Längst gibt es auch im Lkr. ED Interessensgemeinschaften gegen Sendeanlagen für Mobilfunk.
In Walpertskirchen rief im Juli 2001 eine Bürgerinitiative zur Großdemo- und Infoveranstaltung
nach Rosenheim.
Aber auch an anderen Orten, wie in Erding, Eitting oder um Inning, formierten und formieren sich Bürger,
schließen sich zu Initiativen zusammen.
Die Angst, grade von Eltern und der Verantwortung für ihre Kinder, scheint durchaus begründet.
Immerhin reduzierte Radio Vatikan Ostern 2001 seinen Sendebetrieb, weil um die Sendemastanlagen herum ein erhöhtes Leukämie-Risiko als bewiesen gilt.
In der Tat ist das Bild, das wir uns über die südländische Gesetzesgebung machen, längst zu revidieren.
Lächelte man vor Jahrzehnten noch über die Mentalität unserer südlichen Nachbarn, um sich grade im Bereich Umweltschutz gerne als deren Lehrmeister aufzuspielen, so scheint dieses Bild längst verdreht.
Während jenseits der Alpen die Lärmschutzgesetze zu den fortschrittlichsten in ganz Europa zählen, wurde die Nachtflugregelung im Großflughafen München 2001 praktisch außer Kraft gesetzt; und während
jenseits der Alpen der Zusammenhang zwischen dem Betrieb von Mobilfunkanlagen und dem Risiko an Blutkrebs zu erkranken, mittlerweile unbestritten ist, setzt man hierzulande den Betreibern von Mobilfunkanlagen kaum gesetzliche Schranken.
Dabei gibt es sowohl diesseits wie jenseits eindeutige Gesetze zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung, und jeder Minister leistet seinen Eid, alles dafür zu tun, Schaden (also auch gesundheitliche Risiken) von der Bevölkerung abzuwenden.
Grade auch die Art, wie sich die Raiffeisenbank Walpertskirchen vertragelich auf einen Zeitraum von 20 Jahren binden ließ um entsprechende Anlagen dort zu installieren, wogegen dem Vertragspartner Mannesmann AG eine jährliche Kündigung gewährt wurde, muß auf Unverständnis stoßen.
Was passiert denn nun, wenn sich innerhalb dieses Zeitraums der Verdacht der Gesundheitsgefährdung weiter konkretisiert - auch wenn lange danach immer noch nichts beweisbar bliebe?
"Vertrag ist Vertrag" würde man sich verteidigen, und Walpertskirchen eher zur Geisterstadt erklären. Dann immerhin gäbe es für die Raiffeisenbank Walpertskirchen leider auch keine Kunden mehr, und davor immerhin hat man dann doch Angst.
Dagegen kennt Politik und Wirtschaft erst dann eine Betroffenheit, wenn dies konkrete Folgen nach sich zieht; also wenn Konten gekündigt oder Politiker abgewählt werden.
eigener Kommentar