(im Aufbau)

Es ist wieder soweit.
Vorschläge für den Kulturpreis im Landkreis Erding werden dringend gesucht!

Vielleicht ein guter Anlass, sich einmal grundlegendere Fragen zu stellen.
Wer oder Was ist eigentlich Kultur?
und natürlich:
Wen könnte man vorschlagen? Wer oder was schafft eigentlich Kultur im Landkreis?

Man könnte aber auch von der anderen Seite zu fragen beginnen:
Welche Kriterien gibt es? Wer kann diese objektiv bewerten? Welches Maßband mit welcher Maßeinheit könnte man anlegen?
oder noch anders: Wer, oder welche Jury verfügt über diesen Maßstab?
Wer
ist im Besitz des Urteils, was und warum etwas nun kulturell wichtig oder förderungswürdig sein kann?
Für mich eine der wichtigsten und zentralsten Fragen überhaupt: 

Sind Kulturschaffende dazu da, neuen Akzente zu setzen - oder eher doch nicht?

(ein Klick öffnet den ganzen Artikel)

An diese schließt sich für mich ganz dringend eine weitere Frage an:
Dürfen Kulturschaffende Nachfragen stellen?

Wenn Sie die letzten beiden Fragen mit "Nein" beantworten, ersparen Sie sich das weiterlesen. Ansonsten könnten manche weitergehenden Antworten durchaus ihren bestimmten Reiz entfachen, der zugegeben, bei oberflächlicher Betrachtung nicht gleich auf den ersten Blick sichtbar ist. 
Nun, welcher Kulturinteressierte bezeichnet sich schon als oberflächlich? Gehen wir im Folgenden also von dem Fall aus: Sie und wir sind kulturell interessiert, damit wiederum in ausreichendem Maße dem abstrakten wie logischem Denken aufgeschlossen, und verfügen außerdem zumindest über ein klein wenig Phantasie ...
Zugegeben, Erding ist nicht gerade die Wiege geistiger Hochkultur, vielleicht waren die Nebel im Moos für großes Dichten und Denken auch zu dicht, die Nachbarn in München und auch in Landshut oder Freising mit ihren Strukturen von Unis und Denkschulen zu gewichtig, der Erdinger Sackbahnhof für regen Gedankenaustausch zu abgeschlossen, ...?
Vielleicht muss man all dies dem lokalen Kulturreferenten zugute halten, dass es vor zwei Jahren zu jenem, eben dem obigem Artikel in Erdings lokaler SZ-Beilage kam
- und vielleicht war das Ergebnis der eigenen Antwort (unten) auf diesen Artikel (wenige Tage danach in Erdings lokaler SZ-Beilage, sowie xED) dann der, dass eine Art Kulturrevolution unsere Örtlichkeit erschütterte. Wie auch sonst ist zu erklären:
!Börni Sparakowski, und damit vor allem viel laute Musik und Bier, erhielt 2004 den Kulturpreis des Lkr. ED!

 

Zum Artikel in der Erdinger SZ

"Welche Rolle spielen Förderung und Preise"?
- "Es geht nicht darum, neue Akzente zu setzen"
vom 4./5.01.03:

Hier nun als Antwort der Leserbrief
von Walter Koppe und Thom Delißen:

Kunst und Kultur ohne neue Akzente ist tot

Gibt es schönere Herausforderungen kultureller Art, als scheinbar eherne Gesetze, Ansichten und Grenzen in Frage zu stellen?
Zur Frage der Erdinger SZ an Kulturreferent Sattelmair, welche neuen Akzente dieser sich für das kulturelle Leben im Landkreis vorstellen könnte, zählte er die "urwüchsigen Trachtenvereine von Wasentegernbach und Altenerding" als Beispiele auf, denn: "es geht darum, die Leute nicht zu überfordern".
In der Kultur sollte es in der Tat nicht darum gehen "Leute zu überfordern", sondern vielmehr, sie an Grenzen zu führen, auch als Element persönlicher Entwicklung und Entfaltung - und dazu bedarf es Freiraum, und nicht "des, wos ma scho imma so gmacht ham".

Es geht auch nicht darum, die eine Vorstellung von Kultur gegen andere auszuspielen, z. B. die offizielle von einer inoffiziellen; aber notwendig wäre ausreichend Toleranz und Offenheit, um auch unterschiedliche Vorstellungen nebeneinander gelten und bestehen zu lassen.

