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Nazischmierereien am Erdinger Jugendzentrum |
in der Nacht von 30.02. auf 01.03.02 - Briefkasten-Werbung und Stimmzettel Die Athmosphäre ist gespannt. Jugendliche auf beiden Seiten bekriegen sich seit Jahren. Statt eines Jugendzentrums sei der Ort an der Dorfener Straße zur "Jugendverwahranstalt" verkommen, meinen Kritiker seit langem.Dabei ginge es auch anders: Würde die Stadt den Jugendlichen mehr Freiräume zugestehen, oder gar ein autonomes Jugendzentrum, würden auch intellektuelle Jugendliche angesprochen, könnte statt eines Potentials an Gewalt kulturelle Mischung und Kreativität aufgebaut werden, so deren Meinung.
Das Thema der Nazischmierereien und Lösungsmöglichkeiten war auch Thema im Landratskandidaten-Chat am 01.03.02: |
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meine Antwort an toleranz-fuer-deutsche@freenet.de:
liebe mehr oder weniger tolerante Erdinger. aufgrund obigen Flugblattes hier eine eigene Stellungnahme: Wie jung ist die Jugend von Erding? Ich wünsche mir eine tolerante, aufgeschlossene und mutige Jugend, die keine Angst vor Niemanden hat, die mit jedem redet und dabei auch kritische Fragen stellt. Jugendlich sein heißt für mich sich auf die Suche nach eigenen Wegen und Erfahrungen machen. Das geht am besten ohne Vorurteile: Gerade im jugendlichem Alter ist deshalb auch die Chance am größten - für Deutsche wie Ausländer - tolerante Sichtweisen zu entwickeln, um daraus nicht nur körperlich sondern dazu parallel auch geistig zu wachsen. Grundvoraussetzung dazu ist das Aufhebeln von Vorurteilen wie "Ausländer sind Gewalttäter!" -? Nicht nur, dass derlei Äußerungen nichts mit einem "Aufstand der Anständigen" zu tun hat, sondern im Gegenteil eine Anstiftung zur Ausländerhetze darstellt! Meiner Meinung verhindern derartige Vorurteile auch die Sicht auf die eigentliche Problematik, nämlich dass sich der Unterschied zwischen Oben und Unten ganz allgemein vergrößert. Logisch, dass wer Unten steht, wer für sich keine Perspektive erkennt, auch dazu neigt aggressiv zu werden, Gerechtigkeit - auch illegal - selbst herzustellen. Wer Unten steht, hat am wenigsten zu verlieren - derlei Zusammenhänge gelten allgemein, und hat nicht speziell mit Ausländer zu tun, erst recht nichts mit einem Zuviel an Toleranz. Im Gegenteil, denn erst das Zementieren wachsender Unterschiede auch im Geiste lässt diese zwischen den Schichten weiter wachsen. Lösen lässt sich das nur, in dem man sowohl politisch gegensteuert, aber auch eine innere Toleranz zulässt, die jedem befähigt sich selbst zu hinterfragen. Auch eine solidarisch positive Grundeinstellung wäre hilfreich, die sagt: "Wir schaffen das Gemeinsam!" - im Sinn auch der eigenen Lebensqualität. Der wachsende Unterschied zwischen Oben und Unten beginnt bereits in den Schulen, in der sog. Eliten rasch vom Rest der Masse getrennt werden. Die Manager und Politiker von Morgen verlieren an Bodenhaftung, weil sie bereits in ihrer Kindheit auch mental kaum mehr etwas mehr mit der "Unterschicht" zu tun haben, wenn sie sich kaum mehr vorstellen können, wie sich Entscheidungen ihrerseits auf einen Hartz IV-Empfänger oder Billiglohnarbeiter niederschlägt. Und die zugleich meist bildungsferne Unterschicht - egal ob Deutscher oder Ausländer - ist oft nicht wissend derlei Zusammenhänge zu durchschauen, um sich statt dessen gegeneinander ausspielen zu lassen. Ich erlebe dies seit einiger Zeit ganz massiv als Schichtarbeiter am Münchner Flughafen. Die Globalisierung (von den Managern und Politikern so gewollt) brachte dem Bodenverkehrsdienst Wettbewerber, und damit Arbeiter, die sich nun, unterschiedlichen Herren dienend, gegenseitig unterbieten. Die Folge: Der Flughafen wächst und expandiert durch die billigen Dienstleister (Je billiger das Angebot, je größer die Nachfrage und desto größer die Notwendigkeit einer Dritten Startbahn). Die Rechnung bezahlen die Beschäftigten, die für immer weniger Geld immer mehr arbeiten, um untereinander (FMG - MUC-Ground - Avia-Partner) konkurrenzfähig zu bleiben. Die kritischsten Leute werden einer "Endlösung" zugeführt. Diese nennt sich heute Hartz IV. Die "Deutschen Gene" (siehe z.B. 1933 - 45) sind nicht besser als Schwarze, Gelbe oder Rote. Statt dessen unterschätzen wir die Fähigkeiten, die jedem Menschen zur Verfügung stünden, um aus ihm etwas Besonderes zu schaffen. Wir müssten es nur wollen, diese Potentiale besser auszuschöpfen - ich meine das nicht einzig in Richtung einer aufs egoistische Fortkommen bezogenen Bildung für Eliten, die dann wieder über alle andern steht, sondern auf eine, welche durchaus aufs Individuum bezogen die Gesellschaft insgesamt einander wieder mehr zusammen bringt. Das aber geht nur mit Toleranz! walter koppe, www.xED.de
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1.
Meinung von C.: 2.
Meinung von ANBA.: 3.
Meinung von Eli.: weitere
Meinungen: |
Eigentlich sollte der Samstagnachmittag das Jugendparlament ein weiteres Stück in Richtung seiner Realisierung voranbringen. Dazu war im Zelt am Schrannenplatz eine Diskussion zum Thema angesagt - wobei das wachsende Polizeiaufgebot bereits deutlich machte, dass es für die Organisatoren nicht so einfach werden sollte. Am Ende waren es bis zu 40 Rechte - leicht auszumachen in ihren T-Shirts mit der Aufschrift "Toleranz für Deutsche" - die sich vor dem Zelt eingefunden hatten. Weil die Gruppe nicht weiter aggressiv in Erscheinung trat, konnte man dieser die Teilnahme an der Diskussionsveranstaltung schlecht verbieten. Erst als diese allmählich immer mehr die Diskussion an sich nahm, wurden man unsicher - und löste die Veranstaltung schließlich auf. Falls es nun Leute gibt, denen nicht so ganz klar ist, was es mit derlei Gruppen auf sich hat: Nach dem Rückzug der Rechten fanden sich etwa ein Dutzend ausgefüllte "Stimmzettel" der Friedrich-Ebert-Stiftung, etwas zweckentfremdet mit einer überaus deutlichen Botschaft (siehe unten) am Präsentationsbereich der Jusos. Wie passt ein taktisch kluges Vorgehen nur zusammen mit: "Sie wissen nicht was sie tun"? Ein Fall für die Staatsanwaltschaft - oder doch eher für Psychologen? |
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