Rund 1200 Leute tummelten sich um 20:00 Uhr im "Musik-World"-Zelt, in dem heute der bayerische Musikentertainer Georg Ringsgwandl zusammen mit seiner Band (den alten Giftlern) aufspielen sollte.
Die Band besteht außer Georg aus dem Gitaristen Nick Woodland, dem Schlagzeuger Skip und dem Bassisten Tak. Pünktlich begann dann auch das Konzert, welches dieses mal unter dem Motto "Gache Wurzn" stand. Den Beginn machte das Lied "Laffa", in dem uns Georg zeigte, wie hoch er singen kann. Anschließend gab es dann gleich das Lied "s'Leben auf der Straß'", welches sehr rockig rüberkam (die ursprüngliche Fassung auf dem Album "Staffabruck" war da um einiges ruhiger).
Dann war es auch schon Zeit für den ersten Zwischentext, in dem es vor allem um die Wissenschaft und seine drei geleerten Mitspieler ging. "Der Tak ist übrigens dran' eine neue Bierhefe zu entwickeln. Jetzt hat man ja immer das leidige Problem, daß zu wenig Schaum auf dem Bier ist, aber mit seiner neuen Hefe können sie auf dem Oktoberfest mit dem Bierausschank schon im Juli anfangen und der Schaum bleibt oben!"
Diese Rederei leitete schon den nächsten Song (auch vom neuen Album) namens "Bruckenwirt" ein, in dem es um den von verschiedenen Kontrollen geplagten Wirt geht, der die Kontrolleure kurzerhand mit dem Schnitzelhammer erschlägt.
Anschließend erzählt uns Georg davon, daß er mit seiner Frau in den Urlaub nach Italien ans Mittelmeer fahren wollte. "Wos mim Packen fertig war, hab ich gsagt, wo wir jetzt die Kinder hintun sollen, weil das ganze Auto voll war! Früher wolltst immer Kinder ham, und jetzt vergisst du sie! Na ja, die Kinder kamen dann auf den Gepäckständer! Dann wollte ich losfahren, da meinte meine Frau, sie hätte auch Abitur und wolle selber fahren. Ok, hab ich gsagt, kein Problem. In Kassel habe ich dann gesagt, ob sie sicher sei, daß sie auf dem richtigen Weg ist. Sie meinte, sie kenne da eine Abkürzung. Ich hielt mich still. Später hab ich dann nur noch HAMBURG gesagt, und da fing sie an mich zu schimpfen, ich hätte ja recht gehabt, daß sie sich verfahren habe, aber das wäre doch auch mal ganz schön. Über einen Umweg durch die Lüneburger Heide gerieten wir dann nach Dänemark an die Grenze. Und schließlich waren wir dann dort, wo es viel regnete in einer kleinen Pension. Aber das war auch ganz lustig, weil die Kinder dann mit den Gummistiefeln in der Pension herumrannten. Und am nächsten Tag beratschlagten meine Frau und ich dann, ob wir drinnen bleiben oder nach draußen gehen sollten. Das Thermometer zeigte innen 18 und draußen 12 Grad Celsius. Wenn man drin bleibt, kriegt man das rheumatische und draußen friert man sich einen ab. Wir entschieden uns dann auch, nach draußen zu gehen, aber wir sahen nur eine Tandemfahrerin alleine auf ihrem Tandem, weil die anderen Dänen in ihren Häusern sitzen und depressiv sind. Da unterhalten sie sich dann darüber, wer am depressivsten ist. Die Tandemfahrerin hatte damals mit ihrem Mann auf dieses Fahrzeug gespart, weil man dann zusammen unterwegs ist, aber der Mann wurde dann zwischendrin vom Wasser weggespült, aber in Dänemark kennt man kein Anhalten - da fährt man immer mittendurch und zwischendrin steigt dann halt wieder ein anderer auf."
