hinter- und abgründiges zum Umweltpreis der Stadt Erding 
- The Winner are ... !                                                                    

rechts die eigenen, im Sept. 2009 eingereichten Unterlagen
- per Mausklick zu öffnen
Das in Erding initiierte Projekt MiFaZ wird inzwischen in 565 Städten und Gemeinden eingesetzt, u.a. der Stadt München.
ca. 1.000 t CO
2, 575.000 € Fahrkosten, ... wurden bereits eingespart,
ein gesamtwirtschaftlicher Nutzen von derzeit ca. 1,36 Mio €


 

Für lange Zeit das Interessanteste an dem 2009 erstmals von der Stadt Erding ausgeschriebenem Umweltpreis war die Länge der Zeit, was die Nicht- Veröffentlichung der Preisträger betraf: Denn obwohl den Stadträten das Ergebnis bereits seit Herbst 2009 bekannt war, und obwohl die Vergaberichtlinien besagen: dauerte es bis zum 04.02.2010, als das Ergebnis bekannt gegeben wurde - offenbar aufgrund eigener Aktivitäten über Stadtrat X. an den zuständigen Beamten Böhm. Zuvor hatten sich die Stadträte über drei Monate nicht näher zum Thema äußern dürfen.
So gehörte schon Mut dazu, wenn auf wiederholte Nachfrage schließlich von einer
"politischen Entscheidung"
die Rede war. Keiner der Angesprochenen konnte sich an tiefer gehende Diskussion im Stadtrat erinnern, schließlich auch nichts mit den ausgewählten Projekten anfangen. Die Vorschläge wurden halt abgenickt. "Du kannst Dir doch vorstellen, dass Dein Beitrag keine Chance hatte - auch wenn er natürlich der Beste war", war eine Antwort. Im nächsten Moment besteht auch dieser darauf, dass sein Name nicht öffentlich gemacht werden darf.
Andere Stadträte äußerten sich bereits direkt nach Einsendung meiner Unterlagen per eMail:
"gute Idee, mal sehen was die anderen Gruppierungen davon halten. Wahrscheinlich wird die SPD das ganze nicht so gut finden, Spaß beiseite" - !? 
- An dieser Stelle bedarf es doch einer gewissen Vorkenntnis, welche z.B
. dieser Link beantworten könnte.

Im Weblog von "Erding Jetzt" wurde im Jan. 2010 eine "Ehrenurkunde für soziales Engagement"  gefordert, doch der eigene Diskussionsbeitrag, die Stadt solle nicht nur stetig neue Ausschreibungen starten, sondern auch deren Ausgang öffentlich und transparent gestalten, wurde zunächst nicht frei geschaltet
Weil sich jene Liste, "Transparenz" als erstes Charakteristikum auf die eigenen Fahnen geschrieben hat (Motto:
"Offen sein heißt vor allem Politik transparent machen."
) hat man den Beitrag schließlich immerhin doch frei gegeben.

Überhaupt steht das Wort Transparenz seit einigen Jahren im Erdinger Stadtrat erstaunlich hoch im Kurs. Die Stadtratsfraktionen von SPD, CSU/ Bündnis90/Die Grünen/ÖDP/UWE haben Erding zum "Ort der Vielfalt", der Demokratie und der Toleranz erkoren - das ist inzwischen also "amtlich" !
Ob der Stadtrat damit irgendwann den Beschluss fasst, die schönen Vorgaben tatsächlich auch im Rahmen des eigenen Tun umzusetzen ?

Die Frage nach Toleranz, Demokratie und Freiheit bewegt mich seit meiner Jugend, und war Antriebsfeder für manche Projekte, wie z.B. dem Erdinger Literatentreff.
Gerade aus diesen Erfahrungen heraus wundert es mich, dass viele, die sich nach Außen hin zum großen Demokraten erklären, das Wort Freiheit bei jeder Gelegenheit an einer extrem kurzen Leine spazieren führen - um so möglichst allen demonstrieren zu können, wie freiheitsliebend man doch selbst ist. Doch Freiheit ist kein zahmes Haustier, das man einsperrt, um es anderen vorzuführen.


Ach ja, am 04.02.2010 gab Christian Wanninger (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Rathaus) dann doch noch die Preisträger des "Umweltpreises der Stadt Erding 2009" bekannt.

