| Medien und Demokratie | xED |
von Walter Koppe |
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Es waren zunächst eine Reihe recht sonderbarer eigener Erfahrungen als Initiator versch. Projekte (hier), die mich Fragen nach einem speziellen Zusammenhang stellen ließen; mich zum Kandidaten der Kommunalwahl machten. Eine Punktgenaue Negativschlagzeile jedoch verhinderte die notwendige Anzahl von Unterschriften zum Antritt zur Kommunalwahl (hier). Während der Einfluss der Wirtschaft auf die Politik inzwischen jedem unbestreitbar erscheint, hat diese Frage dann nicht
mindestens genauso direkt mit dem Einfluss der Medien, damit auf unser aller
Meinung zu tun?
Ins Zentrum meiner Untersuchungen habe ich eine Arbeit gerückt, in meiner Freizeit über Monate hinweg (von 09.01.- 21.04.09) TV-Programme angesehen, nicht allein der reinen Information wegen, sondern auch, um Nachrichtensendungen, Talk-Shows, mehr oder weniger politische Berichte zu analysieren, und zwar primär über die Ausgewogenheit, was die Präsenz der Parteien betrifft, habe dabei innerhalb dieser Monate 432 Wertungspunkte vergeben, so unparteiisch wie möglich, gewichtet nach Relevanz, also TV-Kanal, Sendung und Zeit. Obwohl ich mir einige Mühe gemacht habe (die Daten im Details sind unten notiert) stelle ich keinen Absolutheitsanspruch, dieses Ergebnis nun als einzige Wahrheit darzustellen; statt dessen empfehle ich durchaus, eigene Überprüfungen vorzunehmen, und freue mich auf Reaktionen, auch hinsichtlich einer Aussage zu diesem Thema. Weil ich immerhin vermute, dass sich der Trend meiner Untersuchung doch mehr oder weniger bestätigen wird, bin ich dabei, das Thema "Medien und Demokratie" in seinen verschiedenen Aspekten darzustellen. Schließlich geht es im Endeffekt darum, für unsere Demokratie und auch im Sinne unseres demokratischen Selbstverständnisses entsprechende Schlüsse zu ziehen. |
Unterschied zwischen
Ergebnis der Bundestags- wahl und Präsenz in den Medien (Anfang 2009) d
cdu/csu: -3,0% - spd: -5,1% - fdp: +6,9% linke: -3,8% - grün: +7,1% - sonst: -2,0% Info und Terminweitergaben werden ignoriert, Beispiel für bayr.
lokalmediale Einmischung in Betriebsratswahlen |
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Politik in den Medien
- Ergebnis meiner
Untersuchung von TV-Sendern im Detail (vom 09.01. - 20.04.2009)
So häufig bzw. so gewichtig waren Parteien, bzw. ihre Vertreter in den von mir untersuchten Sendungen vertreten: cdu/csu: 32,2% - spd: 29,2% - fdp: 16,7% - grün: 15,3% - linke: 4,9% - sonst: 1,9% im Vergleich der Ausgang der Bundestagswahl: cdu/csu: 35,2% - spd: 34,3% - fdp: 9,8% - grün: 8,1% - linke: 8,7% - sonst: 3,9% |
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Was sich aus der Untersuchung folgern lässt? Zunächst fällt das im Vergleich zur Bundestagswahl überproportionale Abschneiden der Oppositionsparteien insgesamt (+ 9,5 %) gegenüber den Regierungsparteien (- 8,1 %) auf, was sich damit erklären lässt, dass die Medien grundsätzlich bestrebt sind, einer großen Regierungskoalition einer im Vergleich dazu kleinen Opposition etwas mehr Gewicht einzuräumen. Das markanteste Ergebnis betrifft jedoch den medialen Unterschied der Oppositionsparteien untereinander. Während die Präsenz von FDP und Grüne gegenüber dem eigentlichem Bundestagsergebnis annähernd doppelt so hoch ausfällt ( + 6,9 bzw. + 6,4 %) ist das Ergebnis für die Linkspartei fast halbiert (- 3,8 % ); diese liegt in der Medienpräsenz damit jeweils bei nur etwa einem Drittel von FDP wie Grüne. Der markanteste Meinungswandel innerhalb meiner über 3 Monate langen Untersuchung war wohl, dass Forderungen der Linken (Mindestlohn, gegen Rente mit 67, ...), die am Anfang meiner Untersuchung noch als "populistisch" abgetan wurden, am Ende nicht nur von der SPD übernommen wurden, sondern damit auch von ihr dominiert wurde. Häufig wurden regierungskritische Sichtweisen
von
Personen aus den eigenen Reihen wahrgenommen, etwa von Geisler, Blüm,
Gauweiler. Auf diese Weise ist vor allem die CSU gleichzeitig Regierung und Opposition. Stattdessen
als "PEINLICHSTER
POLITIKER" zur Wahl steht
Gregor Gysi Die ödp, die von sich behauptet, die einzige Partei zu sein, die keine Spenden von Unternehmen und Verbänden annimmt (bei bundesweiten Wahlergebnissen von 0,5 % wenig aussagekräftig), führt in einem Faltblättchen die Transaktionen zwischen Konzernen und Parteien auf, die auch nach Beginn der Finanzkrise munter weiter an alle anderen Parteien gehen; und meint damit CDU, CSU, SPD, FDP und Grüne. Die bundesrelevante Linke kommt in der ödp-Aufstellung erst gar nicht vor.
