fragen werden im xED-Konzept nicht mal angesprochen.

Nächster Punkt auf den ich noch keine Antwort bekommen habe:
Bei einem geschätzten qm-Preis von nur 15.-- Euro im Monat macht das einen gesamt Mietpreis von 15.000 Euro im Monat aus.
Wer soll denn das bezahlen?
Sollen das die Vereine tragen?
Soll das durch das Cafe finanziert werden?

Also bitte folgende Fragen beantworten:
a) Wann wurde die Post besichtigt?
b) Was kostet der Umbau?
c) Wo werden die Snacks zubereitet?
d) Wer trägt den Mietpreis?

Ausserdem ist mein Vorschlag von der alten Bücherei nicht von der Hand zu weisen. Dieser Vorschlag lässt sich wohl am einfachsten realisieren.


---------- Thom:

Mit einem Gastranomiebetrieb in der alten Post koennte man nicht nur Umbau rueckfinanzieren, sondern auch noch eine Menge Geld in "alternative" Kultur stecken.
Zur Zubereitung von Snacks sind keine grossartigen Auflagen vorhanden, sagen ca. 15 (!) Brauereivertreter.
Ausserdem (zum 1000 Mal), warum soll sich die Stadt nicht subvnetionell (genauso wie Landkreis und Bund) an einem kulturellen Prestigeobjekt beteiligen?


---------- Karl:

Problem bei der "Alten Post" ist der Umbau. Die Bauauflagen die ein öffentliches Gebäude hat. Die Grösse des Gebäudes und die Miete, Strom- und Wasserkosten.
Diese Aspekte wurden im bestehenden Konzept nicht berücksichtigt.

Das Postgebäude müsste aufwändig umgebaut werden. Sicherheitsbestimmungen für öffentliche Gebäude (z.B. Brandschutz, Notausgänge, Belüftung im Keller usw.) müssten erfüllt werden.

Es müsste eine Küche eingebaut werden. Das sind Kosten die bisher nicht abzuschätzen sind.


---------- Walter:

von aufwendigen umbauten ist bei unserem konzept (im gegensatz zu funktionsänderungen in richtung wohnhaus) nicht die rede; dies schliesst einen grossteil der raumunterteilungen für die kernfunktion eines kultur- und bürgerhauses ein.
das gebäude war ein öffentliches gebäude (kommunikation per brief), und soll es bleiben; dies schliesst dann auch die bestehenden sicherheitsbestimmungen ein. der zweite ausgang (notausgang) war vorhanden, ist vorhanden und bleibt vorhanden.
bezüglich gastronomiebereich haben wir uns von kompetenter seite längst schlau gemacht, auch bezüglich aufwand und kosten. mit dem eingeschränkten angebot was speisen betrifft (wir brauchen keinen fettabscheider oder dergleichen) ist der rahmen des umbaus in diesem bereich gut überschaubar und kalkulierbar.
dies funktioniert andereswo recht gut, und lief z. b. im erdinger hirschwirt ebenfalls ohne probleme.


---------- Karl:

natürlich war das Postgebäude ein öffentliches Gebäude....aber nur das Erdgeschoss

Ihr wollt aber auch den Keller, den 1.Stock und das Obergeschoss nutzen.
Dort müssten eben noch die Baubestimmungen für ein öffentliches Gebäude nachträglich eingebaut werden.


---------- Walter
(direkte Antwort):

das Obergeschoss sollte laut unseren Vorstellungen auch nur eingeschränkt öffentlich genutzt werden; einige Räumlichkeiten wären Büros von Vereinen; allerdings gäbe es hier auch Raum für Veranstaltungen dieser Vereine.
Meiner Meinung nach widerspräche ein Öffentlich-Machen der Räume nicht den Bauvorschriften. Ein zwietes Treppenhaus (ein Notausgang) ist vorhanden! Wichtig wär, sich bezüglich der Statik zu informieren. Zu diesem Bereich könnte man den neuen Stadtbaumeister befragen.


