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Petra Münzel
Schule in Bayern
Informationsveranstaltung des KV der Grünen mit Petra Münzel (MdL)
am 17.01.2002 im Gasthof Adlberg in Altenerding
Laut einer Vergleichsuntersuchung zum Leistungsstand innerhalb der Bereiche Lesen, Rechnen und naturwissenschaftliche Grundbildung (PISA-Studie) liegen deutsche SchülerInnen weltweit auf einem der hinteren Plätze.
Grund dafür, für den bildungspolitisch in Opposition befindlichen Landesverband der Bündnisgrünen die schulpolitische Situation auch in Bayern zu kritisieren und konstruktive Vorschläge aufzuzeigen.
Laut Münzel, aber auch Mühlrath-Felixberger vom Jugendhilfeträger Brücke e. V. Erding, längst notwendige Schritte.
So fordern die Referentinnen, daß die Schulen z. B. der sehr unterschiedlichen lokal spezifischen Gegebenheiten wegen mehr Eigenverantwortung übernehmen sollten.

Inzwischen würde die Ganztagsschule von einem immer breiter werdendem gesellschaftlichen Bündnis befürwortet und gefordert, wobei diese auch einer veränderten familienpolitischen Übereinstimmung in der Gesellschaft, nach der Erziehung von Kindern und Berufstätigkeit beider Elternteile, vor allem der Mütter, entspränge.
Im Unterschied zu den Schulsystemen der meisten anderen Länder Europas habe die Begrenzung der Schule auf den Vormittag, die Eltern, vor allem die Mütter zu unbezahlten Hilfslehrern gemacht. Doch diese seien überfordert, Mütter immer häufiger wegen Berufstätigkeit außer Haus und die Kinder bei der nachmittäglichen Hausarbeit sich selbst überlassen.
Die Lösung daraus könne nur die allmähliche Einführung von Ganztagsschulen sein, welche unabhängig. von den spezifischen familiären Bedingungen die Chancengleichheit verbessert, und durch einen dafür mit div. Angeboten aufgelockerten Unterricht ein spezifischeres Eingehen auf den einzelnen Schüler möglich macht, um dadurch auch dessen Stärken besser erkennen und fördern zu können.
Außerdem würde dies Raum für selbständigeres eigenverantwortliches Lernen und Arbeiten im Team ermöglichen; Schule wie Lehrer würden ihren Schrecken verlieren.
Immerhin lernt man am besten, wenn es Spaß macht; und dies gelte nebenbei auch für Eltern und Lehrer, war die einhellige Meinung.

Eine ganztägig geöffnete Schule als ein offenes Haus des Lernens und der Begegnungen soll Kindern und Jugendlichen vielfältige Lernerfahrungen, Anregungen sowie soziale Kontakte ermöglichen. Individuelles, auch fächerübergreifendes Lernen werden ermöglicht, der Vereinzelung vieler Kinder wird entgegengewirkt. Eine ganztägig geöffnete Schule würde zur Jugendlichen Bildungs- und Freizeiteinrichtung, welche die Eltern vor allem in der Betreuung der Kinder unterstützt.
Um diese Aufgaben zu erfüllen, könnte diese nicht verordnet sein. Jede Schulgemeinde sollte individuell weitgehend autonom funktionieren, je nach Ort flexibel über entsprechende Mittel und Kompetenzen verfügen können, in der neben Hausaufgabenbetreuung Projekte und Workshops stattfinden könnten; etwa aus Musik, Sport, Handwerk, Kunst, neuen Medien oder dem Sozialbereich. Dazu sollte sowohl die Jugendhilfe, außerdem weitere lokal ansässige Bildungsträger eingebunden werden.

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