EU-Wahl 2009 - eine Analyse Das wesentlichste Ergebnis betrifft die niedrige Wahlbeteiligung, sowohl europaweit, wie regional. Die wesentlichste Frage lautet demnach: Was sind die Gründe dafür? grunddemokratisches Versagen
Mit dieser Tendenz des stetig zurückgehenden Wählerauftrags - welcher trotzdem
auch weiterhin die Legitimation zum regieren liefert, wird die Tendenz auch weiter
abnehmen, dass sich Menschen durch "ihre" Politiker vertreten fühlen.
Das Gefühl der Machtlosigkeit, etwa in Bezug auf den eigenen Arbeitsplatz,
drückte sich weniger in Stimmen sondern in Wahlenthaltung, sowie dem Erstarken
nationaler EU-skeptischer Parteien aus. wer ist radikal? Wer selbst
tarifvertraglich gekündigt wird, um sich über die Bundesagentur für Arbeit
über Leiharbeitfirmen für die selbe Arbeit als Billiglohnarbeiter neu zu bewerben, hätte
eigentlich wie
kaum ein anderer eine Berechtigung, dass derlei prekäre Arbeitsverhältnisse
nicht zum gesellschafspolitischen Trend werden dürfen. Wo dies nicht möglich
ist, verwundert es auch nicht, dass mit dieser Sichtweise auch regionale Wahlergebnisse
bescheiden bleiben. Dazu passend wiederum der Kommentar jener Regionalzeitung am
Tag nach der EU-Wahl:
"Die radikalen Parteien spielten gestern keine Rolle." eine Wahlentscheidende Frage! - aber bitte erst nach der Wahl
Ein weiteres, diesmal überregionales Beispiel, das einen ähnlichen Trend anschaulich
darstellt: Buchtip (Juli '09):
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Die
eigene Meinung in der Sichtweise anderer
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"Die
Gleichschaltung ist nahezu gelungen"
- ( "Nachdenkseiten" als Tip zum Weiterlesen")
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Nachweis der Datenerhebung
09.01.08, 19 Uhr: zdf-heute: logo frägt politiker: hinweis: ... "gespräch mit oskar lafontaine von der linkspartei" nach den nachrichten: "union investment, die fondsgesellschaft der volks- und raiffeisenbank präsentiert ihnen das wetter" cdu: 6, csu: 3, spd: 4, fdp: 1, grün: 1, links: 1, sonst: 0 20 Uhr: ard-tagesschau: 30.01.: 03.02.
08.02.: 10.02.: cdu: 5, csu: 4, spd: 4, fdp: 2, grün: 1, links: 0, sonst: 1 (FW) 11.02.: cdu: 4, csu: 3, spd: 5, fdp: 4, grün: 4, links: 2, sonst: 0 film über den investment-banker cdu: 1, csu: 3, spd: 8, fdp: 3, grün: 3, links: 0, sonst: 0 ntv am 13.02.: 15.02.: phönix: cdu: 5, csu: 3, spd: 7, fdp: 5, grün: 4, links: 0, sonst: 1 (npd) 16.02. phönix: 15 min. über die spd, über die gewerkschafter in der spd, über die potentielle wählerschaft für die spd zu mobilisieren, über steinmeier, der gemeinsame sache mit westerwelle macht über westerwelle (fdp), der möchtegern-aussenminister über annäherungen zwischen spd und fdp, niebel (fdp) im "vorwärts" spd-präsidium, pressekonferenz mit müntefering (spd) von der leyen (cdu) - 15 min. über familienreport 2009 spd: 6, cdu: 3, fdp: 1 phönix: unter den linden: pro eingeladenen klaus ernst (linke) rürup (spd), ursprünglich anstatt ernst eingeladen?! vogel (fdp) umlagefinanziert ist sicher, aber die zusatzrenten nicht linke: 4, fdp: 4 schäuble (cdu) zum arbeitnehmerschutzgesetz lötsch (linke) über leer stehende immobilien in berlin kelber (spd) über umzug cdu: 1, linke: 1, spd: 1 ntv, 17.30 uhr: metzger (cdu, ex-grün) kontra ulrich maurer (linke) cdu: 3, linke: 3 ard: maischberger: bahr (spd), genscher (fdp), fischer (grüne), steinmeier (spd) spd: 6, fdp: 3, grüne: 3 cdu: 7, csu: 0, spd: 23, fdp: 8,
