von Wolfgang Hofer
(Dorfener Anzeiger)
von Thom Delissen
(Erdinger Süddeutsche, Erlebnis, ...)
von Walter Koppe
(Geschichte über Gott und die Welt)
Deine / Ihre Meinung
Nach der Katastrophe in den USA
- Angst vor einer Eskalation der Gewalt
In Berlin gewann am 21.10. mit der PDS gerade jene Partei, die sich klar gegen einen Krieg ausgesprochen hat.
Die selbe Meinung vertrat auch recht eindeutig der "Erdinger Literatentreff" während seines 12. Treffens am 04.10. in Altenerdings ev. Pfarrheim (siehe auch : die letzten Presseartikel),
oder auch die teils sehr interessanten Meinungen im S6-Kulturforum.

Bereits am 22.09. gingen in München Tausende spontan auf die Straße, z. B. am am Münchner Stachus


mehr dazu: siehe hier den Bericht von Thom Delissen
Bereits am 14.09. waren im Gymnasium in Kirchheim, knapp hinter Erdings Landkreisgrenze in Richtung München als Zeichen der Angst etwa 50 Kerzen in das Symbol der weissen Friedenstaube gestellt worden, brannten als Zeichen der Mahnung im Gymnasium von Kirchheim, .
Vielleicht hätte man statt einem Podium auch einen runden Kreis bilden können, denn in der Diskussion ging es um Betroffenheit, und die ging jedem gleichermaßen an, und die Diskussion verlief friedlich - so wie man sich dies auch in der großen Weltpolitik von unseren Volksvertretetrn auf dieser einen runden Welt wünschen würde. Friedlich und sehr besonnen.
Natürlich sei der Tod der vielen Menschen zutiefst verabscheunungswürdig, und damit auch alle Rachegedanken verständlich, doch einige Tage nach der Tat, so meinten sämtliche Diskussionsteilnehmer, sollten grade die Politiker besonnen reagieren, und nun keine Pulverfässer aufbauen.
Dieser Ansicht waren sowohl Vertreter von Kirche, der lokalen Politik, von Presse, Schule, wie auch der große Anteil der anwesenden Jugendlichen.
Von dieser Seite wurde das Bild eines Kulturenkampfs beschrieben, in der große Teile der Moslems sich gegen die USA und seinen Verbündeten solidarisieren, genauso wie umgekehrt,
indem beide Seiten künstliche Feindbilder produzieren, um Menschenmassen zu benutzen. Auch während des Golf-Kriegs sei dies schon so gewesen. Und auch dort hatte man mit Sadam Hussein eigentlich nur ein Feindbild; das riesig große militärische Aufgebot forderte rund eine Millionen Menschenleben, doch jene Person lebt heute immer noch.
Statt in diesem Hurra-Stil einen weiteren Krieg mit unbekannten Ausgang zu riskieren, sollte der selbsternannte Weltpolizist die Weltpolitik insgesamt überdenken, war die Forderung der Teilnehmer.
Sehr enttäuscht war man über die Reaktion der europäischen Staaten, die statt auf gleichgeschalteter Rache zu sinnen, vielleicht einfach auch einmal die Ängste und Sorgen ihrer Bürger wahrnehmen sollte.
Für Thomas Krahe jedenfalls ist die Welt nicht mehr die gleiche wie sie zuvor war. Anstatt Geld für eine Rente zu verdienen, die er vielleicht gar nicht mehr erlebt, organisiert er seit 11.09. in der Marktstraße von Bad Tölz Mahnwachen.
Auch viele andere, vor allem junge Leute, sehen dies anscheinend ähnlich - und völlig anders, als in vielen anderen Medien ist dann das Stimmungsbild hier eindeutig gegen die harte Linie von George Bush jun. sowie der Verbündeten.
Grad Bushs eindeutig eindimensionales kapitalistische Denken, z. B. auch ohne jegliches ökologisches Bewußtsein (siehe Boykott zur Kyjoto-Klimakonferenz) hätte dann eben auch dieses militärische Auftrumpfen zur Folge;
aber stets wäre man hinterher dann überrascht, wie sehr sich auch militärisch weit Unterlegene wehren können, weil es durchaus andere Mittel und Wege gibt, wie es z. B. auch Vietnam zeigte.
Für einen weiteren Teilnehmer bleibt Deutschland und auch den anderen Staaten in Europa allerdings gar nichts anderes übrig, da wir mit den USA das selbe Wirtschaftssystem besitzen, einschließlich dem Bedarf nach Erdöl aus dem Nahen Osten, und jeder Aktionär hofft darauf, daß Rohstoffe so günstig wie möglich, seine Gewinne so hoch wie möglich ausfallen.
Außerdem hat es Putin Bush bereits vorgemacht: Laut dem Kremlchef sind alle Tschetschenen Terroristen, und damit Vogelfrei. Bush könnte dieses Bild aus Moskau gut gebrauchen, um es demnächst gegen die Moslemstaaten entsprechend anzuwenden, und Fakten zu schaffen, genauso wie in der Türkei gegen die Kurden oder in Israel gegen die Palästinenser, oder gar China gegen Tibeter.
Und dann fällt einer Lehrerin ein Vorfall in ihrer Schule ein. Dort wurde sie von Schülern gefragt, ob jene afghanischen Putzfrau nicht eine Gefahr darstellen könnte...
Nun, eigentlich sollte es in Demokratien nicht so leicht sein, sich die Zustimmung von Bevölkerungen einzuholen, wenn es um die Frage Krieg oder Frieden geht. Ist einmal Krieg, könnte das "Kriegsrecht" immerhin jede demokratische Spielregel und jegliche Diskussion zum Thema außer Kraft setzen.
Doch die Meinung der Wortmeldungen war hier die, daß die breite Masse der Bevölkerung z. B. durch die in den USA recht nationalistischen Medien recht geschickt manipuliert würden, und freie Meinungsfindung bereits heute schon fast unmöglich gemacht würde.
Und über die Welt der Unterhaltungsindustrie wäre dann auch der Rest der Welt im Banne des "American Way Of Life", was nach Ansicht vieler in der Runde im Kirchheimer Gymansium für unseren Globus gar nicht funktionieren kann.
Doch ob sich all das über die Grenzen jener Lehrstätte auch irgendwann einmal herumspricht?

Text: Walter Koppe

Kontaktstelle für Friedensarbeit im Lkr. Bad-Tölz-Wolfratshausen e. V.
Thomas Krahe
Sindelsdorferstr. 9
83673 Bichl

tkrahe@gmx.de
www.friedensini.de

von Wolfgang Hofer von Thom Delissen Deine / Ihre Meinung