Bei Fragen im Bereich Kultur geht es also sehr wohl darum, auch neue Akzente zu setzen!
Solange dies bestritten wird, ist es wichtig, dieses Vakuum in Eigeninitiativen und unterschiedlichen Gruppen auszufüllen und zu gestalten.
Unabhängig von Preisen und Förderungen ist es eine gesellschaftliche Notwendigkeit, die von offizieller Seite vernachlässigten und ignorierten Perspektiven aufzuzeigen.
Und gerade dies betonten und betonen auch Bundespräsidenten wie Herzog und Rau immer wieder, wenn sie mehr ehrenamtliche Arbeit fordern, die eigene Spuren hinterlässt, und nicht nur ausgetretenen Pfaden folgt.

ich stelle mich diesem Wettbewerb, den ich genau diesem individuellen freien Akzent widme. 

1) xED nennt sich nicht umsonst die Kultimative.
xED-Motiv war es von Anfang an, eine regionale Kulturplattform
aufzubauen.
So entstand mit dem
Künstler-ABC ein regionales Künstlerverzeichnis, eine Serie von Interviews über die '68er in Erding, Veranstaltunskalender und Kunstausstellungen, ... 

2) aus xED entwickelte sich der Erdinger Literatentreff mit über 50 Treffen, mit dem Gedanken-Sprung eine eigene Erdinger Literatenzeitschrift (derzeit 9 Ausgaben). Ich wurde selbst Vorsitzender des neuen Vereins, und Herausgeber der Zeitschrift. 

3) über xED und den Literatentreff entwickelte sich die Idee und ein Konzept eines Kultur- und Bürgerhauses - diese Idee ist nicht tot!

4) über xED aus Pilotplattform entwickelte sich die intelligente lokale Mitfahrzentrale MiFaZ mit Schwerpunkt Reduzierung des Pendlerverkehrs. Derzeit wird das ökol. wie ökon. sinnvolle Projekt in 35 Städten und Gemeinden eingesetzt, z. B. in Regensburg - Es wäre vor allem für die vielen Pendler in unserer Region sehr schön, wenn diese Idee endlich auch im Lkr. Erding bekannter gemacht werden könnte!

Zum Erdinger Literatentreff gibt es zahlreiche Presseberichte - vor allem in den Nachbarlandkreisen,
Zur MiFaZ gibt es zahlreiche Pressekonferenzen oder Beteiligungen an Umweltmessen, Agenda-Veranstaltungen und Zukunftskonferenzen - vor allem in den Nachbarlandkreisen 
- es wäre schön, könnte dies irgendwann auch innerhalb der eigenen Region gelten. 

Hinter diesen verschiedenen Projekten steht eine gemeinsame Philosophie.
Lesbar wird das auch durch eher zufällige Handlungsmöglichkeiten; etwa als ich für eine Ferienfreizeit zum Theaterautor und Regisseur werde (siehe
hier).
Diese Philosophie begleitete mich innerhalb meines Architekturstudiums in Wismar, als ich als Initiator und Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins
Brutto e. V. wurde, und unsere Gruppe einen ersten Preis eines bundesweiten Innovationswettbewerbs der Münchner Anstiftung gewann.
Es ging und geht mir auch weiterhin um eine freie, positive, offene und solidarische Gesellschaft - es geht mir um Entwicklungen und Potentiale im kulturellen, sozialen, politischen und ökologischen Sinn. 

Wenn Sie diese Aktivitäten unterstützen wollen,
suchen Sie sich ein paar Aspekte und e-mailen das Ganze an: hartwig.sattelmair@lra-ed.de.

aus dem Ausschreibungstext:

Der Kulturpreis soll insbesondere eine Anerkennung sein für die Leistungen von Einzelpersonen, Gruppen und Vereinigungen zum Wohle der Kultur, des Brauchtums, der Heimat- und Landespflege sowie des Denkmal-, Natur- und Umweltschutzes im Landkreis Erding und die Leistungen auf den Gebieten der produzierenden Kunst (Malerei, Bildhauerei, Literatur, Komposition und andere) und der reproduzierenden Kunst (Inszenierung, Interpretation, darstellende Kunst).

Das Vorschlagsrecht steht allen Bürgerinnen und Bürgern des Landkreises Erding zu. Es können nur Vorschläge berücksichtigt werden, die im laufenden Jahr eingereicht wurden. Früher gemachte Vorschläge müssen gegebenenfalls neu vorgelegt werden.

Vorschläge (mit Begründung) werden erbeten bis Donnerstag, den 20. Oktober 2005, an das Landratsamt Erding, Sachgebiet 43 / Kultur, Hartwig Sattelmair, Alois-Schießl-Platz 2, 85435 Erding, Telefon 08122/58-1251, E-Mail hartwig.sattelmair@lra-ed.de .

Die Preisverleihung findet statt am Freitag, den 25. November 2005, um 20 Uhr in der Stadthalle Erding.

 

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