---------- Gerd:

Ich möchte Karls Argumente nicht so ohne weiteres vom Tisch wischen, im Gegenteil, es ist doch erfreulich hier noch den gegensätzlichsten Aspekt zu erfahren. Denn zweifellos sind in Sachen Bürgerhaus noch eine ganze Menge Dinge ungeklärt.
Besonders auf die Details bezogen, ist es nicht übertrieben zu sagen, dass es mehr Fragen gibt als Antworten. Aber gerade um einen Ansatz zu schaffen diese zu klären, ist ja dieses vorläufige Konzept formuliert worden.
Es mag ja durchaus sein, dass man sich in anderen Kreisen über das Ansinnen nach einem Bürgerhaus scheckig lacht, aber dort sollte man sich dann auch bewusst darüber sein, dass Erding bisher als ein Fleck auf der Landkarte gilt, an dem wenig seinen Anfang nimmt, aber vieles sein Ende. Und das hat, meiner Ansicht nach, ausschließlich damit zu tun, dass es hier bislang keinen Raum zur Darstellung gibt.
Ich halte es von daher schon für einen Erfolg bisher überhaupt soweit gekommen zu sein, dass sich einige der maßgeblichen Leute für die Idee der Bürger-/Kulturhausinitiative zu interessieren beginnen.
Natürlich war von Anfang an klar, dass städtische Unterstützung nicht auf Fingerschnipp zu erhalten sein würde, aber anders als mit Hilfe der Stadt, ist es derzeit, denke ich, nicht zu bewerkstelligen.
Wer behauptet, einen solchen Raum, in dem Kleinkunst ihren Anfang nehmen könne, brauche es hier nicht, beleidigt die Kreativität der Erdinger.
Dass es genügend kreativ Schaffende, sowie das Publikum dafür gibt, beweist nicht zuletzt der Erdinger Literaturtreff.
- Nebenbei gesagt halte ich die Austragung eurer privaten Differenzen vor diesem Hintergrund für einigermaßen unangebracht und kann durchaus verstehen, dass dadurch bei Dritten der Eindruck entsteht, das ganze Thema diene vorrangig der Hebung des eigenen Selbstwertgefühls.
- Um auch in den Sachfragen ernst genommen zu werden, ist es, meine ich, notwendig auf die Fragen einzugehen und wirklich nur als blödsinnig zu verwerfen, was auch tatsächlich Blödsinn ist und die Frage nach einer Küche ist, da ja das Angebot von Snacks in dem vorgelegten Konzept erwähnt ist, denke ich, keineswegs unberechtigt.
- Niemand kann davon ausgehen, dass so ein Betrieb gleich von Anfang brummt wie Schichtl auf der Wiesn. Vorrangig wird es zunächst einmal darum gehen sich zu etablieren.
In Gesprächen mit Betreibern ähnlicher Einrichtungen in anderen Städten, habe ich immer wieder zu hören bekommen, dass so eine Szene wachsen müsse. Ich weiß deshalb wirklich nicht, was so lächerlich daran sein soll, für den Anfang zu Veranstaltungen und Meetings nötigenfalls einige selbstgeschmierte Sandwichs aus Muttis Küche zu verkaufen. Später kann ja dann mal eine Küchenzeile für den gastronomischen Betrieb angeschafft werden, - es muss ja keine nagelneue sein.
- Da das ganze als Non-Profitprojekt erklärt ist und ein Trägerverein verpflichtet wäre seine Umsatzzahlen offen zu legen, sollte ein Entgegenkommen der Stadt in dieser Phase bezgl. der Mietverpflichtungen möglich sein.
Wann das Gebäude von den Mitgliedern des Literatentreffs besichtigt worden ist weiß ich nicht. Ich zumindest habe die Räumlichkeiten in dem Gebäude noch aus der Zeit in Erinnerung, als dort noch die Post arbeitete, - auch die Büros im Obergeschoss -, und ich denke, dass sich dort seither noch nicht viel geändert haben dürfte. Die angedachte Nutzung dieser Büros durch Vereine halte ich von daher keineswegs für abwegig. Teuer allerdings dürften die erwähnten Wohnungen werden. Wenn aber an dem aufgegriffenen Gedanken festgehalten wird, diese künftig als Übergangsunterkünfte für soziale Härtefälle zu nutzen, - am besten, wie von Walter jüngst angesprochen, unter Mitwirkung des Nachbarschaftsvereins -, steht auch hier die Allgemeinnützigkeit im Vordergrund. - Soweit mir bekannt ist besteht überdies ohnehin bereits eine Wohnung im Dachgeschoss des Gebäudes -. Leider war ich bislang noch nie im Keller des Hauses und auch wenn es auch etwas blauäugig scheint, ich stelle ihn mir vor wie andere Keller auch und dass die Separees damit ohne großen Aufwand schallschutz zu isolieren sind. Inwieweit allerdings er sich auch für Workshops, wie es angeregt wurde, eignet, muss in der Tat eine Besichtung zeigen.