 

Und das sind nun die Gewinner:
1) Pfarrei St. Martin in Langengeisling:

Am 25.10.2008 lud der Diözesanrat der Katholiken der Erzdiözese München und Freising die Pfarreien der Diözese zu einen Ökogipfel ein, an dem viele Pfarrgemeinden aus der Region teilnahmen, welche die meisten mit einem Erfolgszertifikat abschlossen. Für die Pfarrei St. Martin Langengeisling war Ex-Stadtrat Rudi Thalmeier (Unabhängige Wähler Erding) dabei, der übrigens auch zu den Initiatoren des Erdinger Umweltpreises gehörte !
Aufgrund dieser Info-Veranstaltung der Diözese sei nun die Liegenschaften der Pfarrei energetisch vorbildlich saniert worden, was zu bedeutenden CO²-Einsparungen geführt hätten, so heißt es. 
Am 25.02. überreichte Bürgermeister Gotz Thalmeier persönlich die Urkunde.

2) Bienenzuchtverein Erding

Hier wurde die "Sicherung der Befruchtung von Obstbäumen und der sonstigen Vegetation" als preiswürdig erkannt.
Der Verein wird vertreten durch Simon Oberhofer aus Berglern, der nicht nur Vereins-Vorsitzender, sondern gleich auch noch Webmaster der
Homepage ist. Einen Erdinger Vertreter fand man auf dieser Seite erst ab 09.02. Bis dahin waren auch weder Aktivitäten noch Veranstaltungen aufzufinden.
Allerdings ist Simon Oberhofer nicht nur Bienenzüchter, sondern auch Vorstandsmitglied des hiesigen Schützenvereins - und Gemeinderat der Freien Wähler !

oben der Verlierer

 unten the Winner

Ein Schelm, der denkt, der Umweltpreis wäre ein Selbstabholungspreis der Initiatoren und der genehmsten Politiker; die regionale Politik damit nur ein kleines Abziehbild der großen Politik.

Die regionale Presse ist übrigens stets gut involviert:
Der Pressesprecher der Stadt Erding, Christian Wanninger, war zuvor Redakteur der Erdinger SZ. Sein letzter Spezialauftrag könnte gewesen sein, Störfaktoren "aufzuspießen", um die Stadt von Unrat sauber zu halten -
siehe HIER - mit Hilfe unrichtiger Behauptungen übrigens.
Job ausgeführt, gut dotierte Stelle bekommen, könnte man da fast meinen. Ob derlei Strategien zwischen Politik und Medien heute noch immer Gültigkeit haben ?

Ich möchte an dieser Stelle nochmal dran erinnern, was Motivation von xED war. Die Seite wollte Verbindungen herstellen - und nicht Ausgrenzung.
Sie entstand noch im selben Jahr, als ich als Architekturstudent damals Vorsitzender des gemeinnützig anerkannten Vereines Brutto e.V. den ersten Preis einer bundesweiten Stiftung gewann. Mit xED wollte ich ein positives Netzwerk schaffen, um darin Ideen im Bereich Kultur und Ökologie umzusetzen. 
Genauso wie es auch nicht Philosophie der MiFaZ war, Projekte und Menschen gegeneinander auszuspielen, sondern sich zu Fahrgemeinschaften zusammen zu schließen. Und genauso war auch meine Rolle als Moderator des Erdinger Literatentreff gedacht.
- Es lebe dieser ganz wesentliche Unterschied !

Fortsetzung HIER

 

Reaktionen:

S.
Ob xED, mifaz oder Literatentreff, offensichtlich sind deine Projekt-Initiativen bei Raiba, Stadt oder Bürgertum nicht gut aufgehoben bzw. gern gesehen. Du hast natürlich Recht, daß die Verflechtung aus Kommunalpolitik, Medien und Geschäftswelt in Erding (wie auch anderswo) übel und für emanzipative Projekte hinderlich ist. Sicher bist Du auch persönlich als unangepasster Querdenker fürs Establishment unangenehm und Sie verweigern Dir deswegen ihre Unterstützung, Kooperation oder eine objektive Berichterstattung ...

S.K.:
könnte es sein, dass es doch so ist - auch wenn wir uns immer gegen diese ach so einseitige Schlussfolgerung wehren - wie der verdammte Volksmund dreist sagt,
"dass da Deifi imma aufn grestn Haufn scheisst"
?
Und dass dieser Stadtrat und die Bürokratie Muffensausen hatten - ob dieser wirklich großartigen eigenen Nabelehrung - die Entscheidung bekanntzumachen? Zumindest so lange, bis ihnen ein Skandal wegen der nicht mehr gegebenen Zeitnähe ("nicht mehr aktuell!") erspart sein könnte?

