SINNFLUT - bunter literarischer Frühschoppen 2003


Nach 2002 lud Erdings Literatentreff auch am Sonntag, den 27.07.2003 zum Literarischen Frühschoppen auf Sinnfluts Kulturfestival und 18 Künstler folgten dem Ruf und erklommen die "Schupfa-Bühne", um sich trotz schweisstreibender Mittagshitze bis zu 35 Grad, vor rund 100 Zuschauern (rechnet man das Wechselpublikum im laufe der gut 3 Stunden ein) zu präsentieren.
Die Veranstaltung, die von Komponist Mike Landau aus Wartenberg und Literatentreff-Vorstand Walter Koppe munter aus dem Stegreif heraus moderiert wurde, begann um 12:00 Uhr mit der Sängerin Mara Green aus Germering, die im Verlaufe des bunten "Frühschoppens" drei ihrer Lieder zum Besten gab und beim letzten Song sogar die Moderatoren dazu bewegte, mitzuswingen und zu mitzusingen.
Wolfgang Hofer aus der ansonsten beschaulichen Ortschaft Niedergeislbach konfrontierte die Zuschauer mit Gedichten über weibliche Gefahren, telefonierende Jäger oder seekranke Kapitäne. Selbst ein Liebesgedicht an ein außergalaktisches Traumweib fehlte nicht in seinem bunten Equipment an Gedichten.
Bayrisch wurde es bei Wolfgang Ammer aus Haag an der Amper, der kurze Verse zur Sozialreform und anderen Alltäglichkeiten des Lebens brachte - wie gewohnt mit einem süffisanten Zwischenton.
Heiter blieb es auch bei Florian Kleeblatt aus Germering, der zum einen die CD der "Wortfamilie" vorstellte, welche aufgrund einer Radioaufzeichnung für den "Störfunk" entstanden ist und der natürlich zum anderen spontane Einlagen brachte.
Bei Nico Treib an der klassischen Gitarre wurde es wieder musikalisch. Der KMS-Schüler von Peter Hackel faszinierte mit südamerikanischen Klängen, und kam so zu einer weiteren, nicht geprobten Zugabe.
Sonja Lenz aus Bruckberg las sanfte Texte aus dem vor kurzem veröffentlichten Gedichtband "Schritte in jede Himmelsrichtung", die sie zusammen mit ihren drei Töchtern Rebecca, Jessica und Saskia verfaßt hat.
"Ein Mensch läßt grüßen", heißt Robert Luidinants Buch, aus dem der Dichter Verse in der Tradition von Eugen Roth vorlrug. In seinem Gedicht über den "Meier" zielt er auf die Ferse eines jeden Bürgers, umschreibt jedoch in krasser Überzeichnung einen richtiggehenden Antitypen.
Bei Monika Kleeblatt wurde es sentimental. Ruhige zarte Poesie von der Sehnsucht und einer "Liebespastete" ließen die Zuschauer mit auf ihrem Wörterteppich entschweben, auf die Christoph Schwab von der derzeit pausierenden Heimstettener "Plattform" eine Spontanperformance samt psychodelischem Song als Kontrastpunkt setzte. Der nächste an der Reihe war Jürgen Vogt, der sein Buch "Hinauf hinauf" präsentierte; allesamt religiös anmutende Texte mit tiefem Hintergrund.
Mit dem "Ryhmantiker" Martin Pollok von der "Soulcial Works Production", kam Rhythmus ins Spiel. Mit einem weltkritischem Rapp berauscht er A-Capella die Hörmuscheln der Gäste.
Nach ihm Petra Winter mit einem Gedicht zum Thema Kaufrausch, sowie eine "ganz kurze" Kurzgeschichte, in der die Autorin eigene Erfahrungen zu Mädchenstrümpfen wiedergab.
Den Seelenfrieden fanden die Zuschauer, als Shevaya alias Stefan Tietz, die Bühne betrat. Der esoterisch angehauchte Performance-Künstler berichtete von seinen Lebenserfahrungen, laß den Zuschauern E-mails an Freundinnen vor oder nahm Bezug zu weltpolitischen Themen.
Ein Höhepunkt des kunterbunten Programms war der junge Nachwuchskabarettist Stefan Otto aus Dingolfing (www.otto-stefan.de) mit seinem Song über eine nervige "Stansn" im Schlafzimmer, sowie einem Medley von bekannten Songs, die er alle umgetextet hat. So wurde aus "Skifahr'n" von Wolfgang Ambros plötzlich der "Bierfahrer" und nicht "Johnny Kramer", sondern ein Kamel mußte "seinen Löffel" abgeben. Vor allem im niederbayrischen Raum tritt er ab Herbst 2003 mit seinem Programm wieder auf.
Im Anschluß daran trug der Italiener Bruno Neri Texte aus dem tiefsten Inneren seiner Seele über seine Gefühle vor und die Malerin und Schriftstellerin Sibylle Böhmer-Rawas brachte Liebesgedichte vor.
Spontan trugen Sonja Lenz und Monika Kleeblatt den Text "z - a" vor, welcher am 04. September 2003 in Wartenberg im Rahmen des Projekts "Ambience" von Mike Landau Premiere feiert. Eine Überraschung für Zuschauer und Modertoren war der Wunsch des 70-jährigen Alfred Wimmer aus Fendsbach, ob er nicht mit seiner "Quetschn" aufspielen dürfe. Prompt entschloß man sich, den zünftigen Bayern mit ins Boot zu nehmen und fand so einen grandiosen Abschluß des Frühschoppens, als alle Autoren und Künstler gegen 15:15 gemeinsam auf der Bühne begleitet von der Diadolischen das "Hiatamadl" sangen. Einem weiteren Auftritt nächstes Jahr steht nach dem Erfolg der Veranstaltung sicherlich nichts entgegen.


trotz Mittaghitze eine beachtliche Kulisse
(Bild wird grösser)

moderierten: M. Landau und W. Koppe
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kritisch u. witzig: Lieder von Mara Green
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über weibliche Gefahren: Wolfgang Hofer
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hintersinnig "a sozial?": Wolfgang Ammer
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Störfunker Florian Kleeblatt
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auf der klassischen Gitarre: Nico Treib
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sanfte Texte: Sonja Lenz und drei Töchter
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sentimentale Poesie: Monika Kleeblatt
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sponti-psychodelisch: Christoph Schwab
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"läßt Grüßen": Robert Luidinant
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"hinauf hinauf": Jürgen Vogt
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Rapp-Rhymantiker Martin Pollok
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Esotherik hat einen Namen: Schewaya
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Nachwuchskabarettist Otto Stefan
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Im tiefen Süden der Seele: Bruno Neri
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Beziehungskisten:Sibylle Böhmer-Rawas
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"Ambiencen" im Duett: Monika und Sonja
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Bilder: Wolfgang Hofer
Text: Wolfgang Hofer und Walter Koppe


Und was schreibt die Erdinger SZ?


... schaurig aber wahr - wenn der Redakteur geht bevor die Show losgeht.
Schade einmal mehr um die Leser der SZ!



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