Als Raum für Veranstaltungen bietet sich die ehemalige Schalterhalle an. Hier dürfte die Schallschutzisolierung nicht ganz so unkompliziert und vor allem kostspieliger sein. Weshalb hierbei aber keine Eigenleistung eingebracht werden könne, lässt sich für mich nicht ganz nachvollziehen. Es ist durchaus nichts ungewöhnliches, dass die Stadt einem Verein ein Gebäude überlässt und dessen Mitglieder, natürlich immer die brandschutztechnischen Auflagen beachtend, diesen den eigenen Bedürfnissen anpasst. Obwohl, ich gebe es zu und hier läge evtl. ein Ansatz zu herber Kritik, ich niemanden sehe, der hierzu die technischen Fähigkeiten besitzt. Allerdings muss man auch erst noch sehen, inwieweit eine Brauerei an einem solchen Ausbau beteiligt werden kann, wobei ich eine zu große und langfristige Verpflichtung einer solchen gegenüber ablehnen würde. Auch wenn die Vorteile durch eine Verlagerung des Betriebes auf die andere Seite des Gebäudes auf der Hand liegen, halte ich die Geschichte mit dem Gebäudedurchbruch, - oder wie Walter es formulieren würde , der " rückwärtigen Öffnung des Gebäuderiegels" -, hingegen gänzlich für nicht durchführbar, weil viel zu aufwändig. Eine exakte Kalkulation der Kosten, weder für einen Umbau, noch für den Betrieb ist derzeit noch nicht möglich und war, solange auch noch keinen Alternativvorschlag vorlag, meines Erachtens, auch noch nicht notwendig, da als Hauptbedenken seitens der Stadt, wie mir geschildert wurde, es bisher immer galt, ob so ein Haus sich auch mit Leben füllen lässt.
Wichtig war für die Erstellung eines Konzeptes aufzuzeigen, dass das Gebäude für eine Nutzung als Bürger-/Kulturhaus überhaupt geeignet ist.
Mit der Abgabe nun sollte man sehen wo man mit seinem Vorschlag eigentlich steht. Bisher war allgemein feststellbar, dass es sich damit in etwa ähnlich verhält wie mit den paar Usern hier im Forum; - die Hälfte dafür, die Hälfte dagegen -. Wobei ich die Meinung derer, die das Gebäude lieber leer stehen gelassen sehen würden, als dass eine Initiative, wie die hier diskutierte darin Fuß fassen könnte, unmöglich nachvollziehen kann. Zu Gunsten des Anliegens, einen Raum für Darstellung zu schaffen, wie es sie in Erding bislang nicht gibt, sollte man sich grundsätzlich nicht die Beschränkung auf das Gebäude der alten Post auferlegen, zumal es ja nun, wie am Montag in der SZ zu lesen stand einen Mitbewerber gibt, weshalb ich die hier vorgeschlagene Nutzung in den Geschossen der ehemaligen Bücherei nicht rundherum verwerfen möchte, aber es war bisher schon notwendig sich auf eine Lokalität zu konzentrieren.
Außerdem dürften aufgrund ihrer ungünstigen Lage zu einem Wohngebiet hin und der breiten Fensterfront, die, wie ich annehme, nicht isoliert werden kann, die Möglichkeit für Konzertveranstaltungen in der ehemaligen Bücherei von vorne herein ausgeschlossen werden. Und gerade solche, wie sie etwa im Picnic stattfanden, fehlen mir in Erding im besonderen; aber auch die Sonntag vormittäglichen Filmvorführungen.
Ich weiß, in Erding ist zu dieser Zeit Frühschoppen beim Wirt angesagt, aber ich weiß auch, dass es außer mir noch mehr Leute gibt, die, - sei es weil sie vom Tag zuvor noch genug haben, oder weil es diese Filme nirgendwo sonst zu sehen gibt -, nun mal andere Interessen haben...