Nach dieser Urlaubserzählung kam das Lied "Wie soin" und anschließend "Manche Leit". Dann berichtete uns Georg von seinem Anzug, daß er dieses teuere Stück erworben hatte, weil er dann nicht wie jeder andere daherkomme. In so einem Job als Verkaufsvertreter muß man halt schon schick daherkommen, was er uns dann im nächsten Song "Der unscheinbare Verkaufsvertreter" gesanglich rüberbringt.
Bei diesem Song singt er (weil er eine Strophe vergessen hat) kokett "jetzad hob i an Text vagessen", was dem Lied aber keinen Abbruch tut - da sieht man halt auch wieder, daß wir alle bloß Menschen sind.
Dann erzählt uns Ringsgwandl, daß er gerne fernsieht, um zu sehen was überall geboten wird. Seine Frau schimpft ihn deswegen aus, und schreit ihn an, er solle nach draußen in den Garten gehen - dort gäbe es wichtigere Arbeit für ihn -. Sie ist halt Psychotherapeutin und weil sie den ganzen Tag schon so viel Leid der Leute in sich aufnehmen muß teilt sie es am Abend an ihren Mann aus. "Ich schaue zum Beispiel momentan den Marienhof - da kenne ich viele Handlungsstränge. Ich sage dann immer zu meiner Frau, daß die Sendung total gut gemacht ist - denn die Programmdirektoren sind ja die neue Jugend. Die Dialoge für solche Sendungen schreiben zum Beispiel Grundschullehrer, ich kenne einige, die das machen!"
Und dann erzählt uns Georg noch was übers Klonen, und zwar, daß er mit 83 Jahren einmal zur Hüpfoperation kommen wird und weil er dann so fit ausschaut, wird ihm (weil er ja schon eine Narkose hat) ein Ei entnommen - und da bekommt er ein Kunststoffei rein, zum Spielen - und dieses Ei wird in Genf eingefroren mit hunderttausend anderen Eiern. Und später dann können sich die Frauen ihre Traummänner klonen lassen. Zum Beispiel den Tom Cruise oder den Howard Carpendale oder den Peter Maffay. Doch irgendwann wird den Frauen dann den Tom Cruise etc. zu langweilig und dann verlangen sie nach einem scharmanten, liebevollen und humorvollen Mann, der ihre Interessen hat und sie in der Mode beraten kann. Und dann gehen sie zur Vorstandschefin der Genforschung und sagen, daß sie abgewählt wird, wenn sie jetzt nicht gleich so einen Mann bekommen. Und dann erinnert sich die Sekretärin an ein eingefrorenes Ei eines solchen Mannes - und dann werde ich kurz später in der ersten Reihe 7000 Mal geklont!
Nach diesem Text gibt uns Georg noch den Song "Mach die Tür zu", nachdem er sich zusammen mit seinen Kollegen um 21.00 Uhr in die Pause begibt.
Mit "Aber Liebe" geht es dann um 21:30 Uhr wieder weiter. Danach redet Ringsgwandl ein wenig über Erding, daß er es immer wieder bewundernswert findet, wie groß die Kluft zwischen Hintlerwäldlern und Genies ist. "Da wohnt der Bauer neben dem Flughafenpiloten!".
Und dann berichtet Georg uns davon, daß er geheim den Tiroler Rundfunk bei sich in Murnau hört, obwohl der dort normalerweise nicht empfangen werden kann. Aber auf der Autobahn nach Garmisch gibt es einen bestimmten Pannenstreifen und da geht dieser Sender rein - und eine Panne vortäuschend fährt er dann auch hinaus und "bildet" sich. Und dort hört man viel Diskussionssendungen, wie zum Beispiel eine Bäuerin, die den Moderator um Rat fragt, weil sie Würmer in der Wand hat. Der Moderator hat keine Lösung parat, gibt aber die Frage an eine weitere Bäuerin weiter. Die weiß auch eine Antwort: "I hob a Wurl in da Wand ghobt und dann hob i meinen Ofen total hochgeheizt, habs Bügeleisen daraufgestellt und hab die Wand gebügelt, dann sind die Wurl alle gebruzzelt aus der Wand gefallen. Eine andere Bäuerin hat einen anderen Rat: Ihr Mann pisst am Abend mit einem heißen Strahl dagegen, dann verschwinden die Würmer auch!"
