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Info-Veranstaltung zum ökol. Landbau und zur aktuellen BSE-Problematik
am 01.02.01. im Tagwerk-Zentrum in Dorfen
Die eigentlich als eine ganz "normale" Info-Veranstaltung zum ökol. Landbau gedachte ruhige Runde entwickelte sich der Aktualität wegen zu einem sehr informativen Abend rund um die BSE-Problematik.
Vor immerhin knapp 50 Personen stellten die Agraringenieure und Tagwerk-Mitglieder Siegi Pschibul-Markgraf und Toni Wollschläger die Entwicklung der letzten Jahrzehnte in der Landwirtschaft dar.
Ihrer Meinung nach sei es seit den 70er Jahren von politischer Seite versäumt worden, bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen anstatt weiter auf Masse und Ertragssteigerung sich auf eine Steigerung von Qualität und damit ökologische und gesunde Lebensmittel umzuorientieren.
Doch die Referenten sehen die BSE-Krise als Chance, für die Landwirtschaft längerfristige Lehren zu ziehen; außerdem den ökol. Landbau aus seinem Nieschendasein zu befreien.
Der Verbraucher hat also die Wahl ...
Nachtrag:
einige interessante Links zum Thema BSE:
Laut ihnen sei der ständige Preisdruck für diese Massen- und Überschußproduktion verantwortlich, führte zu immer höherem Einsatz von Antibiotika und Wachstumsförderern bei Tieren, zu immer mehr Chemie, Nitrat, Pestiziden bei den Böden, und damit zum Sterben von Tier- und Pflanzenarten, sowie zur Aufgabe nicht mehr rentabler Betriebe. Von 1960 bis heute ging die Zahl der in der Landwirtschaft Beschäftigten damit in Bayern von 1,1 Mio auf nur mehr gut 200.000 zurück.
Und genau dies sei auch ein wesentlicher Aspekt der derzeitigen Lebensmittelskandale. Jeder versucht Kosten einzusparen, dann eben auch zum Nachteil unserer Gesundheit, wie etwa durchs zu geringe Erhitzen gegen Erreger im Futtermittel, oder beim Einarbeiten kranker Tiere in diesen Kreislauf (Franz Leutner).
Aus ähnlichem Grund, dem raschen Wachstum wegen, hat der Mensch über das Verfüttern tiersichen Eiweises den Pflanzenfresser Kuh erst zum Kanibalen gemacht.
Nun wo Erzeuger wie Verbraucher gerade diese Logik immer kritsischer hinterfragen, wittern die Genlabors ihre Chance als "rettende" Alternative endlich ihren genetisch manipulierten Soja ins Spiel zu bringen.
Immerhin hat man nun in entscheidenden Regierungspositionien, vor allem mit Frau Künast im Bund wie auch EU-Kommissar Fischler wichtige Fürprecher für eine mehr ökoloigisch- wie verbraucherorientierte Landwirtschaft, und schätzt eine realistische Möglichkeit, die Anzahl von Ökobetrieben von derzeit 2 % auf österreichische Verhältnisse zu steigern, wo bereits 20 % nach ökol. Richtlinien arbeiten.
Wichtig sei allerdings gegenüber den Verbrauchern auch eine eindeutige Kennzeichnungspflicht.
In der konventionellen Landwirtschaft könnte eine Verteuerung der Produktionsmittel wie Dünger oder chem. Pflanzenschutz helfen, allerdings nur wenn der Binnenmarkt gegen Billigstanbieter von außen geschützt werden kann.
Den Verbrauchern muß klar werden, daß eine Extensivierung der Produktion zwar höhere Lebensmittelpreise zur Folge haben muß, daß dieser Preis aber insgesamt gesehen sogar billiger ist, dann nämlich, wenn sowohl Wert von Umwelt wie Gesundheit in diese Rechnung einfließt.
Das Beispiel Schweiz zeigt, daß es eine absolute Sicherheit auch innerhalb ökol. Erzeugerverbände dann kaum geben kann, wenn diese, wie geschehen, ihre Bestände aus konventionellen Höfen auffüllen - hier gab es also tatsächlich BSE-Fälle innerhalb sog. Öko-Betriebe.
Ziel der Tagwerk-Genossenschaft war und bleibt es, umstellungswillige Erzeuger für den ökol. Landbau zu gewinnen. Dies heißt, daß es Betriebe gab, die bereits innerhalb einer Übergangsphase für Tagwerk produzierten, deren Tierbestand also zu mindest teilweise mit konventionellem Futtermittel gefüttert wurde.
Aufgrund der BSE-Problematik wurde diese Regelung laut Dr. M. Rittershofer, Geschäftsführer von Tagwerk e. V., jüngst verändert. Tagwerk wie auch die anderen Öko-Verbände vermarkten seit dem nur mehr jene Tiere, die seit ihrer Geburt nach Öko-Richtlinien gefüttert wurden.
http://userpage.zedat.fu-berlin.de/~dittbern/BSE.html
www.euronatur.de/fset.htm
www.stern.de/magazin/bse/2000/11/287chronik-2.html
www.gruene-fraktion.de/uthem/verbraucherschutz/index.htm