Wahltriumph der
Freien Nichtwähler

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Bei den Kommunalwahlen im Lkr. Erding erzielten die Freien Nichtwähler ein Traumergebnis.
xED besuchte am 03.03. die Party bei den Wahlsiegern, bei denen ausgelassene Stimmung herrschte.

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Im Wahlkampf fast untergegangen ist die Partei der Freien Nichtwähler. Dabei überraschten sie im Lkr. Erding mit einem hervorragenden Ergebnis.
xED interviewte am Wahlabend im Kreis seiner jubelnden Anhänger Richard Wamhuber, Spitzenkandidat der Freien Nichtwählern im Lkr. Erding.

xED:
Herr Wamhuber. Sie hatten sich, anders als ihre Konkurrenten im Wahlkampf sehr rar gemacht. Keine Wahlplakate, keine öffentlichen Auftritte. Trotzdem wurde ihre Partei die stärkste im Landkreis.

Wamhuber:
In der Tat. Wir sind der eigentliche Wahlsieger; steigerten unsere Stimmen von 22 % im Jahr 1990 auf 28 % im Jahr 1996 und erhielten nun über 35 %.

xED:
Wie ist dieser Erfolg zustandegekommen?

Wamhuber:
Im Gegensatz zu den anderen Parteien hatten wir keine Ausgaben, kaum einen Arbeitsaufwand. Die Motive unserer Wähler sind durchaus verschieden. Eine allgemeine Unzufriedenheit der Altparteien gegenüber ist sicher vorhanden.

xED:
Was nun? Die Öffentlichkeit kennt ihre Gruppierung kaum. Erheben Sie nun Anspruch auf die Macht?

Wamhuber:
Zwar müssen wir noch mit der Landeswahlleitung reden, aber wir haben vor, das offizielle Wahlergebnis anzufechten.

xED:
Es geht um die Anerkennung ihrer Partei?

Wamhuber:
Richtig, aber mit einem derart großem Zuspruch der Bevölkerung im Rücken haben wir durchaus Chancen auf Anerkennung unseres Ergebnisses.

xED:
Falls die Anerkennung erfolgt, was bedeutet das für den Kreistag?

Als stärkste Partei im Kreistag wollen wir ganz klar über die Politik im neuen Kreistag mitbestimmen; dabei könnten wir uns sowohl eine große Koalition mit der CSU, aber auch eine Regenbogenkoalition vorstellen. Am wahrscheinlichsten ist eine Zusammenarbeit mit wechselnden Mehrheiten - im Interesse der Bürger unseres Landkreises.

(Eine Fortsetzung des Interviews ging im Tanzen und lautem Gesang unter).

Nachtrag: grad auch in Stadt Erding waren die Nichtwähler erfolgreich, die CSU wurde weit abgehängt ab.
Auch der Zuspruch für Bürgermeister Bauernfeind (FFW) fiel rapide. Statt über 38% (1996) fiel dessen Zuspruch auf unter 33% (2002).


dichtes Gedränge im Vorraum


unglaubliches Staunen: die ersten Ergebnisse treffen ein


neue Kreisräte? v.l.: Michael Ferstl, Erwin Kienert, Franz Morr, Gudrun Brunold


ausgelassen: Spitzenkandidat Wamhuber (links)

Würde den Freien Nichtwählern auf Anerkennung ihres Ergebnis entsprochen, müßte das Ergebnis der Kreistagswahlen wie folgt berichtigt werden.
(In der Aufstellung enthalten sind die Vergleichszahlen seit 1990):
Partei
Nichtw.
CSU
SPD
FW
Grüne
Rep
ÖDP
FDP
1990
22,00
37,72
14,92
11,92
4,77
5,26
2,03
1,38
1996
28,45
33,67
11,48
12,15
4,67
4,05
4,27
1,27
2002
35,25
33,59
9,85
9,92
3,77
2,97
3,13
1,52

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