Aber nicht nur Diskussionssendungen gibt es in diesem Sender, sondern auch sehr viel heimische Musik, zum Beispiel das Alpentrio. Und da war dann der Frontsänger vom Alpentrio und meinte, daß er es total scheiße fände, daß die Leute ihre Musik kaufen! Da meinte der Radiomoderator, so etwas dürfe er doch nicht sagen, weil er ja live auf Sendung sei, aber da meinte der Frontsänger: "Ich war früher Mauerer, und bekam eine Mörtelallergie, deshalb wurde ich Musiker! Da kam dann noch der Fliesenleger dazu, der eine Estrichallergie hatte und dann noch der Elektriker mit der Stromallergie und da war dann das Trio schon perfekt. Doch da gabs dann noch den Beamten mit der Papierallergie...."
Im Anschluß an diesen Ausflug in den Tiroler Radiosender gab es das Lied "Armes kleines Unterhoserl" " (aus: Der Gaudibursch vom Hindukusch) und dann den rockigen "Garten-Nazi". Dann begann Georg zu jammern, daß es mit seinen Plattenverkäufen nicht so gut gehe, und laut einer Studie, die er in Auftrag gab, würden 90 % seiner Käufer sich nur vertun, weil er im selben Regal wie Ricky Martin und Peter Maffay stünde. Und da ging er zu einem Unternehmensberater, der ihm dann händisch einen eigenen Mark ausrechnete (der Computer kannte das Profil "Ringsgwandl" nicht). Und der Typ, für den Ringsgwandl schreiben müsste, seien Frauen, mit einer inneren Schönheit und nicht solche Models für welche er bisher geschrieben habe. Und beim Penny-Markt war dann eine Besprechung mit seinem Berater und dort zeigte er ihm auch eine Frau, die eine potentielle Käuferin sei. "Sie war nicht schön, aber um sie zu testen, rempelte ich an der Kassenschlange (die ich gemeinsam mit ihr bildete) mit meinem Einkaufswagen auf sie drauf und da drehte sie sich recht elegant um und meinte: "Wollen sie ein Lied für mich schreiben" - sie war total nett! Das selbe habe ich mal mit der Prinzessin Caroline gemacht und die hat sich ganz narrisch umgedreht und gemeint welche perverse Sau ich sei und ihr Prinz verprügelte mich mit dem Regenschirm. Und dann wußte ich, für welchen Typ Frau ich meine Lieder schreiben mußte - für den Typ mit der inneren Schönheit!"
Es folgt das Lied "Weggehn". Anschließend verschwinden die drei Musiker, nur Georg bleibt und geht an ein Keyboard. Dort klimpert er ein paar Tasten und erzählt dazu eine kleine Geschichte, spielt darin auf die laute Jazz-Musik (die von draußen aus dem Sinnflutfestival) hereinklingt und bittet seine Musiker wieder auf die Bühne, aber weil diese auch nicht mehr so eine schnelle Reaktion haben dauert das ein bißchen.
Anschließend spielen sie "Anders" (aus: Der Gaudibursch vom Hindukusch) und dann "C'est la vie".
Um 22:20 Uhr ist das Konzert beendet und Ringsgwandl verneigt sich vor dem Publikum. Doch natürlich muß er eine Zugabe geben, und das ist in dem Falle der "Heavy Metal Landler" (aus: Trulla Trulla) und seine bisher nicht auf Platte gebannte Parodie "Es war keine so wunderbar wie du".
Dann durfte auch der geniale Gitarrist Nick Woodland ans Mikro uns sang den Klassiker "Oh what a thrill". Und schließlich beendete Georg den schönen, bunten und lustigen Abend mit "Gut Nacht die Damen", einem Song aus seinem ersten Album "Das Letzte".
Eines ist sicher: es war wieder mal ein super Konzert, das ich mir mit Sicherheit bei Gelegenheit gerne noch einmal ansehen werde.