grün: 3, links: 8, sonst: 0
18.02.09
20.02.09: 22.02.09: 24.02.09: 25.02.09: cdu: 2, csu: 3, spd: 7, fdp: 13,
grün: 5, links: 4, sonst: 0 25.02.09: cdu: 5, csu: 5, spd: 5, fdp: 5, grün: 3, links: 0, sonst: 3 (FW) cdu: 35, csu: 24, spd: 63, fdp: 41, grün: 24, linke: 15, sonst: 6 (fw, npd, piraten) gesamt: 208 cdu/csu: 28 % - spd: 30 % - fdp: 20 % - grün: 12 % - linke: 7 % - sonst: 3 % steinmeier (spd) in saarland: "wir schaffen klarheit, wer chef im lande ist" Hessen-Wahlkampf: FAZ verzichtet
auf die Linken - Medien - FOCUS ... 16. Febr. 2009 ... Militaristisch
und neoliberal Die Linkspartei lehnt nicht nur den Vertrag von Lissabon ab
sondern will die EU ganz zu Grabe tragen. eigentlich - vollkommen falsch wird
hier die lüge zur wahrheit erklärt. 26.02. phönix-unter den linden: thema: einsatz der bundeswehr fj jung (cdu) gegeb trittin (grüne) unterdenlinden@phoenix.de bei anne will: angela merkel steinbrück & steinmeier aiwanger (fw) ard, beckmann: theo weigl (csu) über neoliberale video-freiheit lambsdorf (fdp) guttenberg (csu) cdu: 6, csu: 7, spd: 3, fdp: 4,
grün: 6, links: 0, sonst: 2 25.03. 26.03.: cdu: 11, csu: 0, spd: 6, fdp: 3,
grün: 6, links: 2, sonst: 0 27.03.: cdu: 0, csu: 0, spd: 3, fdp: 3,
grün: 0, links: 0, sonst: 0 29.03.: 30.03.: 02.04.09 mayrit illner: cdu: 7, csu: 7, spd: 10, fdp: 6,
grün: 9, links: 0, sonst: 0 03.04.: obama in deutschland 04.04.: anne will:sven giegold
05.04.: phönix, 22.15 uhr: unter
den linden, ist der kapitalismus jetzt gebändigt
cdu: 6, csu: 0, spd: 0, fdp: 0,
grün: 6, links: 2, sonst: 0 ard-tagesthemen:
15.04.
cdu: 0, csu: 2, spd: 0, fdp: 0,
grün: 2, links: 0, sonst: 0 16.04- heute:
zdf-heute: spd-plan und lohnsteuerhelferin, eingangssteuersatz, reichensteuer, bernhardt (cdu), milchpreis: aigner (csu) stegner (spd), bernhard (cdu) frankreich: chefs als geisel - was ist der unterschied zwischen frankreich und deutschland, wenn auch die hälfte der franzosen dies für richtig finden? ist es z.b. auch die berichterstattung der medien? ard-nachtmagazin: tagespresse demnächst nur mehr übers internet? in den usa teilweise bereits realität zukunft internet? stirbt der qualitätsjournalismus? wer ist für das hinterfragen von politischen entscheidungen zuständig? cdu will soli abschaffen müntefering (spd) zur lohnsteuerbonus-idee ntv: von der leyen (cdu) zur kinderpornographie cdu: 6, csu: 4, spd: 11, fdp: 1,
grün: 0, links: 0, sonst: 0 studie grünen-bundestagsfraktion: kartellamt: 3 18.04.:
pofalla (cdu): 1 niebel (fdp): 1 cdu: 1, csu: 0, spd: 6, fdp: 4,
grün: 6, links: 0, sonst: 0 19.04. anne-will: "vorwährts
in den sozialismus?"
cdu: 4, csu: 0, spd: 8, fdp: 3,
grün: 0, links: 0, sonst: 0 20.04.:
cdu: 5, csu: 2, spd: 10, fdp: 2,
grün: 0, links: 1, sonst: 0 reaktionen auf das
spd-wahlprogramm: 2
cdu: 2, csu: 0, spd: 2, fdp: 2,
grün: 2, links: 1, sonst: 0 ntv-text: "cdu und fdp üben
scharfe kritik am spd-wahlprogramm"
cdu: 1, csu: 0, spd: 0, fdp: 3,
grün: 2, links: 0, sonst: 0 |