Mit besten Grüßen im Sinne von "Wohlan!"

L.M.:
Ich habe mir die Sache mal oberflächlich angesehen und bin mit meinem Blick von außen zum Schluß gekommen: Die Erdinger wollen Erdinger Projekte auszeichnen, ihres ist längst über Erding hinausgewachsen und hat bayerische oder Bundespreise verdient. Jeder Preis, der sonst in Erding jemals vergeben würde, würde wohl neben Ihrem Projekt verblassen - und deshalb haben sie keinen Preis bekommen. Nicht aufregen... ;-)

Antwort:
weil meine derzeitige Situation beschissen ist - ich im vollkommenem Gegensatz zu Ihrer Vermutung mich heute in Richtung Hartz IV bewege und inzwischen ganz einfach gesagt nichts mehr zu verlieren habe.
Die MiFaZ ist ein Erfolgsprojekt - allerdings erhalte ich kaum Geld, hoffte wenigstens auf den lokalen Umweltpreis, wegen der 500 Euro - vor allem aber, um in ein halbwegs normales Leben zurück kehren zu können, meine Bewerbungsunterlagen in Richtung anspruchsvollerer Tätigkeiten aufzuwerten. 
Es wäre also wirklich zu schön, für den lokalen Preis der Stadt Erding "zu gut" zu sein. 
Tatsächlich geht es hier seit Jahren schon um die Vernichtung meiner Person. 
Falls Sie näheres wissen wollen, empfehle ich Ihnen z.B. die Seite
www.erding-life.de/xed/rai-ba.html

N.S.: 
Von verlässlicher Quelle habe ich erfahren, dass die Agenda 21 (Bürger Erdings und Stadtrat, vor allem die ödp) den Umweltpreis initiiert hat. Damit wäre ihre Behauptung also falsch, Initiator und Preisträger wären identisch. ...

Antwort: 
Zur Situation der lokalen Agenda habe ich im Jahr 2002 ein recht spannendes Interview geführt, siehe
www.erding-life.de/xed/interview-grabrucker.html - An der Situation damals hat sich seither nichts verändert, tatsächlich hält immer noch eine ödp-Stadträtin das Fähnlein hoch. Die Agenda ist aber faktisch tot, denn bis auf einen speziellen Frauentreff existieren keine Bürger, die in gesellschaftspolitischen Entscheidungen involviert sind, oder auch einen Umweltpreis initiieren könnten - ein großes Versäumnis der Stadtoberen, denn gerade in der heutigen Zeit wäre es wichtig, wenn nicht nur der Stadtrat über Versorgungssicherheit und Energiepolitik debattiert, sondern die Menschen einbeziehen würde, die es betrifft !
Zum anderen: Ich verfüge selbst über verlässliche Quellen. Zwar kann ich nur selten Namen nennen, diesen Fall können Sie aber auch per Internet recherchieren. Dazu gehen Sie bitte auf die Seite der Erdinger SPD - http://www.spderding.de/index.php?mod=content&menu=111203&page_id=6852 - hier zum Thema "SPD und Agendagruppe des Stadtrates fordern Umweltpreis der Stadt Erding". Unter den fünf Unterzeichnern finden Sie auch R. T., der zur Preisverleihung auch die Urkunde aus den Händen von Bürgermeister Gotz in Empfang nahm, und zwar im Namen der Pfarrgemeinde Eichenkofen. 
Die Seite http://www.erzbistum-muenchen.de/EMF252/EMF025173.asp zeigt R. T. als Vertreter der Pfarrei St. Martin Langengeisling beim Ökogipfel des Bistums München (Bild 2, 30 und 31) - Grundlage für den Umweltpreis. 
R.T. ist damit also sowohl Initiator des Erdinger Umweltpreises, wie auch maßgeblicher Vertreter der preisgekrönten Initiative.
Es geht mir nicht darum geht, Personen aufgrund ihres doppelt wichtigen Engagements anzugreifen. Das Problem hat mit Nebelmachern zu tun, die selbst viel mehr wissen, als sie sagen. Entsprechend sollte man auch wissen, dass diese Geschichte zum Umweltpreis ja nur stellvertretend für viele andere steht.


Besucherstatistik