Ich bin tatsächlich überzeugt davon, daß die Menschen blind
sind, nicht sehen können, ihnen die Augen von den Mächtigen verbunden sind,
oder sie sich selbst zu halten.
Sie sehen nicht welch ungeheure Lawine ein
menschenverachtend "Präventionskrieg" genannter Angriff der USA auslösen würde.
Sie verstehen nicht, daß ein Krieg mit biologischen Waffen
immer nur ein entsetzlicher Weltkrieg sein kann, der Spruch von der
"Möglichkeit der Auslösung eines Dritten Weltkrieges" also vollkommen
absurd ist.
Mit einem ungläubigen Kopfschütteln höre ich Politiker und Mächte locker über atomare Angriffe reden, um den Einsatz von Massenvernichtungswaffen zu verhindern. Welche Absurdität!
Ein Koffer voll Viren, der vollauf genügt, Europa oder die Hälfte Amerikas auszulöschen, soll mit einer Atombombe unschädlich gemacht werden.
Wie Ignorant und vollkommen lächerlich soll noch argumentiert werden?
„Gute Nacht-Geschichte“
„Papa“, sagte die kleine
Annabella, „erzähl mir noch was, vor dem einschlafen.“
Sie blinzelte kokett mir ihren Knopfaugen.
“Der Lehrer hat heute in der Schule vom Beginn der Zeitrechnung gesprochen.
Weißt Du darüber etwas?“
Der Vater räusperte sich, setzte sich bequemer.
“Ja, Kleines. Das ist ja nun schon lange her. Mehr als Dreitausend Sommer. Der
Anfang war das Jahr 2003 in der alten Zeitrechnung.
Nun weißt Du, Du kannst Dich
wirklich glücklich schätzen, nicht damals gelebt zu haben. Viel wissen wir ja
nicht mehr, aber was die Archäologen mittlerweile herausgefunden haben, hört
sich schrecklich an. Eigentlich gar nicht gut für eine Zu-Bettgeschichte. Doch
es ist interessant, Du bist ein schlaues Mädchen, und ich will Dir davon erzählen.
Es gab damals nicht diese wunderschöne Natur, wie Du sie heute siehst. Die Luft
war giftig, die Pflanzen waren nur klein und schmächtig, krank.
Furchtbare Unwetter waren die Regel, es regnete jeden Tag, die Seen und Meere
nicht blau und voller Fische wie heute, sondern braun und verdreckt, viele
unserer Freunde da draußen hatten sie tatsächlich fast ausgerottet. Sie. Du
weißt von wem ich rede?“
Annabella hatte sich wie schutzsuchend zusammengerollt.
Mit bebender Stimme
antwortete sie:
„Ja, Du meinst die Menschen
nicht wahr?“
“Ja, die ... Menschen.“
Er schüttelte den Kopf.
“Noch in unseren Zeiten haben wir mit dem zu kämpfen, was sie uns hinterlassen
haben.
Du weißt, dass große Teile
von Mutter Terra bis heute nicht durchwandert werden können, die Gifte, die sie
dort in der Luft der Erde und dem Wasser verbracht haben, sind bis jetzt noch
tödlich.
Doch was reden wir, die Zeit heilt alle Wunden.
Jedenfalls hatten es die Menschen damals so weit getrieben, dass ihnen
offensichtlich klar wurde was sie angerichtet hatten. Was für ein Glück für
uns! Sie vergifteten sich selbst, sie hatten da sehr raffinierte Methoden. Man
sagt uns heute, dass es ein kollektiver Selbstmord war, anders können sie sich
es nicht erklären.
Ich denke mir, dass jeder
für seine Taten bezahlen muss, und dass sie deswegen jetzt tot sind, doch
unsere Wissenschaftler und Politiker sagen, die Menschen hätten damals
eingesehen, dass sie die Erde in nicht vorstellbaren Maße verschmutzt und
zugrunde gerichtet hätten, dass der Planet nicht mit ihnen weiterleben konnte
und deshalb hätten sie, um den Planeten zu retten, eben dieses Gift genommen.
Es sind unsere großen
Vorbilder, das darfst Du nie vergessen. Sie sind für das höchste Gut gestorben,
dass wir haben: Das Wohlergehen von Mutter Terra. Es müssen wirklich sehr edle
Wesen gewesen sein, obwohl sie uns nie gemocht hatten, sich vor uns fürchteten
und uns jagten. Doch dann entschieden sie sich, uns den Planeten zu überlassen,
so dass er gesund werden konnte. Auch wenn sie das ihr Leben kostete. Und sie
haben recht behalten!
Sieh Dir die wunderschöne
Erde, wie wir sie jetzt haben. Das Klima hat sich erholt, Wüsten sind zu
Urwäldern geworden, alles wächst und gedeiht wieder ungehindert.
Die Luft ist klar und
nirgendwo gibt es Lärm. Alles ist im Gleichgewicht.
Ja, der Mensch war ein so
edles Wesen, dass er sich selbst geopfert hat, zum Wohle der Erde.
Und jetzt schlaf schön, in dieser wunderschönen Nacht, meine kleine
Prinzessin.“
Der Rattenvater verlies leise den Schlafgang und huschte in die Wohnhöhle.