Erinnerungen - Inhalt Weitergabe von Info

xED

die "Schmidmayerischen"

1. Erinnerungen

Fürs erste Lebensjahr war dies mein Zuhause, das Haus am Rätschenbach, bevor meine Eltern eine eigene Wohnung in Nähe des Stadtparks fanden.

Bewusster erlebt habe ich die Kinderjahre danach. Dann war das Haus der Großeltern an den Wochenenden der Treffpunkt, war es ein offenes Kommunikationszentrum für alle Geschwister, also aller Onkel und Tanten, sowie deren Kinder.

Manche Geräusche und auch das Stimmengewirr jener Personen, das Klappern von Geschirr, die unterschiedlichen Gerüche und die eigene Atmosphäre von Wohnraum bis Küche, der gutmütige Dackel "Bazi", der oben am steilen Treppenaufstieg sich schwanzwedelnd auf die zahlreichen Gäste freute, ... vieles von all dem ist mir bis heute noch in beinah gewohnt vertrauter Erinnerung.

Auch der für kindliche Maßstäbe riesige Garten mit all seinen Spielmöglichkeiten, den Stauden von köstlichen Johannes- und Stachelbeeren, den Apfelbäumen.

Die Drechslerei im Erdgeschoß mit all den Geräten, den spiegelglatt gearbeiteten kinderhandgroßen Holzkugeln und kantigen Bauklötzen; in den Regalen daneben Spielwaren aller Art, in der Luft feiner Holzstaub, am Boden federleichte Spankringel.

Und drüben, wenige hundert Meter entfernt am Kleinen Platz der Kinderwagen- und Spielwarenladen, ein wahres Kinderparadies, in dem dies alles und noch einiges mehr präsentiert und verkauft wurde.

Und dann die noch verbliebenen Erinnerungsfetzen an Opa: etwa, wie er sich die Pfeife ansteckt, oder ein anderes Mal die Spitze einer edlen Zigarre wegschnippt, wie er jenen schweren Maßkrug mit dem silbernen Deckel stemmt, oder sich zum sonntäglichen Spaziergang fertig macht, den Spazierstock musternd. Und wie ich ganz stolz das ein oder andere Mal auch mitgenommen wurde, und feststellen durfte, mit welcher Hochachtung ihm überall begegnet wurde. Der Drexlermeister, Spielwarenhändler und Bürgermeister von Erding lupfte den Hut und lächelte dabei. Und ich, der kleine Knirps neben ihm, durfte sein Begleiter sein.

Meine Großeltern schienen mir damals wie unverrückbare und unbeugsame Felsen in unsicherer Brandung; genauso wie sie dies inmitten all ihrer fünf Kinder samt deren Anhang waren. Dieses Ausstrahlen von Ruhe und Gelassenheit gaben ein tiefes Gefühl von Geborgenheit. Nein, hier konnte einem nichts passieren
- bis in alle Ewigkeit?

Man glaubt als Kind, alles geht so weiter. Im Alter von 10 Jahren aber stirbt dieser von allen so geschätzte unerwartet, und bald darauf folgt ihm auch die Oma. Damit gehen aber nicht nur diese Personen, sondern das ganze System stürzt wie nach einem Erdbeben in sich zusammen; mit diesen Menschen verschwindet nebst Mittelpunkt auch das pulsierende Kommunikations- und Nervenzentrum.

Lieber Opa, liebe Oma, lieber Hans und liebe Theresa, damals und bis ins heute hinein ziehen so viele Fragen, die ungestellt und unbeantwortet blieben. Schade, daß grade wenn man endlich reif für die wichtigeren und ernsthafteren ist, niemand mehr diese Ratschläge geben kann, wie ihr das konntet.

Was ich seitdem nie wieder in ähnlicher Form erlebt habe, war auch eure warmherzige Ausstrahlung, und die Ehrlichkeit, wie sie so manchem in ähnlicher Position wie Opa heute fremd zu sein scheint.

 

2. Familienstammbaum und die Personen heute  

3. Hans Schmidmayer sen. in den 50er und 60er  

4. Erding in den 50er und 60er  

5. Vorkriegs- und Kriegszeit


seine Geschichte


Spielwaren Schmidmayer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Der Kandidat